Dark Mode Light Mode

Silvesterkatastrophe in Crans-Montana: Dutzende Tote bei Explosion in Bar

RobVanDerMeijden (CC0), Pixabay

Eine verheerende Explosion mit anschließendem Brand hat in der Silvesternacht im Schweizer Nobel-Skiort Crans-Montana Dutzende Menschen das Leben gekostet und mehr als 100 weitere schwer verletzt. Die Tragödie ereignete sich in der beliebten Bar Le Constellation, als Gäste dort das neue Jahr begrüßen wollten.

Die Kantonspolizei Wallis bestätigte den Vorfall am Donnerstagvormittag auf einer Pressekonferenz. Während sie keine genaue Opferzahl nannte, berief sich das italienische Außenministerium auf Schweizer Behörden und sprach von rund 40 Todesopfern. Auch mehrere ausländische Gäste sollen unter den Opfern sein. Laut österreichischem Außenministerium befinden sich derzeit keine Österreicherinnen oder Österreicher unter den bekannten Opfern.

Explosion kurz nach Mitternacht

Gegen 1:30 Uhr wurde in der zentral gelegenen Bar Rauch bemerkt, zeitgleich ging ein Notruf bei der Polizei ein, wie Frédéric Gisler, Kommandant der Kantonspolizei, erklärte. Kurz darauf trafen erste Einsatzkräfte ein. Rasch entwickelte sich ein Großeinsatz, bei dem neben Feuerwehr und Polizei auch zehn Hubschrauber, 40 Rettungswagen und 150 medizinische Kräfte mobilisiert wurden.

Die meisten Verletzten wurden mit schwersten Verbrennungen in umliegende Krankenhäuser gebracht. Viele wurden im Spital Wallis behandelt, dessen Intensivstation mittlerweile vollständig ausgelastet ist, wie Mathias Reynard, Präsident des Regionalrats, mitteilte. Die Bevölkerung wurde eindringlich gebeten, nicht-dringliche Besuche in Spitälern in den nächsten Stunden zu vermeiden, um die Versorgung nicht zusätzlich zu belasten.

Ursachen noch unklar – kein Terrorverdacht

Die Ermittlungen zur Ursache laufen. Die Polizei sprach von einer Explosion unbekannter Ursache im Untergeschoss der Bar. Erste Hinweise deuten laut Medienberichten auf Pyrotechnik während eines Konzerts als mögliche Auslöser hin. Die Generalstaatsanwältin Beatrice Pilloud schloss einen terroristischen Hintergrund jedoch ausdrücklich aus. Eine umfassende Untersuchung soll nun die genauen Abläufe und Ursachen klären.

„Aus Respekt vor den Familien der Opfer können derzeit keine weiteren Angaben gemacht werden“, erklärte Pilloud. Die Identifikation der Toten laufe auf Hochtouren.

Für Angehörige und besorgte Familienmitglieder wurde eine Kontaktstelle unter der Nummer 0848 112 117 eingerichtet.

Ein Ort der Freude wird zum Ort der Trauer

Die Bar Le Constellation liegt im Herzen des exklusiven Ferienorts Crans-Montana, unweit der Talstation der Skilifte. Laut offiziellen Angaben bietet sie Platz für bis zu 300 Gäste und verfügt über eine Terrasse, zwei Bars und einen Lounge-Bereich.

Am Tag nach dem Unglück zeigte sich das Ausmaß der Katastrophe nur bedingt – das Gebäude wies von außen kaum sichtbare Schäden auf. Der Bereich um die Bar wurde weiträumig abgesperrt, über dem Ort wurde ein Überflugverbot verhängt.

„Was eine Nacht des Feierns und der Gemeinsamkeit hätte sein sollen, wurde zu einem Albtraum“, sagte Staatsrat Reynard sichtlich bewegt.

Crans-Montana in Schockstarre

Der mondäne Ort Crans-Montana, auf 1.500 Metern Höhe im Wallis gelegen, ist bekannt für seine elegante Atmosphäre, prominente Gäste und seine traditionsreiche Verbindung zum internationalen Skisport. In der letzten Januarwoche soll dort ein Weltcuprennen stattfinden.

Rund 10.000 Einwohnende leben dauerhaft in Crans-Montana, das während der Feiertage durch Luxushotels, Ferienwohnungen und Après-Ski-Angebote Tausende zusätzliche Gäste anzieht.

Heute aber liegt über dem Ort tiefe Stille – und ein Gefühl von Fassungslosigkeit. Die Menschen vor Ort, Einsatzkräfte, Angehörige und Gäste sind vereint in ihrer Trauer um die Opfer einer Nacht, die alles verändert hat.

Kommentar hinzufügen Kommentar hinzufügen

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert

Previous Post

Trump ordnet Abzug der Nationalgarde an – Warnung an demokratisch regierte Städte bleibt bestehen

Next Post

Windpark Benzweiler GmbH & Co. KG: Hohe Kapitalbindung, steigende Verluste und wachsende Ergebnisrisiken – eine kritische, aber faire Anlegeranalyse