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Deka-PB Multi Asset Quant 2025: Solide Rendite, aber mit Struktur- und Komplexitätsrisiken

geralt (CC0), Pixabay

Aus Anlegersicht zeigt der Jahresbericht 2025 ein gemischtes, insgesamt aber ordentliches Bild. Der Fonds erzielte im Berichtsjahr eine Wertentwicklung von +3,5 %, was in einem schwierigen Umfeld für Anleihen respektabel ist. Positiv fällt auf, dass die Aktienseite und das Gold-Exposure die Entwicklung getragen haben, während die Zinsentwicklung den Rentenbereich belastete. Genau diese Mischung erklärt den Charakter des Fonds: Er ist kein klassischer defensiver Mischfonds, sondern ein aktiv gesteuertes, quantitativ ausgerichtetes Multi-Asset-Produkt mit mehreren Renditequellen und entsprechend höherer Komplexität.

Die 3-Jahres-Performance von 6,0 % p.a. wirkt deutlich überzeugender als die 5-Jahres-Performance von 2,4 % p.a.. Das spricht dafür, dass das Konzept in den jüngeren Marktphasen besser funktioniert hat als über einen längeren Zyklus. Für Anleger ist das wichtig: Der Fonds hat zuletzt Stabilität gezeigt, aber noch keinen Nachweis erbracht, über lange Zeiträume hinweg klar überdurchschnittliche risikobereinigte Ergebnisse zu liefern.

In der Portfolio-Struktur dominiert weiterhin die Rentenseite, auch wenn sie reduziert wurde. Per Jahresende entfielen 42,1 % auf den Rentenbereich, ergänzt durch 34,4 % Rentenfonds und 7,7 % direkte Anleihen. Hinzu kamen 26,9 % Aktien, 13,8 % gemischte Fonds, 4,0 % Rohstofffonds und 2,2 % Rohstoffzertifikate. Das zeigt: Der Fonds ist breiter diversifiziert als ein traditioneller Mischfonds, aber auch deutlich verschachtelter. Ein großer Teil der Allokation läuft über Zielfonds und ETFs, darunter mehrere Deka-Produkte. Das kann effizient sein, erhöht aber die Abhängigkeit von der Qualität der internen Produktauswahl.

Für Anleger positiv ist die globale Streuung. Im Aktienbereich liegt der Schwerpunkt klar auf den USA mit 18,64 % des Fondsvermögens, gefolgt von Europa, Japan und Kanada. Damit profitiert der Fonds von der Stärke des US-Marktes, trägt aber gleichzeitig ein spürbares US- und USD-Gewicht. Auch auf der Währungsseite ist die Dollar-Komponente hoch: Aktien, Anleihen und Investmentanteile in USD summieren sich auf einen bedeutenden Teil des Portfolios. Zwar werden Devisentermingeschäfte zur teilweisen Absicherung eingesetzt, aber das Währungsrisiko bleibt für Euro-Anleger ein relevanter Einflussfaktor.

Auffällig ist die starke Nutzung quantitativer Modelle. Der Fonds stützt sich auf die Strategie „Sigma Plus“, ergänzt um Machine Learning für kurzfristige Renditechancen und zusätzlich um Volatilitätsstrategien via Optionen und Futures. Das ist aus Anlegersicht ambivalent. Einerseits eröffnet es zusätzliche Ertragsquellen, die nicht allein von Aktien und Anleihen abhängen. Andererseits steigt damit die Modellabhängigkeit: Der Anleger investiert nicht nur in Märkte, sondern auch in die Fähigkeit des Managements, Signale, Optimierungen und derivative Strategien sinnvoll umzusetzen. Das kann in bestimmten Phasen einen Mehrwert liefern, macht den Fonds aber schwerer einschätzbar als einen transparenten, regelarmen Mischfonds.

Die Zahlen zu den Veräußerungsergebnissen zeigen, dass der Fonds tatsächlich aktiv gesteuert wird. Realisierte Gewinne von 5,49 Mio. Euro standen realisierten Verlusten von 3,91 Mio. Euro gegenüber, was zu einem positiven realisierten Ergebnis aus Verkäufen von 1,58 Mio. Euro führte. Gleichzeitig gab es eine Nettoveränderung der nicht realisierten Gewinne von -1,14 Mio. Euro. Das heißt: Ein Teil des Jahreserfolgs wurde zwar aktiv realisiert, aber Bewertungsreserven haben sich zugleich verschlechtert. Für Anleger ist das ein Hinweis darauf, dass das Ergebnis 2025 nicht nur aus einem ruhigen Buy-and-Hold-Profil stammt, sondern aus taktischer Steuerung in einem volatilen Marktumfeld.

