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Solide Substanz, verhaltene Rendite – Der Mayerhofer Strategie AMI aus Anlegersicht

geralt (CC0), Pixabay

Der Jahresbericht des Mayerhofer Strategie AMI für den Zeitraum vom 01.10.2024 bis 30.09.2025 zeigt ein gemischtes, insgesamt eher defensives Bild. Aus Anlegersicht steht weniger die absolute Rendite als vielmehr die Strategie, Risikosteuerung und langfristige Positionierung des Fonds im Fokus.

1. Anlagekonzept und Umsetzung
Der Fonds verfolgt einen aktiv gemanagten, benchmarkfreien Ansatz mit dem Ziel, mittel- bis langfristig eine möglichst marktunabhängige Wertentwicklung zu erzielen. Diese Flexibilität ist grundsätzlich positiv zu bewerten, da sie dem Fondsmanagement erlaubt, schnell auf Marktveränderungen zu reagieren. Im Berichtszeitraum lag der Schwerpunkt klar auf Aktien, insbesondere aus den USA und Europa, ergänzt durch ETFs und selektiv eingesetzte Derivate (v. a. Stillhaltergeschäfte). Das Portfolio ist qualitativ hochwertig aufgestellt, mit bekannten Large-Cap-Titeln wie Microsoft, NVIDIA, Apple oder Alphabet, was für eine solide fundamentale Basis spricht.

2. Wertentwicklung und Risiko
Die Performance blieb jedoch hinter den Erwartungen zurück:

Anteilklasse P (a): –0,02 %

Anteilklasse I (a): +0,37 %

Angesichts einer Volatilität von rund 10,7 % fällt das Chance-Risiko-Verhältnis im Berichtsjahr eher enttäuschend aus. Gerade im Vergleich zu den starken Aktienmärkten – insbesondere im US-Technologiesektor – konnten die aktiven Entscheidungen den Markt nicht spürbar schlagen. Positiv ist allerdings, dass größere Verluste vermieden wurden, was auf eine funktionierende Risikokontrolle hinweist.

3. Portfolio- und Risikostruktur
Mit einer Aktienquote von über 90 % zum Stichtag ist der Fonds klar wachstumsorientiert positioniert. Die regionale Gewichtung zugunsten der USA erhöht zwar die Renditechancen, bringt aber auch Konzentrations- und Währungsrisiken mit sich, da keine Absicherung vorgenommen wurde. Der temporäre Einsatz von Anleihen zur Nutzung von Zinssenkungen zeigt taktisches Geschick, auch wenn diese Positionen später vollständig abgebaut wurden. Der geringe Anteil illiquider Positionen (z. B. Focus Global Forests Zertifikat) ist aus Anlegersicht unkritisch.

4. Kosten und Ertragsverwendung
Die Gesamtkostenquote (TER) von 1,50 % (P) bzw. 1,11 % (I) liegt im marktüblichen Bereich für aktiv gemanagte Mischfonds, ist aber angesichts der schwachen Performance kritisch zu hinterfragen. Positiv hervorzuheben ist die transparente Ausschüttungspolitik: Beide Anteilklassen schütten regelmäßig aus, was für einkommensorientierte Anleger attraktiv sein kann.

5. Nachhaltigkeit und Governance
Der Fonds bewirbt ökologische und soziale Merkmale, ist jedoch kein explizites nachhaltiges Investmentprodukt. Der angewandte Ausschlussfilter (u. a. kontroverse Waffen, UN Global Compact) reduziert Reputations- und ESG-Risiken, ohne die Anlagestrategie stark einzuschränken. Die Governance-Strukturen und die externe Prüfung durch PwC stärken das Vertrauen in die ordnungsgemäße Fondsführung.

Fazit für Anleger
Der Mayerhofer Strategie AMI präsentiert sich als solide, aktiv gesteuerte Anlagelösung mit hochwertigem Aktienportfolio und kontrolliertem Risiko. Im Berichtsjahr konnte das Fondsmanagement jedoch keinen nennenswerten Mehrwert gegenüber dem Markt generieren. Für langfristig orientierte Anleger, die Wert auf Substanz, Diversifikation und Ausschüttungen legen, bleibt der Fonds interessant. Renditeorientierte Investoren müssen sich jedoch die Frage stellen, ob die aktive Strategie – bei den gegebenen Kosten – künftig eine bessere Outperformance liefern kann.

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