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Tanktourismus nach Polen sorgt für Streit – Politiker diskutieren über Sprit-Limits für Deutsche

Kaufdex (CC0), Pixabay

Der starke Anstieg der Spritpreise in Europa treibt derzeit viele Autofahrer aus Deutschland zum Tanken über die Grenze nach Polen. Besonders deutlich zeigt sich das im Grenzort Świnoujście (Swinemünde) auf der Insel Usedom. Seit den jüngsten Spannungen im Nahen Osten und den Angriffen auf den Iran ist der sogenannte Tanktourismus stark angestiegen.

Während Autofahrer im deutschen Heringsdorf teilweise mehr als 2,07 Euro pro Liter Diesel zahlen müssen, kostet derselbe Kraftstoff im polnischen Świnoujście nur etwa 1,38 Euro pro Liter. Auch Benzin ist deutlich günstiger: Super E10 liegt dort bei rund 1,33 Euro, während in Deutschland etwa 2,10 Euro verlangt werden.

Bei einer Tankfüllung von 50 Litern können Autofahrer so über 30 Euro sparen – ein Preisunterschied, der viele Deutsche zum Grenzübertritt bewegt.

Lange Schlangen an den Zapfsäulen

Der große Andrang führt mittlerweile zu langen Warteschlangen an polnischen Tankstellen. Besonders an Stationen des staatlichen Mineralölkonzerns PKN Orlen herrscht reger Betrieb.

Nach Angaben örtlicher Behörden kommen inzwischen die meisten Kunden aus Deutschland. Viele Fahrer nutzen den Preisunterschied nicht nur zum Tanken ihres Autos, sondern füllen zusätzlich mehrere Kanister mit Treibstoff.

Engpässe und geschlossene Tankstellen

Die Situation sorgt zunehmend für Spannungen vor Ort. In einigen Fällen mussten Tankstellen sogar vorübergehend schließen, weil ihre Kraftstoffvorräte erschöpft waren.

Die Stadtverwaltung von Świnoujście bestätigt einen deutlich erhöhten Andrang seit dem vergangenen Wochenende. Stadtsprecher Wojciech Basałygo erklärte, dass der Kraftstoffpreis auf der deutschen Seite der Insel Usedom durchschnittlich um mehr als zwei Złoty (etwa 0,47 Euro) pro Liter höher liege.

Forderung nach Tank-Limit für ausländische Autofahrer

Angesichts der Engpässe fordert die Stadtpräsidentin von Świnoujście, Joanna Agatowska, eine Diskussion über mögliche Einschränkungen. Ihrer Ansicht nach gehe es inzwischen nicht mehr nur um hohe Preise, sondern auch um die Verfügbarkeit von Treibstoff für Einheimische.

Ein möglicher Ansatz könnte ein Limit für Tankmengen sein – etwa für Autofahrer aus dem Ausland oder für das Befüllen zusätzlicher Kanister.

Hintergrund: steigende Ölpreise durch geopolitische Spannungen

Die aktuellen Preisunterschiede hängen auch mit der Entwicklung auf den internationalen Energiemärkten zusammen. Der Konflikt im Nahen Osten hat die Rohölpreise steigen lassen und damit auch die Kraftstoffpreise in vielen europäischen Ländern nach oben getrieben.

Gleichzeitig wirken nationale Faktoren wie Steuern, Wettbewerb zwischen Tankstellen und Preisstrategien der Mineralölkonzerne unterschiedlich stark auf die Endpreise an der Zapfsäule.

Tanktourismus bleibt ein wiederkehrendes Phänomen

Grenzüberschreitendes Tanken ist in Europa kein neues Phänomen. Immer dann, wenn Preisunterschiede zwischen Nachbarländern besonders groß werden, steigt der sogenannte Tanktourismus deutlich an.

Für Regionen wie die deutsch-polnische Grenzregion rund um Usedom bedeutet das einerseits zusätzliche Umsätze für Tankstellen, andererseits aber auch Verkehrsprobleme, lange Warteschlangen und gelegentliche Versorgungslücken.

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