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Inkassodienst Klütz GmbH: Forderung ohne erkennbare Grundlage – Zweifel an Prüfprozessen wachsen

cocoparisienne (CC0), Pixabay

Der aktuelle Vorgang rund um die Inkassodienst Klütz GmbH wirft aus Verbrauchersicht erhebliche Zweifel an der Sorgfalt bei der Durchsetzung von Forderungen auf.

Gegenüber der Redaktion von diebewertung.de wurde eine Zahlungsaufforderung über 34,91 Euro (Az.: AKT-2026-5404647247) geltend gemacht – verbunden mit der üblichen Drohkulisse aus möglichen Gerichtsverfahren und negativen Bonitätseinträgen.

Problematisch: Die eigenen Daten widersprechen der Forderung

Ein Blick in die im System hinterlegten Daten offenbart jedoch einen zentralen Widerspruch:

Die angebliche Forderung basiert auf einer Amazon-Bestellung (Rechnungsnummer DEAEU202679926), die laut Dokumentation an folgende Adresse geliefert worden sein soll:

Am Torney 2a, 23970 Wismar

Damit fehlt bereits die grundlegende Voraussetzung für eine Forderung:
eine nachvollziehbare Zuordnung zum angeblich Schuldner.

Die Redaktion von diebewertung.de hat weder eine Bestellung ausgelöst noch eine Lieferung erhalten – und steht in keinerlei Vertragsverhältnis zu dem Vorgang.

Standardisierte Abläufe statt Einzelfallprüfung

Trotz dieses offensichtlichen Widerspruchs erfolgte keine inhaltliche Klärung. Stattdessen wurde auf formelhafte Prozesse verwiesen:

  • pauschale Forderungsaufrechterhaltung
  • Verweis auf ein Online-Portal
  • Androhung gerichtlicher Schritte
  • Hinweis auf mögliche Meldungen an Auskunfteien

Ein solches Vorgehen wirkt aus Verbrauchersicht wie eine Automatisierung ohne ausreichende Plausibilitätsprüfung.

Beweislastumkehr durch die Hintertür

Besonders kritisch ist die Forderung, Betroffene müssten aktiv nachweisen, dass ein Identitätsmissbrauch vorliegt – etwa durch eine Strafanzeige.

Juristisch gilt jedoch:
Die Darlegungs- und Beweislast für eine Forderung liegt grundsätzlich beim Anspruchsteller – nicht beim Betroffenen.

Wenn bereits die eigenen Unterlagen eine andere Lieferadresse ausweisen, stellt sich die Frage, warum dennoch auf Zahlung bestanden wird.

Kein Zusammenhang mit diebewertung.de

Es wird ausdrücklich festgehalten:
Die geltend gemachte Forderung hat keinen Bezug zur Tätigkeit oder zu Handlungen der Redaktion von diebewertung.de. Diese hat lediglich journalistisch über Unternehmen berichtet.

Rechtliche Schritte unausweichlich

Aufgrund der fehlenden Klärung und der weiterhin erhobenen Forderung sieht sich die Redaktion gezwungen, rechtliche Schritte einzuleiten.

Fazit: Ein Einzelfall – oder strukturelles Problem?

Der vorliegende Fall legt nahe, dass Forderungen möglicherweise auch dann weiterverfolgt werden, wenn bereits auf den ersten Blick Zweifel an deren Berechtigung bestehen.

Für Verbraucher bedeutet das:
Nicht zahlen, sondern prüfen.
Und im Zweifel: rechtlichen Beistand einschalten.

Denn eines zeigt dieser Fall deutlich:
Nicht jede Inkassoforderung hält einer genaueren Prüfung stand.

View Comments (11) View Comments (11)
  1. Hallo zusammen, bei uns dasselbe Szenario unter dem Aktenzeichen AKT-2026-4318487543 – Die Bestellnummer in der Amazon-Rechnung ist laut Amazon eine Phantasie-Bestellnummer und ein Amazon-Konto auf den Vereinsnamen, wie er in der Rechnung steht, existiert nicht. Klickt man auf den Bezahl-Link im Portal von Kluetz, wird man zum Bezahldienst Mollie weitergeleitet und klickt man bei den Empfängerdaten auf Info, ist die Empfängerin eine uns unbekannte Inga Celmarauga mit einer dänischen BIC. Ich schließe aus, dass es die BIC von Mollie ist, weil es sich hierbei um einen niederländischen Bezahlanbieter handelt. Nichtsdestotrotz ist Kluetz hier vielleicht oder vielleicht auch nicht freiwillig an einer Betrugsmasche beteiligt und darüber hinaus laut Amazon nicht einmal berechtigt, Forderungseinzüge in deren Namen zu stellen, da Sie kein Vertragspartner sind. Ich stufe Kluetz damit als im höchsten Maße unseriös ein, da offenbar einfachste Kontrollmechanismen für berechtigte oder unberechtigte Forderungen versagen. Mein Tipp: Zahlungsverweigerung gegenüber dem Inkassounternehmen unmissverständlich klarmachen, auf gerichtlichen Mahnbescheid warten und widersprechen. Anders lernen sie es nicht.

