Die zunehmende Gewalt gegen Beschäftigte im öffentlichen Verkehr sorgt offenbar für wachsende Unzufriedenheit bei der Deutschen Bahn. Einer Umfrage der Eisenbahn- und Verkehrsgewerkschaft (EVG) zufolge denkt fast jeder dritte Bahnmitarbeiter über eine Kündigung nach.
Wie das Redaktionsnetzwerk Deutschland berichtet, sind viele Beschäftigte vor allem wegen aggressiver Übergriffe und Bedrohungen im Arbeitsalltag belastet. Besonders betroffen sind Mitarbeitende mit direktem Kundenkontakt, etwa Zugbegleiter oder Servicekräfte.
Die Zahlen der Umfrage zeichnen ein deutliches Bild: Rund die Hälfte der Befragten gab an, bereits einen körperlichen Übergriff erlebt zu haben. Noch häufiger sind verbale Attacken. Etwa 85 Prozent der Mitarbeitenden berichten, schon einmal beschimpft, beleidigt oder bedroht worden zu sein.
Die Gewerkschaft sieht darin ein ernstes Problem für den öffentlichen Nah- und Fernverkehr. Wenn immer mehr Beschäftigte aus Angst oder Frust über ihre Arbeit nachdenken, könnte sich der ohnehin bestehende Personalmangel weiter verschärfen.
Die EVG fordert deshalb stärkere Maßnahmen zum Schutz der Beschäftigten – etwa mehr Sicherheitspersonal, konsequentere Strafverfolgung bei Angriffen und bessere Unterstützung für betroffene Mitarbeiter. Nur so lasse sich verhindern, dass noch mehr Fachkräfte dem Bahnverkehr den Rücken kehren.