Die internationale Musikwelt trauert um Sly Dunbar, einen der einflussreichsten Schlagzeuger der modernen Musikgeschichte. Der jamaikanische Musiker starb im Alter von 73 Jahren in Kingston, wie das Kulturministerium Jamaikas bestätigte. Mit seinem Tod verliert nicht nur Jamaika, sondern die gesamte globale Musikszene einen ihrer prägendsten Taktgeber.
Sly Dunbar war die rhythmische Hälfte des legendären Duos Sly & Robbie, das gemeinsam mit dem Bassisten Robbie Shakespeare Musikgeschichte schrieb. Kaum ein anderer Musiker hat den Sound des Reggae, Dub und Dancehall so nachhaltig geprägt wie Dunbar. Sein Schlagzeugspiel war präzise, experimentell und zugleich unverkennbar – ein Fundament, auf dem Generationen von Künstlern aufbauten.
Geboren und aufgewachsen in Kingston, entwickelte Dunbar früh ein Gespür für Rhythmus und Innovation. In den 1970er- und 1980er-Jahren wurde er zu einem der meistbeschäftigten Studiomusiker der Welt. Schätzungen zufolge wirkte er an mehreren zehntausend Aufnahmen mit – eine Zahl, die seine außergewöhnliche Produktivität und Vielseitigkeit unterstreicht.
Sein Einfluss reichte weit über die Grenzen des Reggae hinaus. Internationale Stars wie die Rolling Stones oder Bob Dylan arbeiteten mit Dunbar zusammen und suchten gezielt seinen unverwechselbaren Groove. Damit wurde er zu einer seltenen Brückenfigur zwischen jamaikanischer Musiktradition und globalem Pop- und Rocksound.
Für sein Lebenswerk wurde Sly Dunbar mehrfach ausgezeichnet, darunter zweimal mit dem Grammy Award. Jamaikas Kulturministerium würdigte ihn als „Ikone nationaler Bedeutung“ und sprach von einem „unersetzlichen Verlust für die kulturelle Identität des Landes“.
Mit dem Tod von Sly Dunbar verstummt ein Rhythmus, der Jahrzehnte lang die Welt bewegt hat. Seine Beats aber leben weiter – in unzähligen Songs, die noch lange davon erzählen werden, wie ein Schlagzeuger aus Kingston den Sound einer ganzen Epoche prägte.