Im internationalen Blätterwald läuten längst die Alarmglocken: Der Veganismus ist tot, es lebe das Fleisch! Während rund um den Globus vegane Burger von der Speisekarte verschwinden und sich in Talkshows über die Rückkehr des Sonntagsbratens gefreut wird, bleibt Österreich seltsam unbeeindruckt.
Denn hierzulande ist Jänner bekanntlich nicht nur der Monat der guten Vorsätze, sondern auch des Veganuary – also jener Zeit, in der Menschen kollektiv Hafermilch trinken, als gäbe es dafür Punkte im Himmel.
Und siehe da: Die Alpenrepublik lässt sich weder von internationalen Fleischcomebacks noch von panischen Medienberichten beirren. Während anderswo Sojajoghurt nur noch mit Warnhinweis verkauft wird, wächst in Österreich der Umsatz mit pflanzlichen Produkten weiter fröhlich dahin – als hätte man nie etwas von „Tofu-Trauma“ oder „Erbsenprotein-Überdruss“ gehört.
Laut Zahlen, die vermutlich in der veganen Unterwelt gefeiert werden wie ein Lottogewinn, greifen Herr und Frau Österreicher nicht nur häufiger zur Pflanzenmilch (jede zehnte Milch ist pflanzlich!), sondern lassen sich auch Fleischalternativen noch schmecken – solange sie nicht wie Pappdeckel aussehen.
Nur in der Gastronomie zieht der vegane Himmel ein paar Wolken auf: Burgerketten werfen ihre fleischlosen Produkte raus, vegane Lokale verschwinden wie Gemüseaufläufe auf Firmenfeiern. Dennoch: Experten sehen darin nicht das Ende der fleischlosen Kultur, sondern nur einen „leichten Reality-Check für überambitionierte Sojabohnen“.
Denn während sich weltweit eine „Renaissance des Proteins“ anbahnt – gerne in Begleitung von Patriotismus, Cowboyhüten und Instagram-Grillfesten – bleibt Österreich seiner Linie treu: Essen ist hier keine Ideologie, sondern bestenfalls eine Stimmungssache.
Die Zukunft? Gemischt. Der Markt für vegane Produkte sei noch „in den Kinderschuhen“, heißt es. Wobei viele Österreicher*innen lieber in Haferlatschen als in Cowboyboots durch den Supermarkt schlendern. Und statt „Vegan“ sagt man jetzt eben „pflanzlich“, weil das besser klingt – und sich der Verzicht gleich weniger nach Weltenrettung und mehr nach Joghurt mit Vanillearoma anfühlt.
Fazit: Der Veganismus mag international schwächeln, in Österreich aber hat er seinen festen Platz – irgendwo zwischen Bioecke und Kühlregal. Und solange der vegane Leberkäse schmeckt, ist alles gut.