Die Zahl rechts motivierter Gewalttaten in Deutschland ist 2025 erneut gestiegen. Nach vorläufigen Angaben wurden bundesweit 1521 Fälle politisch motivierter Gewalt aus dem rechten Spektrum registriert. Das sind gut zwei Prozent mehr als 2024 (1488 Fälle). Verglichen mit 2023 (1270 Fälle) ergibt sich sogar ein Anstieg um knapp 20 Prozent innerhalb von zwei Jahren.
Damit wurden im Schnitt mehr als vier rechts motivierte Gewalttaten pro Tag erfasst.
Vorläufige Zahlen – Änderungen möglich
Die Bundesregierung weist darauf hin, dass sich die Statistik noch verändern kann. Meldungen aus den Bundesländern gehen teils zeitverzögert beim Bundeskriminalamt ein. Zudem wird die politische Motivation mancher Taten erst im Nachhinein eindeutig zugeordnet.
Die Gesamtzahl aller rechts motivierten Straftaten – also inklusive Propagandadelikten oder Volksverhetzung – lag 2025 bei 41.072 Fällen. Das entspricht einem leichten Rückgang von rund vier Prozent gegenüber dem Vorjahr. Ob dieser Rückgang nach Nachmeldungen Bestand hat, bleibt offen.
Was zählt als Gewaltdelikt?
Zu den erfassten Gewalttaten gehören unter anderem:
- Tötungsdelikte (auch versuchte)
- Körperverletzungen
- Landfriedensbruch
- gefährliche Eingriffe in den Straßenverkehr
- Freiheitsberaubung
- Widerstandsdelikte
Für die letzten drei Monate 2025 meldete die Bundesregierung jeweils im Oktober und Dezember ein rechts motiviertes versuchtes Tötungsdelikt.
Politische Reaktionen
Die Linksfraktion hatte die Zahlen abgefragt und wirft der Bundesregierung eine Verharmlosung des Problems vor. Der innenpolitische Sprecher Ferat Kocak erklärte, rechte Gewalt eskaliere weiter, während die Regierung nicht entschieden genug gegensteuere. Er fordert unter anderem:
- eine dauerhafte Finanzierung von Opferberatungsstellen
- langfristige Förderung von Projekten gegen Rechtsextremismus
Rechtsterroristische Strukturen im Fokus
Im Mai war die Bundesanwaltschaft gegen eine mutmaßlich rechtsterroristische Gruppe namens „Letzte Verteidigungswelle“ vorgegangen. Die Gruppe soll laut Ermittlern Anschläge auf Asylunterkünfte und linke Einrichtungen geplant haben, um einen Zusammenbruch des demokratischen Systems herbeizuführen. Die Beschuldigten waren zum Zeitpunkt der Razzien zwischen 14 und 21 Jahre alt.
Insgesamt zeigt der Trend: Auch wenn die Gesamtzahl rechts motivierter Straftaten leicht zurückging, nimmt die Zahl der Gewaltdelikte weiter zu – und liegt deutlich über dem Niveau von vor zwei Jahren.