Beim Online-Modehändler Zalando in Erfurt sind erneut Beschäftigte in den Warnstreik getreten. Wie ein Sprecher der Gewerkschaft Verdi dem MDR mitteilte, legten bis zum Morgen rund 110 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter ihre Arbeit nieder. Es ist bereits der zweite Streiktag in Folge.
Auswirkungen auf Bestellungen spürbar
Die Arbeitsniederlegungen führten laut Verdi erneut dazu, dass Sammelbestellungen von Warenhäusern nicht wie gewohnt bearbeitet werden konnten. Einzelne Abläufe verzögerten sich deutlich, da Schlüsselpositionen im Logistikzentrum betroffen waren.
Zalando selbst hatte bereits am Vortag Einschränkungen im Betriebsablauf eingeräumt, betonte jedoch, man versuche, die Auswirkungen für Kundinnen und Kunden so gering wie möglich zu halten.
Tarifkonflikt schwelt seit Monaten
Der Hintergrund: Verdi kämpft seit dem Frühjahr für einen Tarifvertrag am Standort Erfurt. Die Gewerkschaft fordert unter anderem:
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höhere Löhne,
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bessere Arbeitsbedingungen,
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verbindliche tarifliche Regelungen zur Entlohnung,
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und langfristige Arbeitsplatzsicherheit.
Bisher waren die Gespräche jedoch erfolglos. Zalando lehnt eine Tarifbindung bislang ab und setzt stattdessen auf eigene Vergütungsmodelle. Verdi kritisiert, dass diese nicht mit tariflich abgesicherten Standards mithalten können.
Verdi kündigt weiteren Druck an
Die Gewerkschaft machte deutlich, dass die Streiks nur ein Anfang seien, solange es keine Bewegung im Tarifkonflikt gebe. Die Bereitschaft der Beschäftigten, Aktionen auszuweiten, sei hoch.
Der Sprecher betonte:
„Wir werden den Druck auf Zalando erhöhen, bis es echte Tarifverhandlungen gibt.“
Zalando schweigt zu neuen Verhandlungen
Vom Unternehmen gab es zunächst keine neue Stellungnahme zu möglichen Gesprächen. Zalando hatte in der Vergangenheit argumentiert, man biete den Beschäftigten bereits faire Löhne und zusätzliche Leistungen – Verdi hält dagegen, dass verbindliche Standards fehlen.
Ein Konflikt mit Symbolcharakter
Der Streit am Standort Erfurt steht stellvertretend für eine bundesweite Debatte über Löhne und Arbeitsbedingungen in der E-Commerce- und Logistikbranche. Gerade große Handelsplattformen geraten zunehmend unter Druck, Tarifbedingungen zu akzeptieren – ein Thema, das auch politisch stark verfolgt wird.