Ein wichtiger Punkt ist die Liquiditätsposition. Der Fonds hielt zum Jahresende 10,13 % Bankguthaben, insgesamt zusammen mit Barreserve und Sonstigem rund 11 %. Das ist komfortabel und gibt dem Management Handlungsspielraum. Gleichzeitig kann eine hohe Kasse in steigenden Märkten Rendite kosten. In diesem Fall wirkt sie eher wie ein Zeichen vorsichtiger Positionierung.

Die Kostenquote von 1,10 % p.a. ist für einen aktiv gemanagten Multi-Asset-Fonds mit Derivaten und Zielfonds nicht extrem, aber auch nicht günstig. Für Anleger muss diese Kostenbasis durch einen klaren Mehrwert gerechtfertigt werden. Die 2025er Rendite von 3,5 % ist ordentlich, aber nicht so stark, dass man daraus schon eindeutig auf eine hohe Gebühreneffizienz schließen könnte. Zudem fallen zusätzlich indirekte Kosten auf Ebene der eingesetzten Zielfonds an, auch wenn sie teilweise moderat sind.

Kritisch zu betrachten ist der deutliche Mittelabfluss. Das Fondsvermögen sank von 71,7 Mio. Euro auf 60,2 Mio. Euro, wobei der Hauptgrund nicht die Wertentwicklung war, sondern Netto-Mittelabflüsse von rund 12,3 Mio. Euro. Das ist aus Anlegersicht ein Warnsignal. Mittelabflüsse sind nicht automatisch problematisch, können aber auf fehlende Überzeugung im Anlegerkreis hinweisen. Bei kleineren Fondsvolumina steigt langfristig das Risiko, dass Fixkosten stärker ins Gewicht fallen oder strategische Optionen eingeschränkt werden.

Positiv ist, dass der Fonds laut Bericht keine wesentlichen Liquiditätsrisiken und keine besonderen operationellen Risiken hatte. Auch das Marktrisiko scheint regulatorisch kontrolliert: Der durchschnittliche VaR lag bei 3,11 %, der höchste bei 3,82 %, und die Derivate-Steuerung erfolgte im Rahmen eines limitierten Risikomodells. Dennoch sollte der Anleger sich nicht vom regulatorischen Vokabular in Sicherheit wiegen lassen: Das Brutto-Leverage von 156,33 % zeigt, dass Derivate im Fonds eine echte Rolle spielen. Das muss nicht schlecht sein, erhöht aber die Komplexität und verlangt Vertrauen in das Management.

Im Nachhaltigkeitskontext ist der Fonds kein klassisches ESG-Produkt. Er berücksichtigt zwar PAI-Kriterien und schließt schwerwiegende negative Nachhaltigkeitsauswirkungen weitgehend aus, berücksichtigt aber nicht die EU-Kriterien für ökologisch nachhaltige Wirtschaftsaktivitäten im Sinne der Taxonomie. Für nachhaltig orientierte Anleger ist das eher eine Mindestberücksichtigung als ein echtes Nachhaltigkeitsprofil.

Unter dem Strich wirkt der Fonds für Anleger geeignet, die eine aktiv gesteuerte, quantitativ unterstützte Multi-Asset-Lösung suchen und bereit sind, dafür Komplexität, Derivateeinsatz, Währungsrisiken und eine gewisse Intransparenz der Modellentscheidungen zu akzeptieren. Positiv sind die breite Diversifikation, das robuste Risikomanagement, die ordentliche 3-Jahres-Bilanz und der flexible Einsatz verschiedener Renditequellen. Weniger überzeugend sind die nur mäßige Langfristperformance, die Mittelabflüsse, die Kostenbasis und die Tatsache, dass der Fonds stark auf interne Zielfonds und quantitative Steuerung setzt.

Fazit aus Anlegersicht:
Der Deka-PB Multi Asset Quant ist 2025 solide, aber nicht herausragend. Er eignet sich eher als Baustein für vorsichtige bis moderat chancenorientierte Anleger, die eine professionell gesteuerte Vermögensmischung mit quantitativen Elementen suchen. Wer dagegen maximale Transparenz, niedrige Kosten und einen leicht nachvollziehbaren Investmentansatz bevorzugt, dürfte mit einfacheren Mischfonds oder ETF-Lösungen eher glücklich werden.

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