Kriminelle geben sich zunehmend als bekannte Persönlichkeiten aus Politik und Öffentlichkeit aus, um Vertrauen zu erschleichen und Menschen zu riskanten Geldanlagen zu verleiten. Besonders perfide ist eine Masche, bei der sich Betrüger als Finanzexpertinnen und Finanzexperten ausgeben und über soziale Netzwerke angeblich exklusive Investmentmöglichkeiten anbieten.
Betroffene erhalten zunächst eine Freundschaftsanfrage, häufig auf Plattformen wie Facebook. Kurz darauf folgt eine persönliche Nachricht mit einer Einladung in eine vermeintlich exklusive Finanzgruppe. Dort wird mit hohen Gewinnen, begrenzten Plätzen und individueller Betreuung geworben. Was wie eine einmalige Chance wirkt, ist in Wahrheit ein gezielt inszenierter Betrugsversuch.
Aktuell kursieren vermehrt gefälschte Profile, die sich unter anderem als der österreichische Finanzminister Markus Marterbauer ausgeben. Auch andere bekannte Namen werden missbraucht, etwa politische Funktionsträger oder Personen aus dem öffentlichen Leben. Die Täter setzen bewusst auf bekannte Identitäten, um Glaubwürdigkeit zu erzeugen.
Innerhalb der Gruppen bauen die Betrüger systematisch Vertrauen auf. Angebliche Mitglieder berichten von hohen Gewinnen und teilen Screenshots, die ihre Erfolge belegen sollen. Diagramme und Charts untermauern den vermeintlichen Anlageerfolg. Gleichzeitig wird Druck aufgebaut, indem die Angebote als zeitlich begrenzt oder exklusiv dargestellt werden.
Ziel dieser Inszenierung ist es, Opfer zu schnellen Investitionen zu bewegen. Tatsächlich handelt es sich jedoch um ein professionell organisiertes Netzwerk, das darauf abzielt, Geld einzusammeln. Ein realer Anlageerfolg bleibt aus.
Typische Warnsignale sind direkte Anlageempfehlungen über Messenger-Dienste, unrealistisch hohe Gewinnversprechen bei geringem Risiko sowie der Versuch, Entscheidungen unter Zeitdruck zu erzwingen. Seriöse Finanzberatung findet nicht über soziale Netzwerke oder private Nachrichten statt.
Wer solche Nachrichten erhält, sollte keinesfalls darauf reagieren oder Geld überweisen. Im Verdachtsfall empfiehlt es sich, die Identität der angeblichen Anbieter zu überprüfen und im Zweifel offizielle Stellen zu kontaktieren.
Sollten Betroffene bereits Geld investiert haben, ist schnelles Handeln entscheidend. Der Kontakt zu den Tätern sollte sofort abgebrochen und alle Kommunikationskanäle blockiert werden. Zudem ist es wichtig, umgehend die eigene Bank oder das Kreditkartenunternehmen zu informieren, Beweise zu sichern und Anzeige bei der Polizei zu erstatten. Auch eine Meldung bei den zuständigen Aufsichtsbehörden und Plattformbetreibern kann helfen, weitere Betrugsfälle zu verhindern.