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Sparkasse Kraichgau Select 2025: Solider Mischfonds mit ETF-Fokus, aber spürbaren Kosten und Zertifikate-Risiken

geralt (CC0), Pixabay

Aus Anlegersicht zeigt der Jahresbericht 2025 ein insgesamt solides, aber nicht überragendes Bild. Der Fonds hat im Geschäftsjahr 6,0 % Rendite erzielt und damit den Anteilwert von 118,65 Euro auf 124,98 Euro gesteigert. Das Fondsvolumen wuchs zugleich deutlich auf 135,1 Mio. Euro, was auf anhaltende Mittelzuflüsse und ein gewisses Anlegervertrauen hindeutet. Positiv ist vor allem, dass der Fonds in einem günstigen Marktumfeld an den Aufwärtsbewegungen bei Aktien, Renten und Gold partizipieren konnte.

Die Grundstruktur des Fonds ist für vorsichtige bis ausgewogene Anleger nachvollziehbar: Zum Jahresende entfielen 43,0 % auf Aktienfonds, 24,1 % auf Rentenfonds, 7,7 % auf Unternehmensanleihen, 14,9 % auf Gold-Zertifikate, dazu Aktienanleihen, ein Express-Zertifikat sowie eine kleine Liquiditätsreserve. Damit ist der Fonds klar als Multi-Asset-Produkt mit defensivem Einschlag positioniert. Der hohe ETF-Anteil unterstützt grundsätzlich Transparenz und breite Streuung.

Besonders positiv ist die Diversifikation. Der Fonds investiert breit über Regionen, Sektoren und Anlageklassen. Die größten ETF-Positionen decken Weltaktien, Europa, Qualitätsdividenden, Gesundheit, Telekommunikation sowie Anleihen unterschiedlicher Segmente ab. Das reduziert das Klumpenrisiko auf Einzelemittentenebene. Auch der Goldanteil von knapp 15 % wirkte 2025 stabilisierend und ist aus Portfoliosicht ein sinnvoller Schutzbaustein gegen Marktstress und geopolitische Unsicherheit.

Allerdings zeigt der Bericht auch, dass die Performance 2025 stark von realisierten Gewinnen aus Umschichtungen getragen wurde. Das Ergebnis aus Veräußerungsgeschäften lag bei 7,0 Mio. Euro, während das nicht realisierte Ergebnis nur 0,14 Mio. Euro betrug. Das heißt: Der Jahreserfolg entstand weniger aus einem breiten stillen Wertzuwachs im Bestand als vielmehr aus aktivem Management und Gewinnmitnahmen. Das ist nicht zwingend negativ, aber Anleger sollten wissen, dass sich ein solches Ergebnis nicht jedes Jahr wiederholen lässt.

Ein kritischer Punkt sind die Kosten. Die Gesamtkostenquote von 1,50 % ist für einen Fonds mit starkem ETF-Einsatz relativ hoch. Gerade weil viele Bausteine kostengünstige ETFs sind, wirkt die Gebührenbelastung aus Anlegersicht spürbar. Langfristig ist das relevant: Bei einer mittleren Renditeerwartung im Bereich von vielleicht 4 bis 6 % pro Jahr zehrt eine Kostenquote von 1,50 % einen erheblichen Teil des Ertrags auf. Für kostenbewusste Anleger ist das einer der größten Schwachpunkte des Fonds.

Ebenfalls kritisch zu sehen ist die Beimischung strukturierter Produkte. Neben ETFs und Anleihen hält der Fonds Aktienanleihen, ein Express-Zertifikat und Gold-Zertifikate. Solche Instrumente können Erträge glätten oder Zusatzerträge bringen, erhöhen aber auch die Komplexität und schaffen Emittentenrisiken, die viele Privatanleger in einem Mischfonds nicht unmittelbar erwarten. Gerade Gold wird hier nicht über physisches Eigentum im Fonds selbst, sondern über Zertifikate abgebildet. Das ist funktional, aber aus Risikosicht weniger „sauber“ als ein direkt besicherter oder physisch replizierender Zugang.

Die Risikoseite erscheint insgesamt kontrolliert, aber nicht niedrig. Der Fonds investiert indirekt stark in Aktienmärkte und zugleich in Kreditmärkte. Dazu kommt ein gewisses Währungsrisiko, vor allem über USD-Anlagen. Im Bericht wird ausdrücklich erwähnt, dass die US-Dollar-Abwertung gegenüber dem Euro Ergebnisbeiträge belastet hat. Für Euro-Anleger bleibt das ein Faktor, auch wenn einzelne Rentenpositionen abgesichert sind. Der angegebene Value-at-Risk von durchschnittlich 5,14 % zeigt, dass der Fonds keine extreme, aber eine klar spürbare Marktsensitivität besitzt.

Positiv ist wiederum, dass die Liquiditäts- und operationellen Risiken laut Bericht unauffällig waren. Es gab keine wesentlichen Liquiditätsprobleme, und auch operationelle Risiken traten nicht besonders hervor. Das spricht für eine stabile administrative Steuerung des Fonds.

Im Bereich Nachhaltigkeit ist das Bild gemischt. Der Fonds erfüllt die Anforderungen eines Artikel-8-Produkts mit ökologischen und sozialen Merkmalen, aber er verfolgt kein nachhaltiges Anlageziel. Immerhin waren laut Bericht 95,65 % der Investitionen auf ökologische oder soziale Merkmale ausgerichtet, und 7,14 % galten als nachhaltige Investitionen. Das ist ordentlich, aber nicht außergewöhnlich hoch. Zudem wurde der Fondsname 2025 von „Sparkasse Kraichgau Select Nachhaltigkeit“ auf „Sparkasse Kraichgau Select“ geändert. Das kann aus Anlegersicht als Signal verstanden werden, dass Nachhaltigkeit zwar weiter berücksichtigt wird, aber nicht mehr als dominierendes Vermarktungsmerkmal im Vordergrund steht.

Die Ausschüttung von 0,75 Euro je Anteil fällt eher moderat aus. Der Fonds ist damit kein Produkt für Anleger, die hohe laufende Ausschüttungen suchen. Der Schwerpunkt liegt klar auf Vermögensaufbau, nicht auf Einkommen.

Unterm Strich wirkt der Fonds aus Anlegersicht solide konstruiert, breit gestreut und professionell geführt. Er eignet sich vor allem für Anleger, die eine ausgewogene Vermögensverwaltungslösung mit ETF-Schwerpunkt suchen und dabei auch Gold sowie taktische Allokationsentscheidungen akzeptieren. Weniger attraktiv ist er für Anleger, die maximale Kosteneffizienz, einfache Produktstruktur oder eine konsequent nachhaltige Strategie erwarten.

Fazit:
Der Sparkasse Kraichgau Select war 2025 ein ordentlicher, defensiv ausgewogener Mischfonds mit positiver Wertentwicklung. Seine Stärken sind Diversifikation, ETF-Basis, Goldbeimischung und eine insgesamt kontrollierte Risikostruktur. Seine Schwächen liegen vor allem in der hohen Kostenquote, der Nutzung komplexerer Zertifikate und darin, dass die Rendite 2025 teilweise stark von realisierten Umschichtungsgewinnen lebte. Für Bestandsanleger ist der Bericht insgesamt beruhigend. Für Neukäufer stellt sich aber die berechtigte Frage, ob ähnliche Mischfonds- oder ETF-Lösungen kostengünstiger und transparenter erhältlich sind.

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