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Trump, Grönland und das russische Drehbuch – Expansion auf amerikanisch

Tumisu (CC0), Pixabay

Was einst wie ein schlechter Witz klang, sorgt nun für diplomatisches Beben: Die USA unter Präsident Donald Trump drohen offen, das NATO-Mitglied Dänemark zu umgehen – oder gar anzugreifen – um Grönland unter amerikanische Kontrolle zu bringen. Nach dem militärischen Zugriff auf Venezuela nimmt nun auch Europas Norden die Drohungen ernst.

Laut Politico und dem Economist zeichnet sich ein klarer US-Plan ab, der frappierend an die Hybridstrategien Russlands erinnert: Desinformation, Förderung von Separatismus, Aufbau prorussischer – oder hier: proamerikanischer – Narrative.

Trumps Regierung setzt dabei offenbar auf eine Mischung aus symbolischer Machtdemonstration, diplomatischer Umgehung Dänemarks und gezielter Unterstützung grönländischer Unabhängigkeitsbewegungen. US-Geheimdienste sollen laut Berichten gezielt Sympathisanten auf der Insel ausfindig machen. Der im Dezember ernannte Sondergesandte für Grönland verstärkt diese Linie zusätzlich.

Wie bei Russlands Vorgehen im Donbas oder Transnistrien geht es darum, Einfluss durch Destabilisierung zu gewinnen – ohne formell den Konflikt zu eröffnen. Das Ziel: Grönland als unabhängigen Staat positionieren, um anschließend über ein sogenanntes COFA-Abkommen („Compact of Free Association“) mit den USA zu assoziieren. Das hätte militärische Freiheit für Washington zur Folge – samt Freihandel als Bonus.

Dabei ignorieren die USA nicht nur bestehende Sicherheitsabkommen mit Dänemark, sondern auch die koloniale Vergangenheit der Insel. Grönland war bis 1953 dänische Kolonie, und viele Wunden aus dieser Zeit sind noch nicht verheilt. Die Mehrheit der Grönländer will zwar langfristig unabhängig sein – aber eben nicht Teil der USA.

Mit diesem aggressiven Kurs könnte Trump genau das Gegenteil erreichen: Statt Einfluss zu gewinnen, isoliert er die USA weiter – selbst unter engsten Verbündeten. In Grönland droht der US-Druck zum Bumerang zu werden. Denn Unabhängigkeit ist nur mit Zustimmung Dänemarks, der EU, der NATO und des grönländischen Volkes möglich – nicht durch Drohkulissen und geopolitische Muskelspiele.

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