Die jüngsten Enthüllungen im Zusammenhang mit dem verstorbenen Sexualstraftäter Jeffrey Epstein sorgen erneut für erhebliche Unruhe innerhalb des britischen Königshauses. Erstmals haben sich nun Prinz William und Prinzessin Catherine öffentlich zu der Affäre geäußert. In einer kurzen, aber deutlichen Erklärung ließen die Prinzessin und der Prinz von Wales mitteilen, sie seien „zutiefst besorgt“ über die fortlaufenden Enthüllungen. Ihr Fokus liege dabei klar auf den Opfern.
Die Stellungnahme wurde über einen Sprecher des Kensington-Palasts verbreitet und erschien vor dem Hintergrund neu veröffentlichter US-Dokumente, die alte Vorwürfe gegen Andrew Mountbatten-Windsor erneut in den Mittelpunkt rücken. Auch wenn William und Catherine weder Epstein noch Andrew oder dessen frühere Ehefrau Sarah Ferguson namentlich erwähnten, gilt das Statement als bemerkenswert. Es ist das erste Mal, dass sich das Thronfolgerpaar öffentlich zur Affäre äußert.
Der Zeitpunkt der Erklärung ist nicht zufällig gewählt. Prinz William bereitete sich gerade auf eine diplomatisch wichtige Auslandsreise nach Saudi-Arabien vor. Beobachter werten das Statement auch als Versuch, zu zeigen, dass die Royals die Tragweite der Enthüllungen erkennen und sich der öffentlichen Debatte nicht entziehen. Gleichzeitig sollte damit wohl der Weg frei gemacht werden, den Fokus wieder auf Williams offizielle Aufgaben zu lenken.
Dennoch dürfte die Erklärung nicht ausreichen, um alle Fragen rund um den Umgang der Königsfamilie mit dem Andrew-Skandal zu beenden. Andrew Mountbatten-Windsor stand über Jahre hinweg in engem Kontakt mit Epstein, selbst nachdem dieser 2008 wegen eines Sexualdelikts an einer Minderjährigen verurteilt worden war. Zwar entschuldigte sich Andrew später für diese Verbindung, bestreitet jedoch bis heute jegliches Fehlverhalten.
Die neuen Dokumente aus den USA erhöhen den Druck weiter. Sie enthalten unter anderem Fotos, die Andrew in kompromittierenden Situationen zeigen sollen, sowie E-Mails aus dem Umfeld von Ghislaine Maxwell, die die Echtheit eines bekannten Bildes mit Virginia Giuffre bestätigen könnten. Giuffre hatte Andrew beschuldigt, sie als Minderjährige sexuell missbraucht zu haben. Andrew bestreitet dies und einigte sich 2022 außergerichtlich mit ihr – ohne Schuldeingeständnis.
Zusätzlich prüft die britische Polizei derzeit neue Vorwürfe einer weiteren Frau, die angibt, von Epstein zu einem sexuellen Treffen mit Andrew nach Großbritannien geschickt worden zu sein. Parallel dazu legen E-Mails nahe, dass Andrew vertrauliche Informationen aus seiner Zeit als Handelsgesandter an Epstein weitergegeben haben könnte.
Vor diesem Hintergrund wirkt die Stellungnahme von William und Catherine wie ein bewusstes Signal: Distanz zu den Vorwürfen, Mitgefühl mit den Opfern und der Versuch, die Zukunft der Monarchie klar vom Schatten vergangener Skandale abzugrenzen.