  2. Ich habe heute die gleiche Forderung erhalten,sogar der identische Betrag.
    Angeblich habe ich etwas bei Amazon gekauft.
    Zuerst war ich geschockt, aber da ich die angemahnte Ware nicht gekauft habe, werde ich nicht weiter darauf reagieren.

  3. Hallo
    Auch wir haben diese Aufforderung erhalten.
    Ich habe mich mit dem Inkasso Klütz in Verbindung gesetzt. Es kommt nicht von ihnen. Es ist Fake. Einfach löschen.

  4. Wir hatten gestern für meine Firma eine ähnliche eMail im Posteingang. Wir haben nichts gekauft, ein relativ „kleiner“ Betrag von ca. 39 Euro wird gefordert, ebenfalls im Ursprung von Amazon. Auf unsere Antwort per eMail gab es die bereits oben genannten Antwortmails von Klütz. Wir haben um belastbare Belege gebeten und drehen nun den Spieß um. Wir werden der Klütz GmbH alle Aufwände und Kosten die bei uns intern mit der Klärung des Vorgangs entstehen in Rechnung stellen und Strafanzeige gegen die Klütz GmbH wegen versuchten Betruges stellen.

  5. Habe heute (27.03.2026) auch eine Amazon-Rechnung von Klütz erhalten für eine Bestellung, die ich am 19.02.2026 getätigt haben soll (angeblich für ein Textmarker-Stifte-Set).
    Das Lustige ist, dass ich seit Mitte 2025 das Amazon-Konto, auf dessen Adresse die Fake-Rechnung läuft, gekündigt habe. Das heißt, die Bestellung kann technisch gar nicht von mir sein.
    Sofern Inkasso-Klütz nicht selbst gehackt ist, gehört die Bude geschlossen und die Verantwortlichen müssen hart bestraft werden für so ein asoziales Verhalten.

  6. Hier auch: Es wird eine AMAZON Rechnung angemahnt, die laut Amazon gar nicht existiert (keine Amazon-Rechnung beginnt mit 847…), Bestellung geschweige Lieferung natürlich nie erfolgt.

    Die Polizei hat mir geraten, den Vorgang entweder zu ignorieren oder Anzeige zu erstatten, es lägen hunderte gleiche Fälle vor.

    Ich entscheide mich für eine Anzeige, da ich es nicht einsehe, daß eine Betrügerfirma wie Inkasso-Klütz mich nach allen Regeln der Kunst bedroht. Im Knast ist sicher noch Platz.

  7. Sehr geehrte Damen und Herren,
    unser Mitglied Inkassodienst Klütz GmbH ist Opfer von Betrügern, die dessen Identität missbrauchen.
    Die Seite „www.kluetz-forderungen.com“ ist nicht die eines Inkassodienstleisters, sondern sie wurde in betrügerischer Absicht eingerichtet.
    Bezahlen Sie keine Forderungen, die Sie nicht kennen. Auf Schreiben, die in betrügerischer Absicht an Sie gerichtet wurden, sollten sie gar nicht reagieren.
    Mit freundlichen Grüßen
    L. Becker
    Bundesverband Deutscher Inkasso-Unternehmen e.V. (BDIU)

  8. TExtmarker auch bei uns am 26.2.2026 angeblich bestellt…genau das Gleiche. Klütz nicht mehr erreichbar, Homepage funktioniert nicht mehr….

  9. Hier kam heute eine Mail mit angehängter Inkassorechnung von Klütz sowie einer weiteren angehängten Mail von der Otto Payments GmbH, auf unseren korrekten Firmennamen ausgestellt. Sah auf den ersten Blick schon sehr echt aus, nur haben wir so etwas nicht bei Otto bestellt. Der Zahlungslink zu http://www.kluetz-inkasso.de wird auch direkt vom Malware Blocker blockiert.

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