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Naspa-Fonds Ausschüttung Plus 2025: Solider Ertragsfonds mit guter Ausschüttungsbasis, aber spürbarer Komplexität und erhöhtem Kreditrisiko
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Naspa-Fonds Ausschüttung Plus 2025: Solider Ertragsfonds mit guter Ausschüttungsbasis, aber spürbarer Komplexität und erhöhtem Kreditrisiko

geralt (CC0), Pixabay

Aus Anlegersicht zeigt der Jahresbericht 2025 ein insgesamt ordentliches, aber nicht risikoloses Bild. Der Naspa-Fonds Ausschüttung Plus hat im Kalenderjahr eine Wertentwicklung von +6,0 % erzielt. Für einen ausschüttungsorientierten Mischfonds ist das ein solides Ergebnis, zumal der Fonds gleichzeitig eine Gesamtausschüttung von 1,46 Euro je Anteil vorgenommen hat. Der Anteilwert stieg von 39,31 Euro auf 40,19 Euro. Damit hat der Fonds 2025 seine Grundidee erfüllt: laufende Erträge mit moderatem Kapitalwachstum zu kombinieren.

Positiv ist vor allem, dass die Ertragsbasis breit aufgestellt ist. Ordentliche Erträge kamen aus Dividenden, Kupons, Zinsen auf Liquidität und Erträgen aus Investmentanteilen. Der ordentliche Nettoertrag lag bei 1,31 Mio. Euro, das realisierte Ergebnis bei 2,66 Mio. Euro, das Jahresergebnis insgesamt bei 3,33 Mio. Euro. Für Anleger, die auf regelmäßige Ausschüttungen achten, ist das ein wichtiger Punkt: Die Ausschüttung wurde nicht „künstlich“ aus der Substanz aufgebläht, sondern durch laufende Erträge und realisierte Gewinne gestützt. Das spricht für eine grundsätzlich tragfähige Ausschüttungspolitik.

Die Portfoliostruktur ist allerdings anspruchsvoller, als der Name des Fonds vielleicht vermuten lässt. Der Fonds war zum Jahresende mit rund 58,8 % im Rentenbereich engagiert, davon ein erheblicher Teil über Rentenfonds und Unternehmensanleihen. Hinzu kamen 22,4 % Aktien, 2,3 % Aktienfonds, 1,5 % gemischte Fonds und 15,0 % Barreserve/Sonstiges. Das klingt zunächst defensiv, ist es aber nur teilweise. Denn im Anleihebereich stecken nicht nur solide Staatsanleihen, sondern auch High-Yield-, Schwellenländer- und nachrangige Anleihen sowie Papiere mit besonderen Merkmalen. Genau dort entstehen die Mehrerträge, aber auch die größeren Rückschlagrisiken.

Der Fondsmanager hat 2025 nachvollziehbar reagiert: Unternehmensanleihen wurden reduziert, während Staatsanleihen ausgebaut wurden, weil die Renditeaufschläge von Corporates gegenüber Staatsanleihen zu gering geworden waren. Das ist aus Investorensicht sinnvoll und spricht für aktives Risikomanagement. Auch die Bonitätsstruktur wurde etwas verbessert, indem BB-Positionen reduziert und AA-Anteile aufgebaut wurden. Das ist positiv, ändert aber nichts daran, dass der Fonds weiterhin deutlich auf kreditrisikobehaftete Segmente setzt.

Ein weiterer Pluspunkt war laut Bericht die Währungsabsicherung, insbesondere des US-Dollars. Diese Absicherung hat die Wertentwicklung gestützt. Das ist wichtig, weil ein beträchtlicher Teil des Portfolios direkt oder indirekt in USD notiert. Ohne Hedging wäre der Fonds deutlich anfälliger für Wechselkursschwankungen gewesen. Für Euro-Anleger ist das klar positiv.

Auf der Aktienseite ist der Fonds eher einkommensorientiert und defensiv positioniert. Der Schwerpunkt lag auf dividendenstarken Titeln, vor allem in Sektoren wie Pharma, Versicherungen, Versorger und Industrie. Das passt zum Ausschüttungsprofil des Fonds. Gleichzeitig zeigt der Bericht offen die Kehrseite: Gerade im Umfeld des KI-Booms liefen wachstumsstarke, technologiegetriebene Aktien besser als klassische Dividendenwerte. Der Fonds hat deshalb an dieser Stelle Opportunitäten verpasst. Für Anleger ist das ein wichtiger Hinweis: Dieser Fonds will nicht maximale Aktienmarktpartizipation, sondern eher laufende Erträge und Stabilität. In starken Growth-Phasen wird er daher oft hinter dynamischeren Produkten zurückbleiben.

