Aus Anlegersicht zeigt der Jahresbericht einen soliden, aber nicht spektakulären Start des Fonds. Für das Rumpfgeschäftsjahr vom 3. März bis 31. Dezember 2025 erzielte der Fonds eine Wertentwicklung von +4,4 %, während das Jahresergebnis des Fonds bei +6,52 % lag. Die Differenz erklärt sich daraus, dass im Jahresergebnis auch nicht realisierte Bewertungsänderungen und Ertragskomponenten enthalten sind, während die ausgewiesene Performance die tatsächliche Anlegerentwicklung abbildet. Für einen neu aufgelegten globalen Aktienfonds ist das ein ordentlicher Auftakt, allerdings kein Wert, der bereits für eine außergewöhnliche Managementleistung spricht.
Positiv ist zunächst die klare und nachvollziehbare Positionierung des Fonds. Das Management setzt auf ein weltweit diversifiziertes Aktienportfolio mit Fokus auf Dividendenwerte, also auf Unternehmen mit stabiler Ausschüttungshistorie oder attraktivem Dividendenwachstum. Diese Ausrichtung macht den Fonds besonders interessant für Anleger, die nicht auf aggressive Wachstumsstories, sondern auf Qualität, Stabilität und laufende Erträge setzen. Dass zum Stichtag rund 94,8 % des Vermögens investiert waren und davon 70,1 % direkt in Aktien sowie 24,7 % in Aktien-ETFs, zeigt eine insgesamt hohe Marktbeteiligung. Die Liquiditätsquote von rund 5,1 % ist moderat und spricht gegen eine übervorsichtige Haltung.
Auffällig ist die starke Europa- und insbesondere Eurozonenlastigkeit. Frankreich, Deutschland und weitere Euro-Länder nehmen einen großen Teil des Portfolios ein. Die USA sind zwar ebenfalls bedeutend vertreten, aber für einen globalen Aktienfonds eher untergewichtet, wenn man den globalen Aktienmarkt als Maßstab im Hinterkopf hat. Emerging Markets spielen mit nur 2,0 % praktisch keine Rolle. Das kann aus Risikosicht bewusst defensiv sein, bedeutet aber zugleich: Der Fonds ist nicht neutral global, sondern setzt aktiv auf etablierte westliche Dividendenmärkte. Für Anleger, die eine echte weltweite Marktabdeckung erwarten, ist das ein wichtiger Punkt.
Die Sektorallokation bestätigt den defensiv-ertragsorientierten Stil. Versicherungen, Versorger sowie Banken und Finanzdienstleister dominieren. Das spricht für laufende Erträge, solide Cashflows und vergleichsweise berechenbare Geschäftsmodelle. Gleichzeitig reduziert diese Struktur aber die Chance, an dynamischen Wachstumssegmenten überproportional teilzuhaben. Die Rüstungsbranche wurde bewusst gemieden, ebenso wurde der Fonds nicht offensiv in Schwellenländern positioniert. Das macht das Profil planbarer, kann aber in bestimmten Marktphasen zu relativer Schwäche führen.
Ein weiterer Punkt aus Investorensicht: Der Fonds ist aktiv gemanagt, setzt aber zu fast einem Viertel auf ETFs. Das ist nicht grundsätzlich negativ, denn ETFs können effizient zur regionalen oder taktischen Steuerung eingesetzt werden. Dennoch stellt sich die legitime Frage, ob die Anleger für die aktive Managementgebühr von laufend 1,67 % Gesamtkostenquote genügend Mehrwert erhalten. Gerade weil ein erheblicher Teil des Portfolios über Standard-ETFs wie S&P 500, NASDAQ 100, Euro Stoxx 50 oder STOXX Europe 600 abgebildet wird, ist die Kostenbelastung relativ anspruchsvoll. Für kostenbewusste Anleger ist das einer der kritischsten Punkte des Berichts.
Die Ertragsqualität des Fonds wirkt dagegen ordentlich. Die Dividenden und Fondserträge summierten sich zusammen mit Zinserträgen auf knapp 798 Tsd. Euro. Nach Kosten blieb ein ordentlicher Nettoertrag von rund 444 Tsd. Euro. Hinzu kamen realisierte Gewinne von rund 580 Tsd. Euro, denen realisierte Verluste von rund 315 Tsd. Euro gegenüberstanden. Insgesamt ergibt sich ein realisierter Jahresüberschuss von rund 709 Tsd. Euro, wovon fast alles ausgeschüttet wurde. Die Ausschüttung von 2,62 Euro je Anteil ist für ausschüttungsorientierte Anleger ein Pluspunkt, weil sie den Charakter des Fonds als Einkommensbaustein unterstreicht.
