Die britische Notenbank denkt über einen ungewöhnlichen Schritt nach: Auf zukünftigen Banknoten könnten statt historischer Persönlichkeiten erstmals Tiere und Naturmotive erscheinen. Damit würden die bekannten Porträts berühmter Briten – etwa von Politikern, Schriftstellern oder Wissenschaftlern – möglicherweise bald Geschichte sein.
Im Zentrum der Überlegungen der Bank of England steht die Frage, wie die nächste Generation britischer Banknoten gestaltet werden soll. Neben klassischen Motiven wie bedeutenden Persönlichkeiten werden nun auch Tierarten und Naturlandschaften als mögliche Alternativen diskutiert.
Otter statt Churchill?
Bislang zieren bekannte Persönlichkeiten die Rückseiten der britischen Banknoten. So ist etwa der ehemalige Premierminister Winston Churchill auf der 5-Pfund-Note abgebildet. Auch Schriftstellerinnen, Wissenschaftler und Künstler wurden in der Vergangenheit auf den Geldscheinen verewigt.
Doch künftig könnten Tiere wie Otter, Papageientaucher oder andere typische Arten der britischen Inseln in den Fokus rücken. Ziel wäre es, die Vielfalt der Natur Großbritanniens stärker hervorzuheben.
Öffentliche Beteiligung geplant
Die Bank of England plant, die Öffentlichkeit in die Entscheidung einzubeziehen. Bürgerinnen und Bürger sollen Vorschläge für mögliche Motive einreichen können. Neben Tieren stehen auch andere Themen wie Natur, Architektur oder kulturelle Symbole zur Diskussion.
Mit dieser offenen Debatte will die Notenbank herausfinden, welche Motive die Menschen im Vereinigten Königreich künftig auf ihren Banknoten sehen möchten.
Tradition mit prominenten Gesichtern
Seit Jahrzehnten haben britische Banknoten eine klare Tradition: Neben dem Porträt des jeweiligen Monarchen – aktuell King Charles III – zeigen sie auf der Rückseite berühmte Persönlichkeiten aus Geschichte, Wissenschaft oder Kultur.
Zu den bekanntesten Motiven gehörten etwa der Physiker Isaac Newton, die Schriftstellerin Jane Austen oder der Ökonom Adam Smith.
Symbolik statt Biografie
Sollten künftig Tiere oder Naturmotive gewählt werden, würde sich die Symbolik der Banknoten deutlich verändern. Statt einzelner Biografien würde dann stärker das Naturerbe Großbritanniens im Mittelpunkt stehen.
Beobachter sehen darin auch einen Versuch, Banknoten moderner und inklusiver zu gestalten. Naturmotive könnten breiter akzeptiert werden als die Auswahl einzelner historischer Persönlichkeiten, die oft politische oder gesellschaftliche Debatten auslösen.
Entscheidung steht noch aus
Ob tatsächlich bald Otter, Vögel oder andere Tiere die britischen Banknoten schmücken, ist jedoch noch offen. Die Bank of England befindet sich derzeit in einer frühen Phase der Diskussion.
Fest steht jedoch: Die Gestaltung von Geldscheinen bleibt nicht nur eine technische, sondern auch eine kulturelle Entscheidung – und spiegelt immer auch wider, welche Werte und Symbole eine Gesellschaft auf ihrem Geld sehen möchte.