Ein russischer Öltanker mit dem Namen Marinera (früher „Bella 1“) wird derzeit im Nordatlantik von russischen Kriegsschiffen begleitet. Der Grund: Die USA wollen den Tanker stoppen. Laut US-Medien soll das Schiff gegen US-Sanktionen verstoßen haben.
Der Tanker war früher unter der Flagge von Guyana unterwegs, soll jetzt aber eine russische Flagge führen. Er wurde beschuldigt, illegal Öl aus dem Iran transportiert zu haben. Derzeit behauptet die Schiffsführung, kein Öl zu laden. Trotzdem sehen die USA das Schiff als Ziel.
Die Marinera befindet sich laut Satellitendaten etwa 300 Kilometer südlich von Island. Zuvor war sie an der Westküste Großbritanniens vorbeigefahren. Die US-Küstenwache hatte im Dezember versucht, das Schiff in der Karibik zu stoppen. Es lag ein Durchsuchungsbefehl vor, da vermutet wurde, dass das Schiff Öl nach Venezuela bringen wollte – was laut US-Sanktionen verboten ist.
Nun begleitet die russische Marine das Schiff, darunter auch ein U-Boot. Die USA sollen über eine mögliche militärische Operation nachdenken. Ziel wäre es, das Schiff zu beschlagnahmen, nicht zu versenken, wie US-Offizielle berichten.
Russland kritisiert das Vorgehen der USA scharf. Das Außenministerium erklärte: „Unser Schiff befindet sich in internationalen Gewässern und verhält sich friedlich. Trotzdem wird es von US- und NATO-Streitkräften beobachtet. Das widerspricht dem Prinzip der freien Schifffahrt.“
Internationale Experten sagen, dass eine Namensänderung oder Flaggenwechsel den USA wenig bedeutet. Sie verfolgen Schiffe anhand ihrer Identifikationsnummern und früheren Eigentümer. Daher sei eine US-Aktion weiterhin möglich, auch wenn das Schiff nun offiziell russisch sei.
Der mögliche Konflikt um das Schiff kommt nur wenige Tage nach der Festnahme des venezolanischen Präsidenten Maduro durch US-Truppen. Auch dort hatten die USA mit großer militärischer Gewalt gehandelt.