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ÖPNV in Sachsen erneut im Warnstreik: Busverkehr in mehreren Regionen eingeschränkt

wewahn (CC0), Pixabay

Pendler in Sachsen müssen sich auch in dieser Woche auf erhebliche Einschränkungen im öffentlichen Nahverkehr einstellen. Die Gewerkschaft ver.di hat erneut zu Warnstreiks aufgerufen. Besonders betroffen ist der Busverkehr in mehreren Regionen des Freistaats.

Am Montag sind zunächst Beschäftigte der Unternehmen Regiobus Mittelsachsen und Regionalverkehr Westsachsen mit Sitz in Zwickau zum Arbeitskampf aufgerufen worden. Ziel der Gewerkschaft ist es, den Druck in den laufenden Tarifverhandlungen mit dem Arbeitgeberverband Nahverkehr Sachsen zu erhöhen.

Bereits am frühen Morgen kam es zu zahlreichen Ausfällen im Linienverkehr. Nach Angaben der Verkehrsbetriebe fallen vor allem in den Städten Döbeln und Freiberg viele Verbindungen aus. Auch im Raum Chemnitz, Limbach-Oberfrohna, Hohenstein-Ernstthal und Lichtenstein müssen Fahrgäste mit Verspätungen und gestrichenen Buslinien rechnen.

Der zuständige Gewerkschaftssekretär Sven Vogel zeigte sich mit der Beteiligung am Streik zufrieden. „Alles steht“, erklärte er am Montagmorgen und verwies darauf, dass sich zahlreiche Beschäftigte an der Arbeitsniederlegung beteiligen.

Nicht betroffen vom Warnstreik ist hingegen der Regionalbusverkehr im Raum Glauchau, Zwickau und Werdau. Dort verkehren Busse nach Angaben von Gewerkschaft und Unternehmen weiterhin regulär.

Ausweitung der Streiks auf Ostsachsen

Die Arbeitskämpfe sollen jedoch nicht auf diese Regionen beschränkt bleiben. Bereits ab Dienstag werden laut ver.di auch große Teile Ostsachsens bestreikt. Betroffen sind unter anderem die Görlitzer Verkehrsbetriebe, der Omnibusverkehr Oberlausitz, der Regionalbus Oberlausitz, DB Regio Bus Ost mit Standort Zittau sowie die Verkehrsgesellschaft Hoyerswerda.

Die Warnstreiks beginnen jeweils um 3 Uhr morgens und dauern in der Regel 24 Stunden. Während dieser Zeit kann es zu massiven Einschränkungen im Busverkehr kommen. Viele Linien werden komplett gestrichen, andere fahren nur eingeschränkt.

Die Verkehrsbetriebe empfehlen Fahrgästen daher, sich vor Fahrtantritt über aktuelle Informationen zu informieren. Auf den Webseiten der Unternehmen werden meist kurzfristig Notfahrpläne oder Hinweise zu einzelnen Linien veröffentlicht.

Tarifkonflikt im Nahverkehr spitzt sich zu

Hintergrund der Warnstreiks sind die derzeit festgefahrenen Tarifverhandlungen im sächsischen Nahverkehr. Die Gewerkschaft ver.di fordert für die Beschäftigten unter anderem höhere Löhne, bessere Arbeitsbedingungen und eine Entlastung des Personals.

Viele Fahrerinnen und Fahrer klagen über hohe Arbeitsbelastung, Schichtdienste und zunehmenden Personalmangel. Die Gewerkschaft argumentiert, dass bessere Arbeitsbedingungen notwendig seien, um mehr Menschen für den Beruf zu gewinnen.

Die Arbeitgeberseite verweist dagegen auf die schwierige wirtschaftliche Situation vieler Verkehrsunternehmen. Steigende Energiepreise, Investitionen in neue Fahrzeuge und steigende Betriebskosten belasteten die Branche bereits erheblich.

Auswirkungen auf Pendler und Schüler

Für viele Menschen in Sachsen haben die Warnstreiks direkte Folgen im Alltag. Besonders im ländlichen Raum sind Busse häufig das wichtigste Verkehrsmittel für Pendler, Schülerinnen und Schüler sowie ältere Menschen.

Fallen Linien aus, müssen Fahrgäste oft auf längere Wege, Fahrgemeinschaften oder alternative Verkehrsmittel ausweichen. In einigen Regionen versuchen die Verkehrsunternehmen zumindest einen eingeschränkten Notbetrieb aufrechtzuerhalten.

Ob es in den kommenden Wochen weitere Warnstreiks geben wird, hängt maßgeblich vom Verlauf der Tarifverhandlungen ab. Sollte es zu keiner Einigung kommen, schließt die Gewerkschaft auch eine Ausweitung der Arbeitskämpfe im Nahverkehr nicht aus.

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