Auch die Portfoliostruktur im Detail wirkt grundsätzlich hochwertig. Unter den größten Einzelpositionen finden sich etablierte Namen wie Allianz, AXA, BNP Paribas, Iberdrola, Engie, Microsoft, Visa, Blackstone oder HSBC. Das sind überwiegend Unternehmen mit tragfähigen Geschäftsmodellen und vielfach attraktiver Ausschüttungspolitik. Gleichzeitig zeigt sich ein deutlicher Schwerpunkt auf klassischen Dividenden- und Substanzwerten. Wachstumswerte sind zwar vorhanden, etwa mit Microsoft, Amazon, Alphabet oder CrowdStrike, sie prägen den Fonds aber nicht dominierend.
Die Wertbeiträge im Berichtszeitraum waren plausibel: Positiv wirkten insbesondere Versorger wie Iberdrola und Engie sowie europäische Finanzwerte wie HSBC, ING und BNP Paribas. Belastend wirkten dagegen Gesundheitstitel wie Sanofi und Novo Nordisk sowie im US-Markt defensive Konsumtitel wie Procter & Gamble und Costco. Das passt zum Marktumfeld 2025 und zeigt, dass das Management nicht nur auf passive Marktbewegungen gesetzt hat, sondern tatsächlich aktive Schwerpunktentscheidungen getroffen wurden.
Beim Risikoprofil fällt auf, dass der Fonds zwar offensiv investiert ist, aber nicht aggressiv erscheint. Das Management nutzte Optionen, vor allem durch den Verkauf gedeckter Kaufoptionen. Dadurch wurde die Aktienquote rechnerisch um etwa 2 Prozentpunkte reduziert. Diese Strategie kann Zusatzerträge generieren, begrenzt aber tendenziell das Aufwärtspotenzial in sehr starken Marktphasen. Für Anleger ist das wichtig: Der Fonds ist nicht auf maximale Partizipation an Rallyes ausgelegt, sondern eher auf ein balancierteres Rendite-Risiko-Profil mit Einkommenscharakter.
Das ausgewiesene Marktrisiko erscheint kontrolliert. Der durchschnittliche Value-at-Risk lag bei 8,08 %, der höchste Wert bei 8,92 %. Der Leverage nach Bruttomethode betrug 103,27 %, also nur leicht über dem Fondsvermögen. Das spricht dafür, dass Derivate nicht spekulativ, sondern eher ergänzend und defensiv eingesetzt wurden. Auch Liquiditäts- und operationelle Risiken wurden im Bericht nicht als wesentlich hervorgehoben.
Ein kritischer Blick gilt der Skalierung und Historie. Der Fonds ist sehr jung, verwaltet zum Stichtag rund 28,2 Mio. Euro und besitzt daher noch keine belastbare Langfristbilanz. Die bisherige Entwicklung ist nur ein kurzer erster Eindruck. Ob die Strategie dauerhaft überzeugt, lässt sich nach nicht einmal einem Jahr nicht seriös beurteilen. Für langfristig orientierte Anleger ist das ein zentraler Punkt: Dieser Fonds muss seine Qualität erst noch über mehrere Marktphasen beweisen.
Im Bereich Nachhaltigkeit ergibt sich ein gemischtes Bild. Positiv ist, dass PAI-Kriterien berücksichtigt wurden und schwere Nachhaltigkeitsverstöße systematisch ausgeschlossen werden sollten. Gleichzeitig erfüllt das Produkt nicht die EU-Kriterien für ökologisch nachhaltige Wirtschaftsaktivitäten im Sinne der Taxonomie. Für klassische Ertragsanleger dürfte das zweitrangig sein, für streng nachhaltig orientierte Investoren jedoch ein klarer Einschränkungsfaktor.
Fazit aus Anlegersicht:
Der Fonds wirkt wie ein konservativ positionierter globaler Aktienfonds mit Einkommensfokus, der vor allem für Anleger interessant sein kann, die auf Dividenden, Qualitätstitel, Europa-Schwerpunkt und moderates Risikomanagement setzen. Der Start im Jahr 2025 war ordentlich, die Portfoliokonstruktion wirkt nachvollziehbar und die Ausschüttungspolitik passt zur Strategie. Kritisch zu sehen sind jedoch die vergleichsweise hohe Kostenquote, der erhebliche ETF-Anteil trotz aktivem Managementanspruch, die begrenzte Historie sowie die regionale Konzentration auf Europa.
Unterm Strich ist der Fonds aus Anlegersicht eher ein defensiver Qualitätsbaustein als ein Renditebeschleuniger. Wer einen globalen Aktienfonds mit Dividendenfokus und gewisser Stabilitätsorientierung sucht, kann ihn interessant finden. Wer dagegen maximale globale Breite, starke Wachstumsorientierung oder besonders günstige Kosten erwartet, dürfte andere Lösungen attraktiver finden.