Ein schockierender Fall von Sozialbetrug hat Ermittler in Bayern beschäftigt: Eine Frau soll über Jahre hinweg die Rente ihrer verstorbenen Mutter kassiert haben, während die Leiche im Keller des gemeinsamen Hauses lag. Aufgedeckt wurde der Fall erst durch einen ungewöhnlichen Anlass – einen geplanten Geburtstagsbesuch des Bürgermeisters.
Nach bisherigen Erkenntnissen sollte die vermeintlich noch lebende Seniorin zu einem runden Geburtstag offiziell geehrt werden. Als die Gemeinde versuchte, Kontakt zu der hochbetagten Frau aufzunehmen, ergaben sich jedoch Unstimmigkeiten. Die Nachforschungen führten schließlich zu einer Kontrolle des Wohnhauses – und dort machten die Behörden die erschütternde Entdeckung: Im Keller befand sich der mumifizierte Leichnam der Frau, die bereits seit Jahren tot gewesen sein dürfte.
Die Tochter, selbst bereits 82 Jahre alt, hatte in dieser Zeit offenbar weiterhin die Rentenzahlungen erhalten. Ermittler gehen davon aus, dass so über einen längeren Zeitraum erhebliche Summen unrechtmäßig bezogen wurden. Die genaue Höhe des Schadens wird derzeit noch berechnet.
Die Beschuldigte lebt inzwischen nicht mehr im Haus, sondern befindet sich in einer Fachklinik. Gegen sie wird wegen Betrugs ermittelt. Auch die genauen Todesumstände der Mutter sowie die Frage, seit wann der Tod tatsächlich zurückliegt, werden im Rahmen der laufenden Untersuchungen geklärt.
Der Fall sorgt in der Region für großes Aufsehen – nicht nur wegen der ungewöhnlichen Umstände, sondern auch, weil er zeigt, wie lange Sozialbetrug in Einzelfällen unentdeckt bleiben kann, wenn persönliche Kontakte und behördliche Prüfungen ausbleiben.