Die Bundesanstalt für Finanzdienstleistungsaufsicht (BaFin) warnt vor einer Reihe nahezu identisch aufgebauter Finanz-Websites, die offenbar ohne Erlaubnis Finanz-, Wertpapier- und Kryptodienstleistungen anbieten. Nach Angaben der Finanzaufsicht handelt es sich um Plattformen, die gezielt Anleger täuschen und teilweise sogar Identitätsdiebstahl betreiben sollen.
Die Warnung betrifft eine ganze Reihe von Internetseiten, die mit professionellem Auftreten und vermeintlich seriösen Finanzangeboten um Kunden werben.
Mehrere Plattformen betroffen
Nach Angaben der Bundesanstalt für Finanzdienstleistungsaufsicht gehören unter anderem folgende Websites zu der beanstandeten Plattformreihe:
- parex-am.com
- obsidian-group.org
- vertex-market.com
- aspenholdingsltd.com
- tradingessentials.pro
- eurocorporate-asset-management.com
- wertborse.com beziehungsweise „Wertbörse“
Die Seiten sollen sich äußerlich ähneln und vergleichbare Finanzangebote präsentieren.
Teilweise Identitätsdiebstahl festgestellt
Besonders brisant:
Nach Angaben der BaFin kam es bei einigen Plattformen offenbar zu Identitätsdiebstählen zulasten real existierender Finanzunternehmen.
Betroffen sind laut Behörde unter anderem:
- Parex Asset Management IPAS aus Riga
- sowie Eurocorporate Asset Management S.A. aus Paris.
Dabei sollen Namen oder Identitäten seriöser Unternehmen genutzt worden sein, um Anlegern Seriosität vorzutäuschen.
Keine Zulassung durch die BaFin
Die Betreiber der Plattformen verfügen laut Bundesanstalt für Finanzdienstleistungsaufsicht über keine Erlaubnis, um in Deutschland:
- Bankgeschäfte,
- Finanzdienstleistungen,
- Wertpapiergeschäfte
- oder Kryptowerte-Dienstleistungen
anzubieten.
Solche Tätigkeiten sind in Deutschland erlaubnispflichtig und dürfen nur unter Aufsicht der Finanzaufsicht erfolgen.
Betrugsplattformen wirken oft professionell
Die Warnung zeigt erneut, wie professionell viele Online-Anlagebetrüger inzwischen auftreten.
Häufig arbeiten solche Plattformen mit:
- modern gestalteten Webseiten,
- angeblichen Experten,
- falschen Lizenzangaben,
- erfundenen Erfolgsstories
- und aggressiver Werbung.
Oft werden Anleger mit hohen Renditeversprechen oder angeblich sicheren Krypto-Investments angelockt.
Kryptowährungen bleiben Schwerpunkt vieler Betrugsfälle
Gerade im Bereich Kryptowährungen und Online-Trading häufen sich seit Jahren Warnungen der Aufsichtsbehörden.
Kriminelle nutzen dabei häufig:
- internationale Webseiten,
- verschleierte Betreiberstrukturen,
- wechselnde Domains
- und gefälschte Unternehmensidentitäten.
Viele Plattformen verschwinden nach kurzer Zeit wieder oder wechseln Namen und Internetadressen.
BaFin rät zu gründlicher Prüfung
Die Bundesanstalt für Finanzdienstleistungsaufsicht empfiehlt Anlegern deshalb dringend, vor Investitionen zu prüfen:
- ob ein Anbieter tatsächlich zugelassen ist,
- ob Warnmeldungen vorliegen,
- und ob Unternehmensdaten nachvollziehbar sind.
Besondere Vorsicht gilt bei:
- unrealistisch hohen Gewinnversprechen,
- Zeitdruck,
- aggressiven Telefonanrufen
- oder angeblicher staatlicher Unterstützung.
Anlagebetrug verursacht hohe Schäden
Online-Anlagebetrug gehört inzwischen zu den am schnellsten wachsenden Formen der Wirtschaftskriminalität.
Viele Opfer verlieren:
- hohe Geldsummen,
- Kryptowährungen
- oder persönliche Daten.
Oft gelingt es den Tätern, über längere Zeit Vertrauen aufzubauen und Anleger zu weiteren Einzahlungen zu bewegen.
Warnungen der Finanzaufsicht nehmen zu
Die aktuelle Warnung reiht sich in zahlreiche ähnliche Mitteilungen der Bundesanstalt für Finanzdienstleistungsaufsicht ein.
Die zunehmende Zahl solcher Fälle zeigt, wie stark sich Finanzbetrug inzwischen ins Internet verlagert hat – insbesondere in den Bereichen:
- Online-Trading,
- Kryptowährungen
- und digitale Investments.
Für Verbraucher wird es dadurch immer schwieriger, seriöse Angebote von professionell gemachten Betrugsplattformen zu unterscheiden.