Der Empureon Volatility One Fund hat 2025 ein positives, aber je nach Anteilklasse sehr unterschiedliches Ergebnis erzielt. Die Wertentwicklung reichte von +0,77 % bis +5,55 %, wobei die USD-Anteilklasse U mit +5,55 % am stärksten abschnitt. Die großen EUR-Anteilklassen I und F erzielten +3,30 % bzw. +3,04 %. Für Anleger ist das solide, aber kein risikoloses Rentenersatzprodukt.
Die Strategie kombiniert ein sehr defensives Basisportfolio mit einer Optionsstrategie auf den US-Aktienmarkt. Rund 93,6 % des Fondsvermögens lagen zum Jahresende in Anleihen, überwiegend kurzlaufenden Staats- und staatsnahen Papieren hoher Bonität. Weitere 5,4 % entfielen auf Geldmarktfonds. Damit ist der liquide und bonitätsstarke Unterbau klar erkennbar.
Der eigentliche Renditetreiber ist jedoch die systematische Vereinnahmung von Volatilitätsrisikoprämien über verkaufte S&P-500-Put-Optionen. Diese Strategie funktionierte 2025 insgesamt, wurde aber während der Zollkrise im Frühjahr sichtbar belastet. Der starke VIX-Anstieg nach dem „Liberation Day“ führte zu Verlusten bei Short-Put-Positionen, die durch Long-Puts und VIX-Calls nur teilweise abgefedert wurden. Positiv ist, dass der Fonds danach erhöhte Optionsprämien für neue Positionen nutzen konnte.
Das Fondsvolumen stieg deutlich von rund 483 Mio. EUR auf 633 Mio. EUR. Der Netto-Mittelzufluss von 122,6 Mio. EUR zeigt wachsendes Anlegerinteresse. Besonders stark wuchs die CHF-Anteilklasse SF. Das spricht für Vertrauen in die Strategie, erhöht aber auch die Bedeutung einer stabilen Risikosteuerung bei größerem Volumen.
Auf der Ertragsseite überzeugte der Fonds: Das Gesamtergebnis lag bei 23,9 Mio. EUR, davon 18,4 Mio. EUR aus realisierten Veräußerungsgeschäften. Die Hauptquelle waren realisierte Gewinne aus verkauften Optionen. Gleichzeitig zeigen realisierte Verluste von 91,9 Mio. EUR, dass die Strategie hohe Bruttobewegungen erzeugt und keinesfalls als konservativ im klassischen Sinn missverstanden werden sollte.
Aus Kostensicht sind die Anteilklassen unterschiedlich attraktiv. Die institutionellen Klassen I, S und U liegen mit Gesamtkostenquoten von etwa 0,76–0,77 % günstiger. Die Klassen F und SF kosten rund 1,14–1,17 %, die Retailklasse R sogar 1,56 % plus 5 % Ausgabeaufschlag. Für Privatanleger ist die Kostenbelastung daher ein wesentlicher Kritikpunkt.
Die Risikokennzahlen wirken kontrolliert: Der durchschnittliche potenzielle Marktrisikobetrag lag bei 1,72 %, der maximale bei 4,00 %. Die durchschnittliche Hebelwirkung durch Derivate betrug 1,49. Dennoch bleibt das zentrale Risiko ein plötzlicher, starker Aktienmarkteinbruch mit sprunghaft steigender Volatilität. Die Absicherungen reduzieren dieses Risiko, eliminieren es aber nicht.
Positiv hervorzuheben sind die hohe Transparenz, der geprüfte Jahresbericht ohne Einschränkung durch Deloitte, die hohe Liquiditäts- und Bonitätsqualität des Basisportfolios sowie die konsequente regelbasierte Umsetzung. Kritisch bleiben die Komplexität der Optionsstrategie, die Abhängigkeit vom US-Aktienmarkt, die hohen Bruttoumsätze, Transaktionskosten von 1,14 Mio. EUR und die teils deutlichen Kostenunterschiede zwischen Anteilklassen.
Fazit:
Der Empureon Volatility One Fund eignet sich für Anleger, die eine alternative Renditequelle über Volatilitätsprämien suchen und bereit sind, derivative Risiken zu tragen. Als Beimischung kann der Fonds interessant sein, insbesondere in günstigen institutionellen Anteilklassen. Für sicherheitsorientierte Anleger oder Investoren, die Optionsrisiken nicht verstehen oder nicht akzeptieren möchten, ist der Fonds trotz defensivem Anleiheportfolio nur eingeschränkt geeignet.