1) Investment-These aus Anlegersicht
Der Fonds ist im Kern ein aktiv gemanagter “Aktienfonds mit Airbag”: Er investiert überwiegend über Zielfonds (80,33%) und ergänzt dies durch europäische Einzeltitel (14,36%). Das Risikomanagement stützt sich ausdrücklich auf Absicherungsstrategien (u. a. Protective Puts) und börsengehandelte Indexderivate, um in Stressphasen Verluste zu dämpfen – akzeptiert dafür aber tendenziell eine geringere Partizipation in starken Aktienmärkten.
Für Anleger bedeutet das: eher “Rendite mit Risikobegrenzung” als “maximale Aktienquote/Benchmark-Jagd” (es gibt keine Benchmark).
2) Ergebnis & Wachstum: Performance plus Mittelzufluss
Wertentwicklung (BVI, ohne Ausgabeaufschlag): +6,47% im Zeitraum 01.11.2024–31.10.2025.
Fondsvermögen stieg von 27,60 Mio. EUR auf 32,83 Mio. EUR (≈ +19%). Das Plus kommt aus:
Netto-Mittelzufluss: +3,83 Mio. EUR
Jahresergebnis: +2,01 Mio. EUR
Abzüglich Ausschüttung Vorjahr: -0,59 Mio. EUR
Interpretation: Das Wachstum ist nicht nur Marktbewegung, sondern auch Vertriebs-/Investorenwachstum. Das ist grundsätzlich positiv (Skaleneffekte möglich), erhöht aber auch die Erwartung an stabile Umsetzbarkeit der Strategie bei weiterem Volumenanstieg.
3) Portfolio-Positionierung: deutlich “fonds-lastiger” und defensiver als im Vorjahr
Die Allokation hat sich klar verschoben:
Aktienquote: 35,42% → 14,36% (deutlich reduziert)
Investmentanteile (Zielfonds): 62,25% → 80,33% (stark erhöht)
Liquidität: 1,62% → 5,04% (höhere Reserve)
Derivate/Optionen: sehr klein (0,29%), aber strategisch wichtig (Hedge)
Aus Anlegersicht ist das ein Signal: mehr “Strategie-Bausteine” über interne/nahe Zielfonds, weniger direkte Einzeltitel-Exposure. Damit hängt die Qualität der Rendite stark von Zielfondsauswahl, Timing und Absicherungsdisziplin ab.
4) Zielfonds-Konzentration: Kern kommt aus HMT-Strategiefonds
Die Zielfonds bilden den Hauptmotor (80,33%). Größte Bausteine (Anteil am Fondsvermögen):
HMT Euro Aktien VolControl: 19,23%
HMT Euro Aktien Protect ESG: 14,94%
HMT Global Optimal Dynamics: 10,66%
HMT Global Aktien Infrastruktur: 9,71%
HMT Euro Aktien Seasonal: 9,55%
HMT Aktien Value Protect ESG: 6,96%
weitere Protect/LongShort-Bausteine um 4–5%
Bewertung:
Pro: klare “Multi-Strategie”-Architektur (VolControl/Protect/Seasonal/LongShort), passend zur Zielsetzung „Abfederung in Krisenphasen“.
Contra: Anleger tragen zusätzliche Komplexität (Strategie-Mix, mögliche Überschneidungen, Timing-Risiko). Außerdem entstehen Kosten auf Zielfondsebene, die nicht 1:1 in der ausgewiesenen Gesamtkostenquote enthalten sind (diese bezieht sich auf Fondsebene).
5) Einzeltitel: europäische Large Caps, keine Klumpen
Die Direktaktien sind breit über Europa gestreut, mit eher kleinen Einzelgewichten. Größere Positionen sind u. a. ASML (~1,26%), SAP (~0,81%), Allianz/Siemens (~0,7%); insgesamt wirkt das diversifiziert.
Währungsrisiko scheint begrenzt, da Investmentanteile komplett in EUR ausgewiesen sind und bei Aktien nur wenige Nicht-EUR-Notierungen auffallen (z. B. CRH).
6) Absicherung & Risikokennzahlen: niedriges VaR, geringe Hebelwirkung
Es werden DAX-Puts (Strike 21.000) gehalten, Laufzeiten bis März/Juni 2026 – kleine Bilanzposition (0,29%), aber als Tail-Risk-Hedge relevant. (Eurex Deutschland / DAX)
VaR (99%, 1 Tag, historische Simulation): Ø 1,54%, Spanne 1,03% bis 2,18%
Durchschnittliche Hebelwirkung: 1,00 (praktisch kein struktureller Leverage)
Interpretation: Das Risikoprofil ist klar moderater als bei vielen reinen Aktienfonds. Für sicherheitsorientierte Anleger ist das ein Plus – für renditeorientierte Anleger kann es in Bullenmärkten „zu defensiv“ sein.
7) Ertrag, Ausschüttung, “Qualität” der Rendite
Ergebnis des Geschäftsjahres: +6,71 EUR je Anteil (Summe aus realisiert + nicht realisiert).
Ausschüttung: 3,30 EUR je Anteil. Bei einem Anteilwert von 109,62 EUR entspricht das grob ~3,0% Ausschüttungsrendite (nur als Näherung; exakter Effekt hängt vom Kaufzeitpunkt/Steuern ab).
Ordentlicher Nettoertrag ist positiv (Dividenden, Fonds-Erträge, Zinsen auf Liquidität), was für die Strategiegesundheit spricht.
Wichtig: Ein Teil der Ausschüttungsbasis kommt aus „Vortrag“ und „Zuführung aus dem Sondervermögen“ (technische Komponente der Ausschüttungsmechanik). Das ist nicht automatisch schlecht, aber Anleger sollten verstehen: Ausschüttung ist nicht gleich “nur laufende Erträge”.
8) Kosten & Umsetzung
Gesamtkostenquote (ohne Transaktionskosten): 1,08% p.a.
Transaktionskosten: 33.105 EUR (bezogen auf ~33 Mio. Fondsgröße ≈ 0,10% Größenordnung)
Für einen aktiven, abgesicherten Multi-Baustein-Ansatz ist 1,08% auf Fondsebene nicht ungewöhnlich. Dennoch gilt: Die tatsächliche “All-in”-Kostenlast hängt auch an den Zielfonds (deren laufende Gebühren existieren zusätzlich, auch wenn sie hier transparent aufgeführt sind).
9) Governance, Prüfung, ESG-Einstufung
Der Jahresbericht wurde mit uneingeschränktem Prüfungsurteil testiert. (KPMG AG Wirtschaftsprüfungsgesellschaft)
Nachhaltigkeit: Artikel-6-Produkt (kein Artikel 8/9), PAI nur auf Gesellschaftsebene berücksichtigt, nicht verbindlich auf Fondsebene. Für ESG-fokussierte Anleger ist das ein klarer Hinweis: ESG ist kein Produktkernversprechen.
Fazit: Für wen passt der Fonds – und welche Fragen bleiben?
Passt gut für Anleger, die:
Aktienrendite suchen, aber Drawdowns begrenzen wollen,
eine multi-strategische, aktiv gesteuerte Lösung ohne feste Benchmark akzeptieren,
mit fondsbasierter Umsetzung (Zielfonds als Kern) leben können.