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Studie schlägt Alarm: Über eine Million Glücksspielabhängige in Deutschland – junge Männer besonders gefährdet

jackmac34 (CC0), Pixabay

Glücksspielsucht bleibt in Deutschland ein ernstes gesellschaftliches Problem. Eine aktuelle repräsentative Untersuchung zeigt nun deutlich, dass insbesondere Männer und junge Erwachsene ein erhöhtes Risiko haben, eine glücksspielbezogene Störung zu entwickeln. Die Ergebnisse deuten darauf hin, dass mehr als eine Million Menschen in Deutschland von problematischem oder krankhaftem Glücksspiel betroffen sein könnten.

Grundlage der Erkenntnisse ist der sogenannte „Glücksspiel-Survey 2025“, eine groß angelegte Studie, für die Forschende des Institut für interdisziplinäre Sucht- und Drogenforschung gemeinsam mit der Universität Bremen mehr als 12.000 Menschen befragt haben. Die Teilnehmer im Alter zwischen 16 und 70 Jahren wurden telefonisch oder online zu ihrem Spielverhalten und möglichen Suchtsymptomen interviewt.

Männer deutlich häufiger betroffen

Ein zentrales Ergebnis der Studie ist der deutliche Unterschied zwischen den Geschlechtern. Männer entwickeln demnach wesentlich häufiger problematische Glücksspielmuster als Frauen. Während bei 3,2 Prozent der Männer Hinweise auf eine glücksspielbezogene Störung festgestellt wurden, lag der Anteil bei Frauen lediglich bei 1,1 Prozent.

Die Forschenden sprechen daher von einer etwa dreimal so hohen Suchtanfälligkeit bei Männern. Die Gründe dafür sind vielfältig. Experten vermuten unter anderem, dass Männer häufiger risikoreiche Spielangebote nutzen, höhere Einsätze tätigen und stärker zu impulsivem Verhalten neigen. Zudem zeigen frühere Studien, dass Männer häufiger Sportwetten, Online-Casinos oder Poker spielen – also Glücksspielarten mit besonders hohem Suchtpotenzial.

Junge Erwachsene besonders gefährdet

Besonders besorgniserregend sind die Ergebnisse bei jungen Erwachsenen. Laut der Studie weist die Altersgruppe der 18- bis 25-Jährigen die höchsten Risikowerte auf. In dieser Gruppe zeigen fast fünf Prozent der Befragten Symptome einer Glücksspielstörung.

Fachleute führen dies unter anderem auf mehrere Faktoren zurück. Zum einen wächst die Zahl der Online-Glücksspielangebote stetig, die rund um die Uhr verfügbar sind und besonders junge Menschen ansprechen. Zum anderen spielen soziale Medien, Werbung und Influencer-Marketing eine zunehmende Rolle bei der Popularisierung von Sportwetten und Online-Casino-Angeboten.

Hinzu kommt, dass junge Erwachsene oft über weniger finanzielle Erfahrung verfügen und gleichzeitig eine höhere Bereitschaft zeigen, Risiken einzugehen. Dadurch können Verluste schneller zu problematischem Verhalten führen.

Mehr als eine Million Betroffene in Deutschland

Rechnet man die Studienergebnisse auf die Gesamtbevölkerung hoch, ergibt sich ein alarmierendes Bild: Mehr als eine Million Menschen in Deutschland könnten an einer Glücksspielstörung leiden oder ein problematisches Spielverhalten zeigen.

Glücksspielsucht gilt als sogenannte Verhaltenssucht und kann ähnlich schwerwiegende Folgen haben wie Alkohol- oder Drogenabhängigkeit. Betroffene verlieren häufig die Kontrolle über ihr Spielverhalten, setzen immer höhere Beträge ein und geraten nicht selten in finanzielle Schwierigkeiten. Verschuldung, familiäre Konflikte, psychische Belastungen und soziale Isolation sind typische Begleiterscheinungen.

Experten fordern mehr Prävention

Angesichts der Zahlen sehen Suchtforscher und Präventionsexperten weiterhin großen Handlungsbedarf. Sie fordern mehr Aufklärung über die Risiken des Glücksspiels, strengere Kontrollen bei Online-Angeboten und frühzeitige Hilfsangebote für gefährdete Gruppen.

Vor allem junge Menschen müssten besser über mögliche Gefahren informiert werden, bevor sich problematische Spielmuster verfestigen. Präventionsprogramme an Schulen, Universitäten und in digitalen Medien könnten dabei eine wichtige Rolle spielen.

Der Glücksspiel-Survey zeigt damit deutlich: Trotz regulatorischer Maßnahmen und wachsender Aufmerksamkeit bleibt Glücksspielsucht ein relevantes gesellschaftliches Thema – insbesondere für junge Männer, die laut Studie weiterhin die größte Risikogruppe darstellen.

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