Die NOTUS energy Future GmbH hat im Geschäftsjahr 2024 einen deutlichen Ergebnissprung erzielt. Der Konzern aus Potsdam, der weltweit Wind- und Solarparks entwickelt, baut und betreibt, konnte seinen Umsatz massiv steigern: von rund 74,2 Millionen Euro im Vorjahr auf 256,1 Millionen Euro.
Der wichtigste Grund dafür waren allerdings nicht höhere laufende Stromerlöse, sondern vor allem der Verkauf mehrerer Windparks. Unter anderem wurden Projekte in Deutschland und Frankreich veräußert. Dadurch stieg das Projektgeschäft auf rund 190,8 Millionen Euro. Das zeigt: NOTUS kann mit entwickelten Windparks erhebliche Werte realisieren.
Kritisch ist jedoch: Die Erlöse aus dem Betrieb eigener Wind- und Solarparks gingen von 68 Millionen Euro auf 63,9 Millionen Euro zurück. Gründe waren gesunkene Strompreise und der Verkauf von Bestandsanlagen. Damit sinkt zugleich der Anteil regelmäßiger, planbarer Einnahmen.
Positiv fällt auf, dass das Konzernergebnis deutlich verbessert wurde. Nach einem Verlust von 7,5 Millionen Euro im Vorjahr erzielte NOTUS 2024 ein Ergebnis von 25,9 Millionen Euro. Auch der operative Cashflow stieg stark auf 73,6 Millionen Euro.
Doch die Bilanz bleibt angespannt. Die Eigenkapitalquote verbesserte sich zwar von 10,19 Prozent auf 15,39 Prozent, liegt aber weiterhin auf einem eher niedrigen Niveau. Gleichzeitig bestehen Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten von 437,6 Millionen Euro. Zwar wurden diese durch Verkäufe reduziert, die Fremdfinanzierung bleibt aber ein zentraler Risikofaktor.
Hinzu kommen technische Probleme bei bestimmten Windkraftanlagen, steigende Personalaufwendungen und Verzögerungen bei Genehmigungen. NOTUS investiert stark in Wachstum, neue Standorte und Personal. Das kann langfristig Chancen eröffnen, belastet kurzfristig aber Kostenstruktur und Ergebnis.
Der Konzern profitiert klar vom Megatrend erneuerbare Energien. Wind- und Solarprojekte bleiben politisch gewollt, wirtschaftlich gefragt und gesellschaftlich relevant. Gleichzeitig zeigt der Abschluss: Das Geschäftsmodell ist kapitalintensiv, stark abhängig von Projektverkäufen und anfällig für Strompreis- sowie Genehmigungsrisiken.
Fazit: NOTUS hat 2024 ein starkes Jahr hingelegt – aber vor allem durch Verkäufe. Für Anleger und Geschäftspartner bleibt entscheidend, ob das Unternehmen künftig dauerhaft stabile Erträge aus dem laufenden Betrieb erwirtschaften kann, statt vor allem von großen Projektdeals zu leben.