Der Jahresabschluss der Windpark Rosengarten GmbH & Co. KG für das Geschäftsjahr 2024 zeigt aus Anlegersicht ein deutlich eingetrübtes Bild. Die Gesellschaft befindet sich bereits seit Ende 2023 in Liquidation, und die aktuellen Zahlen spiegeln vor allem den fortschreitenden Abbau der wirtschaftlichen Substanz wider.
Die Bilanzsumme ist im Laufe des Jahres von rund 377.000 Euro auf etwa 303.000 Euro gesunken. Die Gesellschaft verfügt ausschließlich über Umlaufvermögen. Sachanlagen oder andere langfristige Vermögenswerte werden nicht mehr ausgewiesen, was darauf hindeutet, dass operative Vermögenswerte bereits zuvor veräußert oder abgeschrieben wurden.
Den größten Vermögensposten bilden Bankguthaben in Höhe von rund 302.000 Euro. Forderungen spielen mit knapp 628 Euro nur eine sehr geringe Rolle. Gleichzeitig sind die Vorräte vollständig verschwunden, nachdem im Vorjahr noch rund 21.800 Euro ausgewiesen wurden. Insgesamt zeigt die Aktivseite somit eine klassische Abwicklungsstruktur: liquide Mittel, kaum operative Vermögenswerte und eine insgesamt schrumpfende Bilanz.
Auf der Passivseite fällt insbesondere die Entwicklung des Eigenkapitals ins Auge. Zwar beträgt das nominelle Kommanditkapital weiterhin 2,236 Millionen Euro, doch diesem stehen erhebliche Verlustvorträge gegenüber. Der Verlustvortrag ist im Laufe des Jahres massiv gestiegen – von rund 776.000 Euro auf fast 1,98 Millionen Euro. Dadurch wird ein großer Teil der ursprünglichen Kapitaleinlagen der Kommanditisten wirtschaftlich aufgezehrt.
Zusätzlich wird das Eigenkapital durch Entnahmen belastet. Insgesamt verbleibt zum Jahresende nur noch ein Eigenkapital von rund 256.000 Euro. Im Vergleich zum Vorjahr ist dies ein deutlicher Rückgang, der die fortschreitende Vermögensminderung der Gesellschaft unterstreicht.
Die Verbindlichkeiten der Gesellschaft sind zwar relativ gering, steigen jedoch leicht von rund 8.900 Euro auf etwa 20.300 Euro. Dabei handelt es sich überwiegend um kurzfristige Verpflichtungen aus Lieferungen und Leistungen sowie kleinere Verbindlichkeiten gegenüber verbundenen Unternehmen oder Gesellschaftern. Rückstellungen belaufen sich auf rund 27.000 Euro und bleiben damit nahezu auf dem Niveau des Vorjahres.
Aus Anlegersicht ist vor allem der Umstand entscheidend, dass sich die Gesellschaft bereits in der Liquidationsphase befindet. Mit dem Beschluss vom 29. November 2023 wurde die Auflösung der Gesellschaft beschlossen. Die Aufgabe der Geschäftsführung besteht seitdem in erster Linie darin, vorhandene Vermögenswerte zu verwerten, Verpflichtungen zu erfüllen und das verbleibende Vermögen an die Gesellschafter zu verteilen.
Für die Anleger bedeutet dies jedoch nicht automatisch eine vollständige Rückzahlung der ursprünglich investierten Mittel. Die stark angewachsenen Verlustvorträge zeigen, dass bereits ein erheblicher Teil des eingesetzten Kapitals wirtschaftlich verloren gegangen ist. Selbst wenn die vorhandenen liquiden Mittel vollständig an die Gesellschafter verteilt würden, dürfte dies nur einen Bruchteil der ursprünglichen Kapitaleinlagen abdecken.
Positiv ist lediglich zu bewerten, dass die Gesellschaft nur geringe Schulden aufweist und die Liquidität im Verhältnis zur Bilanzsumme noch relativ hoch ist. Dies erleichtert grundsätzlich eine geordnete Abwicklung.
Insgesamt zeichnet der Jahresabschluss jedoch das Bild eines Projekts, dessen wirtschaftliche Erwartungen offenbar deutlich hinter den ursprünglichen Planungen zurückgeblieben sind. Für Anleger steht nun weniger die operative Entwicklung im Vordergrund, sondern vielmehr die Frage, welcher Anteil der verbleibenden Mittel im Rahmen der Liquidation tatsächlich noch ausgeschüttet werden kann.