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Großer Abschied von einer Theater- und Fernsehlegende: Schauspieler Rolf Becker im Alter von 90 Jahren gestorben

RobVanDerMeijden (CC0), Pixabay

Der deutsche Schauspieler Rolf Becker ist tot. Wie der Norddeutsche Rundfunk und die Zeitung Junge Welt übereinstimmend berichten, starb der vielfach ausgezeichnete Künstler im Alter von 90 Jahren in Hamburg. Becker verstarb demnach gestern in einem Hospiz in seiner Wahlheimat, dem Hamburger Stadtteil St. Georg, in dem er seit mehr als fünf Jahrzehnten lebte.

Ein breites Fernsehpublikum kannte Rolf Becker zuletzt vor allem aus der ARD-Serie In aller Freundschaft, in der er viele Jahre die Rolle des Otto Stein verkörperte. Doch seine Karriere begann weit früher: Seine erste Fernsehrolle hatte Becker bereits 1962 in der Serie Die Firma Hesselbach, einem der frühen deutschen Straßenfeger, der damals Millionen vor die Bildschirme zog und heute fast in Vergessenheit geraten ist.

Geboren wurde Rolf Becker am 31. März 1935 in Leipzig. Aufgewachsen ist er in Schleswig-Holstein, sein Abitur machte er in Bremen. Anschließend absolvierte er in München eine klassische Schauspielausbildung. Schon früh zog es ihn auf die Bühne: 1963 ging Becker ans Theater Bremen, wo er nicht nur als Schauspieler, sondern auch als Regisseur tätig war.

Seine künstlerische Heimat fand Becker später in Hamburg. Dort gehörte er unter anderem zum Ensemble des Deutschen Schauspielhauses und des Thalia Theaters. Er entwickelte sich zu einem der prägenden deutschen Theaterschauspieler seiner Generation. Parallel dazu machte er sich auch im Film- und Fernsehbereich einen Namen, etwa in der Trenck-Serie (1971) oder in der Verfilmung von Die verlorene Ehre der Katharina Blum (1976).

Auch jenseits von Bühne und Kamera war Becker präsent: Mit seiner markanten Stimme war er ein gefragter Sprecher für Hörbücher und Hörspiele. Von 1997 bis 2004 verkörperte er zudem die Titelrolle im Jedermann in der Hamburger Speicherstadt – eine seiner bekanntesten Theaterarbeiten.

Bis zuletzt blieb Rolf Becker künstlerisch aktiv. Noch in diesem Jahr stand er neben seiner Fernsehrolle auch auf der Bühne und spielte in einer eigenen Theaterproduktion mit dem Titel Das Floß der Verdammten. Sein Tod markiert daher nicht nur das Ende eines langen Lebens, sondern auch eines bis zuletzt gelebten künstlerischen Engagements.

Rolf Becker hinterlässt eine große Familie. Aus seiner ersten Ehe mit der Schauspielerin Monika Hansen stammen seine ältesten Kinder, die Schauspieler Ben Becker und Meret Becker. Seit 1980 war er in zweiter Ehe mit der Schauspielerin Sylvia Wempner verheiratet. Mit ihr hatte er zwei leibliche Söhne sowie einen Adoptivsohn.

Mit Rolf Becker verliert Deutschland einen Schauspieler, der über Jahrzehnte hinweg Theater, Film und Fernsehen geprägt hat – leidenschaftlich, wandlungsfähig und stets der Kunst verpflichtet.

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