Die Gesundheitsausgaben für Thüringens Beamte steigen rasant: Im vergangenen Jahr gab das Land über 170 Millionen Euro für die sogenannte Beihilfe aus – und damit mehr als doppelt so viel wie noch vor zehn Jahren. Das teilte das Finanzministerium mit.
Die Beihilfe ist ein zentraler Bestandteil der Beamtenversorgung: Sie stellt sicher, dass der Staat einen erheblichen Teil der Krankheitskosten seiner Beamten übernimmt oder Zuschüsse zu deren Versicherungsbeiträgen leistet. Besonders deutlich zeigt sich die Belastung in Thüringen, wo sich die Ausgaben seit 2013 stark erhöht haben.
Zwei Gründe sind laut Ministerium maßgeblich für diesen Anstieg verantwortlich: Zum einen hat das Land in den vergangenen Jahren verstärkt Lehrerinnen und Lehrer verbeamtet, was zu einem sprunghaften Anstieg der beihilfeberechtigten Personen geführt hat. Zum anderen steigt die Zahl der Pensionäre stetig – und mit ihr die Zahl der älteren Menschen mit erhöhtem medizinischem Versorgungsbedarf.
Der Trend setzt sich laut Experten fort: Angesichts des demografischen Wandels und einer alternden Beamtenschaft wird erwartet, dass die Beihilfekosten in den kommenden Jahren weiter steigen. Zugleich stellt sich die Frage, wie das System langfristig finanziert und stabil gehalten werden kann – eine Herausforderung, der sich nicht nur Thüringen, sondern viele Bundesländer stellen müssen.