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Hotelgigant Revo in Turbulenzen: 125 Häuser betroffen, 5500 Jobs bleiben vorerst gesichert

Ratfink1973 (CC0), Pixabay

Einer der größten Hotelbetreiber Europas gerät ins Wanken – doch für Gäste und Beschäftigte gibt es zunächst Entwarnung. Die Revo Hospitality Group hat für rund 140 ihrer Gesellschaften Insolvenz in Eigenverwaltung beantragt. Betroffen sind Hotels in Deutschland und Österreich, darunter bekannte Namen wie das Pullman Hotel Berlin Schweizerhof, das Hyperion Hotel in Leipzig, das Ibis Styles Kiel sowie Häuser internationaler Marken wie Hilton, Accor, Wyndham und Marriott.

Der Antrag wurde am Freitag beim Amtsgericht Charlottenburg gestellt. Insgesamt betreibt Revo rund 250 Hotels in zwölf europäischen Ländern und 135 Städten. Etwa die Hälfte davon – rund 125 Häuser – fällt nun unter das Sanierungsverfahren. Trotz der wirtschaftlichen Schieflage bleibt der Betrieb uneingeschränkt aufrechterhalten: Die Hotels bleiben geöffnet, Reservierungen behalten ihre Gültigkeit, und alle rund 5500 Mitarbeiter sollen weiter beschäftigt werden.

In einer Mitteilung nennt das Unternehmen die Gründe für die Krise offen. Die anhaltende Wirtschaftsflaute habe das Geschäft massiv belastet. Besonders ins Gewicht fielen stark gestiegene Lohnkosten und die deutliche Anhebung der Mindestlöhne. Hinzu kommen höhere Ausgaben für Mieten, Energie und Lebensmittel – Kostenfaktoren, die in der Hotellerie direkt auf die Marge durchschlagen. Erschwerend kommt hinzu, dass die rasche Expansion der vergangenen Jahre zu Doppelstrukturen und Integrationsproblemen geführt habe, die sich nun rächen.

Trotzdem zeigt sich die Unternehmensführung kämpferisch. Mit der Insolvenz in Eigenverwaltung setzt Revo auf einen geordneten Neustart unter eigener Regie. Rechtsanwalt Dr. Gordon Geiser, der gemeinsam mit Dr. Benedikt de Bruyn für die Dauer des Verfahrens die Geschäftsführung der betroffenen Gesellschaften übernimmt, spricht von „guten Aussichten für eine zügige Sanierung“. Ziel sei es, den laufenden Betrieb rasch zu stabilisieren und gemeinsam mit Gläubigern, Eigentümern und Partnern tragfähige Lösungen zu erarbeiten.

Der Zeitplan ist ambitioniert: Bereits bis zum Sommer soll die Sanierung weitgehend abgeschlossen sein. Dafür stehen nun harte Einschnitte, strukturelle Anpassungen und eine Straffung des Portfolios auf der Agenda. Die Insolvenz in Eigenverwaltung bietet Revo dabei die Chance, sich neu aufzustellen, ohne den Betrieb einstellen zu müssen – ein entscheidender Faktor für das Vertrauen von Gästen, Mitarbeitenden und Geschäftspartnern.

Für die Branche ist die Entwicklung ein weiteres Warnsignal. Steigende Kosten, hohe Investitionen und eine volatile Nachfrage setzen selbst große Hotelketten unter Druck. Ob Revo den Turnaround schafft, wird sich in den kommenden Monaten zeigen. Vorerst jedoch bleibt der Hotelbetrieb stabil – und für tausende Beschäftigte die Hoffnung, dass aus der Krise ein Neustart wird.

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