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Fast eine halbe Milliarde Euro vergessen: Milliarden Schilling schlummern weiter in Österreichs Haushalten
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Fast eine halbe Milliarde Euro vergessen: Milliarden Schilling schlummern weiter in Österreichs Haushalten

5598375 (CC0), Pixabay

Mehr als 20 Jahre nach der Euro-Einführung sind in Österreich noch immer enorme Summen der früheren Landeswährung nicht umgetauscht. Wie Daten der Oesterreichische Nationalbank (OeNB) zeigen, belief sich der Bestand an nicht eingelösten Schilling-Banknoten Ende November 2025 auf 6,805 Milliarden Schilling – umgerechnet rund 493 Millionen Euro. Der Rückgang im Vergleich zum Vorjahr fällt dabei kaum ins Gewicht: Ende November 2024 waren es noch 6,822 Milliarden Schilling.

Diese Zahlen zeigen, dass der große Umtausch längst abgeschlossen ist – und dass der verbliebene Bestand offenbar in vergessenen Verstecken, Nachlässen oder Sammlungen ruht. Zwischen dem 1. Dezember 2024 und dem 30. November 2025 wurden laut OeNB lediglich 17,4 Millionen Schilling in Euro gewechselt, was einem Gegenwert von 1,26 Millionen Euro entspricht. Angesichts der Gesamtsumme wirkt dieser Betrag fast symbolisch.

Klassiker tauchen immer wieder auf

Beim Umtausch zeigt sich ein vertrautes Bild. Besonders häufig bringen Kundinnen und Kunden den 20-Schilling-Schein mit dem Künstler Moritz Michael Daffinger zur Nationalbank – mehr als 25.000 Stück wurden im vergangenen Jahr eingelöst. Ebenfalls regelmäßig taucht der 100-Schilling-Schein mit Eugen Böhm von Bawerk auf. Diese Banknoten waren früher weit verbreitet und scheinen besonders häufig „aufgehoben“ worden zu sein.

Nach Angaben der OeNB stammen viele der Funde aus Wohnungsauflösungen und Nachlässen. Wenn Wohnungen geräumt oder renoviert werden, kommen alte Geldscheine oft überraschend zum Vorschein. Genannt wurden etwa Sockelleisten, hinter denen Banknoten versteckt waren, aber auch Bücher, Umschläge, Schachteln, Koffer oder alte Möbelstücke zählen zu den klassischen Fundorten.

Zwischen Erinnerungsstück und echtem Vermögen

Warum so viel Schilling noch immer nicht umgetauscht ist, hat verschiedene Gründe. Manche Menschen bewahren die Banknoten bewusst als Erinnerung an die Zeit vor dem Euro auf. Andere wissen schlicht nichts von den Beständen, etwa wenn diese von Eltern oder Großeltern zurückgelassen wurden. In manchen Fällen handelt es sich auch um kleine Beträge, bei denen der Weg zur Bank bisher gescheut wurde.

Auffällig ist jedoch die schiere Höhe der Summe: Fast eine halbe Milliarde Euro liegt rechnerisch noch in Schilling-Form in privaten Haushalten. Ob diese Beträge jemals vollständig in den Wirtschaftskreislauf zurückkehren, ist fraglich. Die OeNB geht davon aus, dass ein Teil der Banknoten dauerhaft verloren bleibt.

Umtausch ohne Zeitdruck möglich

Für alle, die noch Schilling-Banknoten besitzen, gilt weiterhin: Banknoten der letzten Serie können zeitlich unbegrenzt bei der OeNB umgetauscht werden. Es gibt kein Ablaufdatum. Anders sieht es bei Schilling-Münzen aus – diese sind bereits seit Jahren vom Umtausch ausgeschlossen.

Die konstant hohen Restbestände zeigen, dass der Schilling auch Jahrzehnte nach seiner Ablösung noch präsent ist – nicht im Zahlungsverkehr, aber in Schubladen, Wänden und alten Kisten. Die Nationalbank rechnet daher auch künftig mit einem stetigen, wenn auch geringen Zustrom an alten Banknoten – und mit weiteren Geschichten über überraschende Funde aus längst vergangenen Zeiten.

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