Kritisch zu betrachten ist die Komplexität des Produkts. Der Fonds nutzt Futures, Devisentermingeschäfte und Credit Default Swaps (CDS), also nicht nur zur Absicherung, sondern auch zur Steuerung des wirtschaftlichen Investitionsgrads. So erhöhten Zinsterminkontrakte den Investitionsgrad im Rentenbereich um 14 Prozentpunkte, Aktienindex-Futures den Aktiengrad um 7,3 Prozentpunkte. Das ist professionell, aber für Privatanleger schwer transparent. Der ausgewiesene Derivate-Exposure-Betrag von rund 32,5 Mio. Euro und ein Leverage von 169,44 % nach Bruttomethode zeigen, dass der Fonds aktiv gesteuert wird und nicht schlicht ein „ruhiger Ausschüttungsfonds“ ist. Wer ein sehr einfaches, leicht verständliches Produkt sucht, dürfte sich hier schwertun.

Auch die Risikoseite sollte nicht unterschätzt werden. Zwar lag der durchschnittliche VaR bei 3,12 %, was für einen Mischfonds nicht extrem hoch ist. Dennoch bestehen mehrere Risikoblöcke gleichzeitig: Zinsrisiko, Bonitäts-/Ausfallrisiko, Aktienmarktrisiko, Währungsrisiko und Kontrahentenrisiko aus Derivaten. Hinzu kommt, dass der Fonds auch über Zielfonds investiert und damit teilweise indirekte Risiken bündelt. Die Liquiditätslage war 2025 laut Bericht unauffällig, was positiv ist.

Weniger erfreulich aus Anlegersicht ist die Kostenquote von 1,45 % p.a.. Für einen Fonds, der einen erheblichen Teil seines Vermögens über ETFs und andere Fonds abbildet, ist das nicht billig. Die Kosten sind nicht ruinös, aber sie setzen die Hürde für zukünftige Mehrerträge hoch. Anleger sollten sich fragen, ob sie für diesen Preis die aktive Steuerung, Währungsabsicherung und taktische Allokation als Mehrwert ansehen.

Ein weiteres Detail ist der Mittelabfluss. Netto wurden 2025 rund 1,8 Mio. Euro abgezogen. Das ist für die Fondsgröße nicht dramatisch, aber ein Zeichen, dass der Fonds keine starken Zuflüsse verzeichnete. Das kann neutral sein, deutet aber nicht auf besondere Nachfrage oder Begeisterung im Markt hin.

Beim Thema Nachhaltigkeit ist der Fonds kein klassischer ESG-Fonds, berücksichtigt aber PAI-Kriterien und schließt besonders problematische Emittenten weitgehend aus. Zugleich berücksichtigt er nicht die EU-Kriterien für ökologisch nachhaltige Wirtschaftsaktivitäten im Sinne der Taxonomie. Für Anleger mit strengen Nachhaltigkeitsansprüchen dürfte das eher nicht ausreichen. Für Anleger, die nur grobe Ausschlussmechanismen erwarten, kann es ausreichend sein.

Fazit aus Anlegersicht:
Der Naspa-Fonds Ausschüttung Plus ist 2025 ein solider, aktiv gesteuerter Einkommensfonds gewesen, der seine Aufgabe grundsätzlich erfüllt hat: vernünftige Ausschüttung, positive Jahresrendite, breite Diversifikation. Positiv hervorzuheben sind die stabile Ertragsbasis, die aktive Umschichtung in höherwertige Bonitätssegmente, die funktionierende USD-Absicherung und die insgesamt saubere operative Führung.

Gleichzeitig ist der Fonds kein konservatives Sparprodukt, sondern ein recht komplexer Mischfonds mit High-Yield-, Emerging-Markets-, Derivate- und Währungsrisiken. Dazu kommt eine spürbare Kostenbelastung. Für Anleger, die regelmäßige Ausschüttungen suchen und Schwankungen in moderatem Umfang akzeptieren, kann der Fonds passen. Für sehr sicherheitsorientierte Anleger oder für Investoren, die maximale Transparenz und niedrige Kosten priorisieren, ist er eher nur bedingt attraktiv.

Gesamturteil:
Solider Ausschüttungsfonds mit brauchbarer 2025er-Performance und vernünftiger Risikosteuerung – aber eher ein Produkt für Anleger, die die erhöhte Komplexität und Kreditrisiken bewusst akzeptieren.

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