Noch ist kein einziges Flugzeug von Fischer Air in Deutschland gestartet. Keine Maschine hob ab, kein regulärer Flugbetrieb wurde aufgenommen – trotz vollmundiger Ankündigungen und ambitionierter Pläne. Dennoch sind bereits Tickets verkauft worden. Für viele Kunden stellt sich nun bange die Frage: Was geschieht mit ihrem Geld?
Jetzt spitzt sich die Lage weiter zu. Nach einer Anzeige der Arbeitsagentur ermittelt die Staatsanwaltschaft gegen den Unternehmer Václav Fischer. Die Behörde sucht nach dem 71-Jährigen. Hintergrund sind offenbar Unregelmäßigkeiten im Zusammenhang mit dem Unternehmen Fischer Air.
Große Pläne, keine Starts
Fischer Air war mit dem Anspruch angetreten, den deutschen Markt aufzumischen. Die neue Airline versprach attraktive Verbindungen und günstige Preise. Doch zwischen Ankündigung und Umsetzung klafft bislang eine erhebliche Lücke: Weder sind Flugzeuge im regulären Einsatz noch wurden angekündigte Strecken bedient.
Gleichzeitig sollen bereits Tickets verkauft worden sein. Branchenbeobachter sprechen von einem riskanten Vorgehen – insbesondere dann, wenn operative Strukturen und Genehmigungen noch nicht vollständig gesichert sind.
Anzeige der Arbeitsagentur
Auslöser der aktuellen Entwicklung ist eine Anzeige der Arbeitsagentur. Details zu den konkreten Vorwürfen sind bislang nicht öffentlich bekannt. Nach Informationen aus Ermittlerkreisen geht es um mögliche Unregelmäßigkeiten im Zusammenhang mit arbeitsrechtlichen oder sozialversicherungsrechtlichen Verpflichtungen.
Die Staatsanwaltschaft prüft nun den Sachverhalt. Ob es zu einem Haftbefehl oder weiteren strafrechtlichen Schritten kommt, ist derzeit offen.
Verunsicherte Kunden
Für Ticketkäufer steht vor allem die Frage im Raum, ob und wie sie ihr Geld zurückerhalten. Verbraucherschützer raten in solchen Fällen dazu, Zahlungsbelege zu sichern und sich frühzeitig an Kreditkartenunternehmen oder Zahlungsdienstleister zu wenden, um mögliche Rückbuchungen zu prüfen.
Solange keine Flüge stattfinden und die Zukunft der Airline unklar bleibt, dürfte das Vertrauen weiter schwinden. Die ambitionierte Gründung droht zur wirtschaftlichen und juristischen Bruchlandung zu werden – noch bevor das erste Flugzeug überhaupt abgehoben ist.