Beim Autobauer Volkswagen AG scheint man derzeit eine alte Erkenntnis neu zu entdecken: Wirtschaft kann auch mal schwieriger werden. Der Konzern meldete für das Jahr 2025 einen Gewinneinbruch von rund 44 Prozent. Unterm Strich bleiben noch 6,9 Milliarden Euro, nachdem im Jahr zuvor 12,4 Milliarden Euro verdient wurden.
Damit erreicht Volkswagen das schwächste Ergebnis seit dem Volkswagen Diesel-Skandal im Jahr 2015 – ein Ereignis, das in Wolfsburg bekanntlich ebenfalls für eine gewisse Unruhe gesorgt hatte.
Auch der Umsatz zeigt leichte Schwäche: Die Erlöse gingen um 0,8 Prozent auf knapp 322 Milliarden Euro zurück. Für einen Konzern dieser Größenordnung ist das zwar kein Weltuntergang – aber doch ein deutlicher Hinweis darauf, dass das Geschäft nicht mehr ganz so reibungslos läuft wie in den guten Jahren.
Absatz leicht gesunken – fast neun Millionen Autos verkauft
Beim Absatz zeigt sich ein ähnliches Bild. Der Konzern verkaufte im vergangenen Jahr knapp neun Millionen Fahrzeuge weltweit, ein Rückgang von 0,5 Prozent gegenüber dem Vorjahr.
Für ein Unternehmen, das Autos im industriellen Maßstab produziert, klingt das zunächst nicht dramatisch. Doch im globalen Wettbewerb können selbst kleine Rückgänge schnell große Auswirkungen auf Gewinne und Margen haben.
Immerhin konnte Volkswagen im letzten Quartal des Jahres wieder etwas Boden gutmachen. Nachdem die ersten neun Monate eher durchwachsen verliefen, zeigte sich zum Jahresende zumindest ein kleiner Hoffnungsschimmer.
China schwächelt – Nordamerika auch
Besonders schwierig bleibt für Volkswagen das Geschäft in China – ausgerechnet auf einem Markt, der jahrelang als Goldgrube für deutsche Autobauer galt.
Die Konkurrenz durch chinesische Hersteller, vor allem im Bereich Elektroautos, wächst rasant. Während deutsche Konzerne noch an Softwareproblemen und Plattformstrategien arbeiten, bringen lokale Anbieter regelmäßig neue Modelle auf den Markt – oft günstiger und schneller.
Auch in Nordamerika lief es für Volkswagen nicht rund. Dort verkaufte der Konzern zwölf Prozent weniger Fahrzeuge als im Vorjahr. Eine Rolle spielen laut Unternehmen auch US-Zölle, die das Geschäft zusätzlich erschweren.
Porsche schwächelt – Luxus läuft nicht immer
Schwächere Zahlen lieferte außerdem die Sportwagen-Tochter Porsche AG. Ausgerechnet die Marke, die lange als besonders profitabel galt, konnte zuletzt nicht mehr so stark zum Konzernergebnis beitragen.
Das zeigt einmal mehr, dass selbst Luxusmarken nicht vollständig immun gegen wirtschaftliche Unsicherheiten sind – auch wenn ein Porsche bekanntlich schneller beschleunigt als so mancher Börsenkurs.
Ein Lichtblick: Europa und die Kernmarke
Ganz ohne positive Nachrichten wollte Volkswagen die Bilanz allerdings nicht präsentieren. Die Kernmarke VW entwickelte sich vergleichsweise stabil. Vor allem in Europa konnte der Konzern zulegen.
Doch auch hier gilt: Was auf einem Kontinent gewonnen wird, kann auf einem anderen schnell wieder verloren gehen. Die Rückgänge in China und Nordamerika waren am Ende deutlich stärker als die europäischen Zuwächse.
Die Branche im Dauerumbau
Der Gewinneinbruch zeigt zugleich, in welchem Umbruch sich die Automobilindustrie befindet. Elektrifizierung, Digitalisierung, neue Wettbewerber und geopolitische Spannungen verändern das Geschäft grundlegend.
Während früher vor allem Motorleistung und Design entscheidend waren, spielen heute zunehmend Software, Batterietechnologie und globale Lieferketten eine zentrale Rolle.
Für Volkswagen bedeutet das: Milliardeninvestitionen in neue Technologien – bei gleichzeitig wachsendem Druck auf die Gewinne.
Wolfsburg zwischen Realität und Transformation
Der Gewinneinbruch dürfte im Konzern also für einige Diskussionen sorgen. Schließlich ist Volkswagen nicht irgendein Hersteller, sondern einer der größten Autobauer der Welt.
Dass selbst ein Gigant wie VW nicht immun gegen geopolitische Konflikte, Handelszölle oder wachsende Konkurrenz ist, zeigt sich nun deutlich.
Oder, etwas nüchterner formuliert:
Selbst bei fast sieben Milliarden Euro Gewinn kann man feststellen, dass die Zeiten einfacher waren – zumindest für Volkswagen