Die Weihnachtsmärkte in Deutschland haben in diesem Jahr spürbar weniger Menschen angezogen als noch 2024. Vor allem zu Beginn der Saison blieb der sonst übliche Andrang aus. Nach Einschätzung der Schaustellerbranche ist die Entwicklung auf eine Mischung aus Sicherheitsbedenken, steigenden Kosten und veränderter Besuchsbereitschaft zurückzuführen.
Der Präsident des Deutschen Schaustellerbundes, Albert Ritter, erklärte gegenüber der Rheinische Post, die abgelaufene Saison sei zwar keineswegs ein Totalausfall gewesen, habe jedoch nicht an frühere Erfolgsjahre anknüpfen können. „Es war keine goldene Saison“, so Ritter, „sondern eher eine zwischen Bronze und Silber.“
Besonders auffällig sei die Zurückhaltung zu Beginn der Weihnachtsmarktsaison gewesen. Vor allem Familien hätten sich seltener auf den Weg zu den Märkten gemacht. Nach Ansicht Ritters steht diese Entwicklung in direktem Zusammenhang mit dem Anschlag auf den Magdeburger Weihnachtsmarkt im vergangenen Jahr. Das Sicherheitsgefühl vieler Menschen sei seitdem nachhaltig beeinträchtigt, was sich unmittelbar auf das Besucherverhalten ausgewirkt habe.
Hinzu kommen nach Angaben des Schaustellerbundes deutlich gestiegene Anforderungen an Sicherheits- und Schutzkonzepte. Absperrungen, Sicherheitsdienste und zusätzliche Maßnahmen verursachen erhebliche Mehrkosten, die von vielen Veranstaltern kaum noch allein getragen werden können. Diese Belastungen treffen insbesondere kleinere Städte und Gemeinden sowie familiengeführte Betriebe.
Albert Ritter kritisierte, dass die Verantwortung für die Sicherheitskosten zunehmend bei den Veranstaltern abgeladen werde. Er forderte eine stärkere finanzielle Beteiligung des Staates, um traditionelle Weihnachtsmärkte auch künftig wirtschaftlich betreiben zu können. Ohne zusätzliche Unterstützung bestehe die Gefahr, dass Standorte aufgegeben oder Angebote reduziert werden müssten.
Trotz der schwierigen Rahmenbedingungen sieht die Branche die Weihnachtsmärkte nicht grundsätzlich in Gefahr. Entscheidend werde jedoch sein, ob es gelingt, das Sicherheitsgefühl der Besucher zurückzugewinnen und gleichzeitig die finanziellen Belastungen für Veranstalter abzufedern.