Cyberangriffe auf staatliche Institutionen, Unternehmen und kritische Infrastruktur nehmen weltweit zu. Auch in Deutschland warnen Sicherheitsbehörden regelmäßig vor digitalen Attacken, die etwa von staatlichen Akteuren oder professionellen Hackergruppen ausgehen können. In der politischen Diskussion taucht deshalb immer häufiger ein Begriff auf: „Hackback“ – also ein digitaler Gegenangriff auf die Angreifer. Doch wie sinnvoll wäre eine solche Strategie und ist Deutschland dafür überhaupt gerüstet?
Was mit „Hackbacks“ gemeint ist
Unter einem Hackback versteht man einen aktiven Gegenangriff im Cyberraum. Dabei würde ein Staat nicht nur versuchen, einen Angriff abzuwehren oder Systeme zu sichern, sondern aktiv in die Infrastruktur der Angreifer eindringen. Ziel könnte etwa sein:
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Server oder Schadsoftware des Angreifers zu deaktivieren
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gestohlene Daten zurückzuholen
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die Angriffsstruktur zu sabotieren
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oder weitere Angriffe zu verhindern
Befürworter sehen darin eine Art digitale Selbstverteidigung. Kritiker warnen hingegen vor erheblichen Risiken und rechtlichen Problemen.
Schwierige Identifizierung der Angreifer
Ein zentrales Problem bei Hackbacks ist die sogenannte Attribution – also die eindeutige Identifizierung der Täter. Cyberangriffe laufen häufig über weltweit verteilte Server, sogenannte Botnetze oder gehackte Computer unbeteiligter Personen.
Selbst wenn ein Angriff technisch zurückverfolgt wird, führt die Spur oft nur zu einem kompromittierten Rechner eines Dritten. Ein Gegenangriff könnte daher leicht unbeteiligte Systeme treffen und damit internationale Konflikte auslösen.
Rechtliche Hürden
Auch rechtlich ist das Thema hochkomplex. Nach deutschem Recht dürfen staatliche Stellen bislang keine offensiven Cyberangriffe gegen fremde IT-Systeme durchführen, wenn diese sich außerhalb der eigenen Infrastruktur befinden.
Ein Hackback könnte zudem das Völkerrecht berühren, insbesondere wenn Server im Ausland betroffen sind. Ein solcher Angriff könnte als Verletzung der staatlichen Souveränität gewertet werden.
Deutschland setzt bisher auf Verteidigung
Statt offensiver Cyberoperationen konzentriert sich Deutschland bislang vor allem auf präventive und defensive Maßnahmen. Wichtige Rollen spielen dabei unter anderem:
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das Bundesamt für Sicherheit in der Informationstechnik (BSI)
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das Bundeskriminalamt
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sowie das Bundesamt für Verfassungsschutz
Diese Behörden analysieren Cyberangriffe, warnen Unternehmen und Behörden und versuchen, digitale Angriffe zu stoppen oder aufzuklären.
Parallel dazu baut auch die Bundeswehr mit ihrem Cyber- und Informationsraum Fähigkeiten zur digitalen Verteidigung aus.
Risiken einer digitalen Eskalation
Viele Experten warnen davor, dass Hackbacks zu einer Eskalationsspirale im Cyberraum führen könnten. Wenn Staaten beginnen, sich gegenseitig mit Cyberangriffen zu kontern, könnte dies schwer kontrollierbare Konflikte auslösen.
Zudem besteht die Gefahr, dass Staaten fälschlicherweise den falschen Angreifer identifizieren und dadurch politische Spannungen oder sogar internationale Krisen entstehen.
Fazit
Die Idee der Hackbacks wirkt auf den ersten Blick wie eine konsequente Antwort auf wachsende Cyberbedrohungen. In der Praxis sind jedoch technische, rechtliche und politische Hürden erheblich.
Deutschland setzt deshalb bislang vor allem auf Cyberabwehr, Prävention und internationale Zusammenarbeit. Ob sich daran künftig etwas ändert, hängt nicht zuletzt von der weiteren Entwicklung der digitalen Bedrohungslage ab.