Das US-Justizministerium hat eine neue Tranche von Akten rund um den verstorbenen Sexualstraftäter Jeffrey Epstein veröffentlicht. Die Dokumente, die im Rahmen des Epstein Files Transparency Act zugänglich gemacht wurden, umfassen unter anderem Fotos, E-Mails und weitere Aufzeichnungen, die Epsteins weitreichende Verbindungen zu einflussreichen Persönlichkeiten weltweit belegen.
Während die veröffentlichten Materialien teils stark geschwärzt sind, offenbaren sie erneut das Netzwerk aus Politik, Wirtschaft, Medien und Unterhaltung, das Epstein umgab – und werfen neue Fragen über Macht, Einfluss und mögliche Mittäterschaft auf. Zugleich wächst die Kritik an der Informationspolitik des Justizministeriums, insbesondere im Hinblick auf den Schutz der Opfer.
Prominente Namen unter Beobachtung
In den neuen Akten erscheinen unter anderem folgende Persönlichkeiten in Bildern oder E-Mail-Verläufen. Die bloße Erwähnung bedeutet jedoch nicht, dass sie in strafrechtliche Vorgänge involviert waren:
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Bill Clinton, ehemaliger US-Präsident
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Ghislaine Maxwell, verurteilte Komplizin Epsteins
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Richard Branson, Unternehmer (Virgin Group)
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Mick Jagger, Sänger der Rolling Stones
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Woody Allen, Filmregisseur
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Ehud Barak, ehemaliger Premierminister Israels
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Noam Chomsky, Sprachwissenschaftler
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David Brooks, Kolumnist der New York Times
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David Blaine, Magier
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Bill Gates, Microsoft-Mitgründer
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Prince Andrew (Andrew Mountbatten-Windsor), britisches Königshaus
Die Dokumente zeigen Fotos bei gesellschaftlichen Zusammenkünften, Reisen oder Abendessen – häufig ohne Kontext oder Datierung.
Opferanwälte schlagen Alarm
Zahlreiche Anwälte und Opfer selbst äußerten Bedenken über mögliche Datenschutzverletzungen. In einem Fall wurden bei einem früheren Dokumentenpaket über 30 Betroffene namentlich genannt. „Ich bekomme täglich Nachrichten von Frauen, die Angst vor der nächsten Veröffentlichung haben“, erklärte Opferanwältin Brittany Henderson gegenüber USA Today.
Einige Betroffene berichten, sie hätten nach der Einsicht in freigegebene Dokumente ihre Namen oder Details zu Missbrauchssituationen wiedergefunden – trotz gesetzlicher Schutzvorgaben.
Kritik an möglichen Schutzmaßnahmen für Täter
Neben der Sorge um den Opferschutz äußern Beobachter auch Zweifel an der Redaktionspraxis: Es gebe Hinweise, dass Personen, die in enger Verbindung zu Epstein standen, aber nicht offiziell als Täter geführt werden, durch „übermäßige Schwärzung“ geschützt würden. „Mein größter Albtraum ist, dass die Opfer wieder traumatisiert werden – und gleichzeitig potenzielle Mittäter geschützt bleiben“, so Henderson.
Weitere Schritte offen
Laut Gesetz ist das Justizministerium verpflichtet, innerhalb von 15 Tagen einen Bericht zu veröffentlichen, in dem die vorgenommenen Schwärzungen erklärt und rechtlich begründet werden. Bis dahin bleibt offen, welche Informationen bewusst zurückgehalten wurden – und warum.
Die öffentliche Erwartung ist groß, dass zumindest transparenter erklärt wird, wer warum genannt oder geschwärzt wurde. Denn eines ist klar: Der Fall Epstein ist auch Jahre nach seinem Tod längst nicht abgeschlossen.