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2,50 Euro pro Liter? Wer an der Zapfsäule wirklich kassiert

planet_fox (CC0), Pixabay

Autofahrer sollen sich offenbar langsam an neue Preisdimensionen gewöhnen. Der Sprecher des Tankstelleninteressenverbandes, Herbert Rabl, hält im Gespräch mit Medien sogar 2,50 Euro pro Liter Benzin für möglich. Doch während die Preise an der Zapfsäule immer weiter steigen, stellt sich eine entscheidende Frage: Wer verdient eigentlich wirklich daran?

Tankstellenpächter jedenfalls kaum. Ihr Anteil am Literpreis liegt oft nur bei wenigen Cent. Sie verkaufen den Kraftstoff im Auftrag der großen Mineralölkonzerne und müssen die Preise übernehmen, die ihnen vorgegeben werden. Für viele Betreiber bedeutet das: Sie stehen an der Front und kassieren den Ärger der Kunden – verdienen aber am Preissprung kaum mit.

Ganz anders sieht es in der Lieferkette davor aus. Dort sitzen die großen Ölkonzerne und Händler, die den Kraftstoffpreis bestimmen. Laut Tankstellenverband wird dort genau beobachtet, welche Preise der Markt akzeptiert. Wenn sich ein höheres Niveau durchsetzen lässt, bleibt es oft bestehen – auch dann, wenn der Ölpreis zwischenzeitlich wieder fällt.

Ein Beispiel dafür liefert die aktuelle Entwicklung: Der Rohölpreis war zuletzt von etwa 88 Dollar auf über 100 Dollar pro Barrel gestiegen, ist inzwischen aber wieder unter diese Marke gefallen. An den Tankstellen kommt diese Entspannung bislang kaum an. Die Preise bleiben weiterhin um die Zwei-Euro-Marke – oder darüber.

Der Verband spricht deshalb von einem System, bei dem Preiserhöhungen schnell umgesetzt werden, Preissenkungen jedoch deutlich langsamer folgen. Sobald es geopolitische Spannungen, Krisen oder andere Gründe gibt, steigen die Preise. Beruhigt sich die Lage, bleiben sie oft lange hoch.

Auffällig ist dabei auch der Blick ins Ausland. In Ländern wie Polen, Tschechien oder Österreich ist der Sprit deutlich günstiger – teilweise rund 30 bis 60 Cent pro Liter. Dabei sind diese Länder von denselben globalen Ölpreisen betroffen. In Österreich gibt es allerdings eine Besonderheit: Dort dürfen Mineralölkonzerne den Spritpreis nur einmal am Tag erhöhen, danach aber beliebig senken. Das soll extreme Preisschwankungen verhindern.

Der Tankstelleninteressenverband fordert deshalb ähnliche Regeln auch für Deutschland. Denn derzeit gilt hier ein System, bei dem Preise mehrfach täglich nach oben angepasst werden können.

Für Autofahrer bleibt am Ende vor allem eine Erkenntnis: Der größte Teil des Literpreises besteht ohnehin aus Steuern und Abgaben, während der Rest entlang einer komplexen Lieferkette verteilt wird. Wer genau wie viel verdient, bleibt für Verbraucher oft schwer nachvollziehbar.

Klar ist nur: Wenn der Preis an der Zapfsäule steigt, spüren es zuerst die Autofahrer – und die Tankstellenbetreiber bekommen den Frust ab. Wer im Hintergrund wirklich kassiert, bleibt für viele jedoch eine offene Frage.

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