Die ausgewerteten Kommentare zeichnen ein deutliches und in sich konsistentes Bild der aktuellen Situation bei EKD. Es handelt sich erkennbar nicht um vereinzelte negative Erfahrungen, sondern um strukturelle Probleme, die sich quer durch nahezu alle Kundenberichte ziehen. Insgesamt ergibt sich daraus eine Bewertung, die kaum über einen Stern hinausgeht – mit einzelnen positiven Ansätzen, die jedoch im Gesamtbild untergehen.
Zunächst fällt auf, dass der Vertrieb häufig als positiv wahrgenommen wird. Beratungsgespräche verlaufen offenbar überzeugend, Kunden fühlen sich anfangs gut abgeholt. Genau hier beginnt jedoch das zentrale Problem: Zwischen Verkauf und tatsächlicher Umsetzung klafft eine erhebliche Lücke. Viele Kunden berichten davon, dass Anlagen über Monate oder sogar mehr als ein Jahr hinweg nicht fertiggestellt werden, Komponenten fehlen oder technische Mängel bestehen. Die Projekte bleiben unfertig, während gleichzeitig bereits Rechnungen gestellt werden. Diese Diskrepanz zwischen Versprechen und Realität ist einer der Haupttreiber für die massive Unzufriedenheit.
Hinzu kommt ein ausgeprägtes Kommunikationsproblem. Kunden schildern wiederholt, dass Anfragen unbeantwortet bleiben, Tickets ohne Lösung geschlossen werden oder lediglich standardisierte Antworten erfolgen. Die Reaktionen des Unternehmens – auch öffentlich auf Plattformen wie Trustpilot – wirken zwar bemüht, bleiben jedoch inhaltsleer. Formulierungen wie „wir kümmern uns“ oder „wir geben das weiter“ tauchen regelmäßig auf, ohne dass daraus konkrete Verbesserungen entstehen. Dadurch entsteht der Eindruck eines Kundenservices, der eher verwaltet als tatsächlich löst.
Besonders kritisch ist in diesem Zusammenhang der erste Kommentar zu bewerten. Der Vorwurf, EKD versuche, negative Bewertungen aktiv „umzustimmen“, deutet auf ein mögliches Missverständnis in der Prioritätensetzung hin. Selbst wenn solche Maßnahmen aus Sicht des Unternehmens als Kundenservice gedacht sind, entsteht nach außen der Eindruck, dass nicht die Problemlösung, sondern die Kontrolle der Außenwirkung im Vordergrund steht. Genau dieser Eindruck ist für ein Unternehmen hochgefährlich, da er das Vertrauen nachhaltig beschädigt. Kunden akzeptieren Fehler – aber sie akzeptieren selten den Eindruck, dass Kritik lediglich „bearbeitet“ statt ernsthaft gelöst wird.
Ein weiterer zentraler Kritikpunkt betrifft die finanzielle Abwicklung. Mehrere Kunden berichten davon, dass Rechnungen gestellt und Mahnverfahren eingeleitet werden, obwohl Leistungen noch nicht vollständig erbracht wurden. In Verbindung mit Factoring-Lösungen entsteht für Verbraucher eine schwierige Situation, in der sie sich zwischen Zahlung und rechtlichen Schritten entscheiden müssen. Dieses Vorgehen verstärkt das Gefühl, dass wirtschaftliche Interessen über die tatsächliche Leistungserbringung gestellt werden.
Auch die operative Umsetzung selbst weist deutliche Schwächen auf. Die Berichte über unvollständige Installationen, fehlende Bauteile, nicht eingehaltene technische Standards oder überforderte Subunternehmer deuten auf mangelnde Qualitätskontrolle hin. Offensichtlich fehlt es an einer durchgängigen Steuerung der Projekte sowie an klaren Verantwortlichkeiten.
In der Gesamtschau wird deutlich, dass das eigentliche Problem weniger in einzelnen Fehlern liegt, sondern in der Organisation selbst. Vertrieb, Umsetzung und Kundenservice scheinen nicht ausreichend aufeinander abgestimmt zu sein. Prozesse wirken nicht skalierbar, Kommunikation ist entkoppelt von der tatsächlichen Projektlage, und Verantwortlichkeiten bleiben unklar.
Die Lösung dieser Probleme erfordert keine kosmetischen Maßnahmen, sondern strukturelle Veränderungen. Ein erster entscheidender Schritt wäre, den Vertrieb temporär zu bremsen, bis die bestehenden Projekte sauber abgearbeitet sind. Parallel dazu braucht es eine klare Projektsteuerung mit festen Ansprechpartnern, transparenten Zeitplänen und nachvollziehbaren Statusupdates für die Kunden. Ebenso muss der Kundenservice von standardisierten Antworten auf echte Fallbearbeitung umgestellt werden. Tickets dürfen erst geschlossen werden, wenn ein Problem tatsächlich gelöst ist.
Auch die Rechnungsstellung sollte strikt an den tatsächlichen Leistungsfortschritt gekoppelt werden. Kunden müssen das Gefühl haben, dass sie für eine erbrachte Leistung zahlen – nicht für ein Versprechen. Gleichzeitig ist eine konsequente Qualitätskontrolle der eingesetzten Partnerunternehmen notwendig, um technische Mängel und Verzögerungen zu vermeiden.
Der vielleicht wichtigste Punkt betrifft jedoch den Umgang mit Kritik. Bewertungen sollten nicht als Störfaktor betrachtet werden, sondern als wertvolle Rückmeldung. Wenn Probleme konsequent und sichtbar gelöst werden, verbessert sich die öffentliche Wahrnehmung automatisch. Kunden, deren Anliegen ernsthaft bearbeitet und erfolgreich abgeschlossen werden, ändern ihre Bewertung oft von selbst – und werden nicht selten zu positiven Fürsprechern.
Am Ende lässt sich festhalten: EKD hat weniger ein reines Imageproblem als vielmehr ein Umsetzungsproblem. Die positiven Ansätze im Vertrieb zeigen, dass grundsätzlich Potenzial vorhanden ist. Entscheidend wird jedoch sein, ob es gelingt, dieses Versprechen auch in der Praxis einzulösen. Denn nachhaltiges Vertrauen entsteht nicht durch Kommunikation – sondern durch verlässlich erbrachte Leistung.
