Ein Ausbruch von Meningitis hat die Region rund um die University of Kent im südenglischen Canterbury erschüttert. Nach Angaben von Gesundheitsbehörden sind zwei junge Menschen im Alter zwischen 18 und 21 Jahren gestorben, darunter auch ein Student der Universität.
Zudem befinden sich mindestens elf weitere Personen aus der Region Canterbury in Krankenhäusern, viele von ihnen in ernstem Zustand. Nach Informationen der Behörden handelt es sich bei den Betroffenen überwiegend um junge Erwachsene zwischen 18 und 21 Jahren, darunter mehrere Studierende.
Gesundheitsbehörden schlagen Alarm
Die britische Gesundheitsbehörde UK Health Security Agency (UKHSA) hat nach Bekanntwerden des Ausbruchs umfangreiche Maßnahmen eingeleitet. Mehr als 30.000 Studierende, Beschäftigte sowie deren Angehörige werden derzeit kontaktiert, um sie über die Situation zu informieren und mögliche Vorsichtsmaßnahmen zu erläutern.
Die UKHSA organisiert außerdem die vorsorgliche Verabreichung von Antibiotika für Personen, die möglicherweise engen Kontakt zu Erkrankten hatten. In einem Schreiben an Studierende und Mitarbeiter der Universität wird insbesondere Personen, die in bestimmten Wohnblöcken auf dem Campus leben oder arbeiten, empfohlen, die Medikamente ohne Verzögerung einzunehmen.
Ursache der Infektionen noch unklar
Bislang ist unklar, welcher spezifische Meningitis-Stamm für den Ausbruch verantwortlich ist. Experten untersuchen derzeit die Fälle und befragen Erkrankte sowie deren Kontakte, um mögliche Infektionsketten nachzuvollziehen.
Nach Informationen der Behörden könnte der Ausbruch mit einer sozialen Veranstaltung in Canterbury zusammenhängen, an der mehrere der später Erkrankten teilgenommen haben sollen. Ob dies tatsächlich der Ursprung der Infektionskette ist, wird derzeit noch geprüft.
Universität reagiert mit Vorsichtsmaßnahmen
Die Universität erklärte, die Sicherheit von Studierenden und Mitarbeitenden habe höchste Priorität. Man arbeite eng mit Gesundheitsbehörden zusammen und informiere alle Betroffenen über notwendige Schritte.
„Die Sicherheit unserer Studierenden und Mitarbeiter bleibt unsere oberste Priorität“, teilte die Universität mit. Gleichzeitig werde sichergestellt, dass alle Betroffenen Zugang zu medizinischer Beratung und Unterstützung erhalten.
Gefährliche Erkrankung
Meningitis ist eine Entzündung der Hirn- und Rückenmarkshäute, die durch Bakterien oder Viren ausgelöst werden kann. Besonders bakterielle Formen der Erkrankung können lebensbedrohlich sein und müssen so schnell wie möglich medizinisch behandelt werden.
Typische Symptome sind unter anderem hohes Fieber, starke Kopfschmerzen, Nackensteifigkeit, Lichtempfindlichkeit und Verwirrtheit. Gesundheitsbehörden rufen daher dazu auf, bei entsprechenden Beschwerden umgehend ärztliche Hilfe in Anspruch zu nehmen.
Der aktuelle Ausbruch sorgt in der Universitätsstadt Canterbury für große Sorge. Gesundheitsbehörden versuchen nun, die Infektionskette schnell zu unterbrechen und weitere Erkrankungen zu verhindern.