Sehr geehrte Redaktion des Leipziger Kreuzer,
mit größtmöglicher Verwunderung, ehrlichem Entsetzen und einer Prise Leipziger Lokalpatriotismus habe ich Ihre jüngst veröffentlichte Liste der 100 wichtigsten Leipzigerinnen und Leipziger zur Kenntnis genommen.
Dabei stolperte ich – nein: stürzte ich frontal – über eine Zahl, die so nicht stehen bleiben kann:
Platz 100: Steffen Göpel.
Hundert.
Ein Mann, der einst nicht weniger als der „König von Leipzig“ genannt wurde, der bei seinem 60. Geburtstag mehr Prominenz versammelte als der Opernball Platzgarderoben besitzt, der Golf, Charity und gesellschaftlichen Zusammenhalt in einer Person vereint – auf Platz 100?
Seien wir ehrlich:
Platz 100 ist kein Rankingplatz.
Platz 100 ist ein Abstellgleis mit Zahl.
Wir sprechen hier nicht über irgendeinen Leipziger mit Podcast, Instagram-Account und temporärer Meinungshoheit. Wir sprechen über Steffen Göpel – Netzwerker, Institution, wandelnder Empfangssaal, Freund der gepflegten Einladungskultur und inoffizieller Seismograf der Leipziger Gesellschaft.
Dass Sie ihn hinter der kompletten Stadtgesellschaft einsortieren, grenzt nicht nur an journalistische Kühnheit –
es ist kulturelle Majestätsbeleidigung.
Daher fordere ich Sie hiermit – selbstverständlich im Namen der still leidenden Leserschaft, der Golfbälle Sachsens und vermutlich auch eines Teils des Leipziger Herzens – höflich, aber bestimmt auf:
Überarbeiten Sie dieses Ranking.
Gestalten Sie es neu.
Und setzen Sie Steffen Göpel auf Platz 1.
Alles andere ist rechnerisch erklärbar, journalistisch vielleicht argumentierbar –
aber emotional schlicht nicht vermittelbar.
Sollte eine komplette Neustrukturierung der Liste nötig sein (zum Beispiel: „Platz 1: Göpel – danach schauen wir weiter“), bin ich für konstruktive Gespräche offen.
Mit empörter Hochachtung
und freundlichen Grüßen
Ein zutiefst irritierter Leser
P.S.: Platz 100 ist kein Schlusslicht – aber für einen König ist es eindeutig zu nah an der Bastion.