Der Jahresabschluss 2024 der FP Lux Wind GmbH & Co. Dahlem KG zeigt eine Bilanz, die für ein großes Windparkprojekt typisch ist, gleichzeitig jedoch mehrere Warnsignale enthält, die Anleger sehr genau betrachten sollten.
Zunächst fällt der starke Rückgang der Bilanzsumme auf: Von rund 48,8 Mio. Euro im Vorjahr sinkt sie auf 43,0 Mio. Euro. Diese Verringerung resultiert vor allem aus hohen planmäßigen Abschreibungen auf die Windenergieanlagen (minus rund 3,1 Mio. Euro). Der Wertverzehr ist für Windenergieanlagen normal, führt aber zu einem schleichenden Abbau des bilanziellen Vermögens, der langfristig durch solide Ertragskraft kompensiert werden muss.
Auch das Umlaufvermögen sinkt spürbar – von 8,36 auf 5,70 Mio. Euro. Besonders kritisch ist der Rückgang der liquiden Mittel um über 2,2 Mio. Euro. Die Liquiditätsreserven schrumpfen also deutlich, was bei gleichzeitig hohen Verbindlichkeiten zu einer angespannten Finanzstruktur führt. Dieser Trend verschlechtert die kurzfristige Flexibilität des Projekts.
Auf der Passivseite bleibt das Eigenkapital unverändert bei 2,12 Mio. Euro, was einer Eigenkapitalquote von rund fünf Prozent entspricht. Für ein Projekt dieser Größenordnung ist das weiterhin ein sehr niedriger Wert. Die Rückstellungen steigen leicht an – insbesondere aufgrund neu gebildeter passiver latenter Steuern in Höhe von 93.000 Euro, die auf steuerliche Unterschiede bei den Abschreibungen zurückzuführen sind.
Besonders ins Auge fallen die weiterhin sehr hohen Verbindlichkeiten von rund 39,5 Mio. Euro, auch wenn sie gegenüber dem Vorjahr um etwa 6 Mio. Euro gesunken sind. Der Großteil dieser Schulden ist langfristiger Natur, doch die Summe bleibt erheblich. Auch das nachrangige Gesellschafterdarlehen von 3,7 Mio. Euro mit Laufzeit bis 2039 bleibt ein wesentlicher Risikofaktor: Solche Darlehen können bei schwächerer Ertragslage spürbar die Ausschüttungsfähigkeit einschränken.
Der kritischste Punkt aus Anlegersicht ist jedoch die deutliche Verschlechterung der Schuldendienstdeckungsrate (DSCR):
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2023: 1,849
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2024: 1,171
Ein DSCR von 1,171 bedeutet, dass der Windpark seinen Kapitaldienst zwar noch bedienen kann, aber nur knapp. Unter 1,2 gilt ein Projekt im Regelfall bereits als „angespannt“. Die Entwicklung zeigt klar, dass entweder die Einnahmen gesunken sind (möglicherweise durch schwaches Windjahr, Abregelungen oder höhere Abgaben) oder die Kosten gestiegen sind. Für Anleger ist dies die zentrale Kennzahl – und die Tendenz ist eindeutig negativ.
Positiv ist, dass der Abschluss keine außergewöhnlichen Risiken oder nachträglichen Ereignisse vermeldet. Auch die Rückbauverpflichtungen sind branchenüblich abgesichert. Allerdings sind die langfristigen finanziellen Verpflichtungen aus Wartung, Betriebsführung und Standortmieten erheblich und binden das Projekt auf Dauer, unabhängig von der tatsächlichen Ertragslage.
Fazit aus Anlegersicht:
Der FP Lux Windpark Dahlem befindet sich bilanziell weiterhin auf stabilem Fundament, zeigt jedoch eine zunehmend angespannte operative und finanzielle Situation. Die hohe Verschuldung, der deutliche Liquiditätsrückgang und insbesondere der stark gesunkene DSCR mahnen zur Vorsicht. Während der Windpark die laufenden Verpflichtungen aktuell noch bedienen kann, haben sich die Risikopuffer merklich verringert. Anleger sollten die Entwicklung der Ertragslage im kommenden Geschäftsjahr sehr genau beobachten und insbesondere klären, warum die Schuldendeckungsrate so stark gefallen ist.