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Betrüger fälschen TikTok-Account von Benediktinerinnen – Kloster warnt vor Spendenaufrufen

TheDigitalArtist (CC0), Pixabay

Unbekannte haben auf der Plattform TikTok einen gefälschten Account der Osnabrücker Benediktinerinnen erstellt und dort gezielt um Spenden gebeten. Die Ordensfrauen betonen: Sie selbst rufen auf ihrem Social-Media-Kanal nicht zu Geldüberweisungen auf – und warnen eindringlich vor der Masche.

„Moin zusammen! Folgendes Problem: Wir haben festgestellt, dass es einen Fake-Account von uns gibt“, erklärt eine Benediktinerin in einem Video auf dem offiziellen Kanal des Bistum Osnabrück. Auf dem gefälschten Profil seien Videos der Nonnen zu sehen gewesen – offenbar kopiert und neu hochgeladen. Zusätzlich hätten die Betreiber Nutzerinnen und Nutzer direkt angeschrieben und um Spenden für das Kloster gebeten.

Wer bereits Geld überwiesen habe, solle umgehend seine Bank kontaktieren und versuchen, die Zahlung zu stoppen oder zurückzuholen, raten die Verantwortlichen.

Hinweise aus der Community

Auf den Betrug aufmerksam wurde das Bistum durch seine eigene Community. Mehrere User meldeten sich, nachdem sie Nachrichten von dem Fake-Account erhalten hatten. Darin sei teils persönlich formuliert um Unterstützung gebeten worden.

Der Social-Media-Beauftragte Urs von Wulfen berichtet von unterschiedlichen Reaktionen: Manche hätten irritiert nachgefragt, ob die Nonnen nun aktiv um Geld bitten würden. Andere hätten sich verärgert gezeigt. „Und wieder andere haben sofort gemerkt: Das passt nicht zu euch“, sagt von Wulfen. Diese Hinweise hätten letztlich den entscheidenden Anstoß gegeben, den Account zu überprüfen und zu melden.

Vertrauensmissbrauch mit System

Besonders perfide sei, dass die Betrüger offenbar gezielt mit dem Vertrauensvorschuss spielten, den die Benediktinerinnen bei ihren Followern genießen. Der echte TikTok-Kanal bietet Einblicke in das klösterliche Leben, spirituelle Impulse und persönliche Gedanken aus dem Alltag der Ordensgemeinschaft.

„Für viele Menschen ist unser Kanal eine kleine Insel“, sagt Schwester Judit. „Ein Ort, an dem sie Inspiration und Seelenwärme finden.“ Gerade diese positive, persönliche Atmosphäre mache den Missbrauch so schmerzhaft. Wer den Nonnen folge, tue dies meist aus Sympathie oder spirituellem Interesse – nicht selten bestehe über Monate oder Jahre hinweg eine digitale Verbundenheit.

Dass Kriminelle dieses Vertrauen ausnutzen, sei ein Angriff auf die Glaubwürdigkeit – und auf die emotionale Bindung zwischen Kloster und Community.

Schnelle Reaktion – Account gelöscht

Der gefälschte Account ist inzwischen nicht mehr erreichbar. Laut Schwester Judit hatten zahlreiche Follower das Profil gemeldet. Offenbar reagierte TikTok zeitnah und löschte das Konto.

Der Fall reiht sich ein in eine wachsende Zahl von Identitätsdiebstählen in sozialen Netzwerken. Immer wieder erstellen Betrüger täuschend echte Profile von Prominenten, Institutionen oder gemeinnützigen Organisationen, um an Geld oder persönliche Daten zu gelangen. Oft werden Originalbilder und -videos verwendet, um Authentizität vorzutäuschen.

So können sich Nutzer schützen

Das Bistum rät zu besonderer Vorsicht bei Geldforderungen über soziale Medien:

  • Profil genau prüfen: Ist der Account verifiziert? Seit wann existiert er?

  • Nachrichten kritisch hinterfragen: Seriöse Organisationen fordern selten per Direktnachricht zu spontanen Überweisungen auf.

  • Offizielle Kanäle nutzen: Im Zweifel über die bekannte Website oder das Impressum Kontakt aufnehmen.

  • Verdächtige Profile melden: Plattformen bieten entsprechende Meldefunktionen an.

Die Benediktinerinnen selbst wollen sich von dem Vorfall nicht entmutigen lassen. Ihr Ziel bleibe es, „Hoffnung und Zuversicht in den digitalen Raum zu tragen“. Gleichzeitig hoffen sie, dass der Vorfall das Bewusstsein für digitale Betrugsmaschen schärft.

„Wenn euch etwas komisch vorkommt, fragt lieber einmal mehr nach“, so die klare Botschaft aus dem Kloster. Vertrauen sei wertvoll – im echten wie im digitalen Leben.

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