Nach dem schweren Terroranschlag auf ein jüdisches Fest in Sydney reagiert die australische Regierung mit einem weitreichenden sicherheitspolitischen Schritt. Premierminister Anthony Albanese kündigte ein landesweites Rückkaufprogramm für Schusswaffen an, mit dem die Zahl der legal und illegal im Umlauf befindlichen Waffen deutlich reduziert werden soll. Ziel sei es, die öffentliche Sicherheit zu stärken und das Risiko weiterer Gewalttaten spürbar zu senken.
Nach Angaben der Regierung gibt es derzeit rund vier Millionen Schusswaffen in Australien. Diese Waffen müssten konsequent aus dem öffentlichen Raum entfernt werden, erklärte Albanese. Der Staat wolle Waffenbesitzern ermöglichen, ihre Schusswaffen gegen Entschädigung abzugeben. Details zur konkreten Ausgestaltung des Programms, etwa welche Waffenarten betroffen sind, wie hoch die Rückkaufpreise ausfallen oder wie das Programm finanziert wird, sollen in den kommenden Wochen vorgestellt werden.
Auslöser für die Maßnahme war ein Anschlag am vergangenen Sonntag, bei dem zwei mutmaßliche islamistische Täter in Sydney 15 Menschen töteten. Das Ziel des Angriffs war ein jüdisches Fest, was die Tat zusätzlich zu einem antisemitischen Gewaltverbrechen macht. Der Anschlag hat landesweit Entsetzen ausgelöst und die Diskussion über Extremismus, innere Sicherheit und Waffenbesitz neu entfacht.
Premier Albanese machte deutlich, dass es sich nicht um eine symbolische Reaktion handelt. Die Regierung sehe einen klaren Zusammenhang zwischen der Verfügbarkeit von Schusswaffen und der Schwere solcher Gewalttaten. Eine Verringerung der Waffenmenge im Land sei daher ein zentraler Hebel, um die Gefährdungslage zu entschärfen.
Australien kann dabei auf Erfahrungen aus der Vergangenheit zurückgreifen. Bereits nach einem Massaker im Jahr 1996 hatte das Land sein Waffenrecht massiv verschärft und ein groß angelegtes Rückkaufprogramm umgesetzt. Diese Maßnahmen führten damals zu einer deutlichen Reduzierung von Schusswaffen und wurden international als wirksames Modell zur Gewaltprävention angesehen.
Mit dem nun angekündigten Programm will die Regierung diesen Ansatz erneuern und an die heutige Sicherheitslage anpassen. Albanese betonte, dass der Schutz von Menschenleben oberste Priorität habe. Es gehe nicht um politische Symbolik oder Schuldzuweisungen, sondern um konkrete Maßnahmen, um Terror, Extremismus und schwere Gewalt einzudämmen.
Die Ankündigung dürfte jedoch auch eine intensive gesellschaftliche Debatte auslösen. Während Befürworter strengere Regeln als notwendigen Schritt zur Gefahrenabwehr sehen, könnten Kritiker Fragen nach Verhältnismäßigkeit, Umsetzung und den Rechten legaler Waffenbesitzer stellen. Klar ist jedoch: Der Anschlag von Sydney hat die Sicherheitslage neu definiert – und die australische Regierung setzt nun auf einen harten, präventiven Kurs.