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„Teurer Tannenzauber“ – Weihnachtsbaumverkauf startet mit guten Aussichten, aber höheren Preisen

geralt (CC0), Pixabay

Pünktlich zum ersten Adventswochenende beginnt in vielen Regionen der Verkauf von Weihnachtsbäumen – doch in diesem Jahr müssen Verbraucher tiefer in die Tasche greifen. Während die Qualität der beliebten Nordmanntannen als besonders gut eingeschätzt wird, treiben Wetterextreme, Personalkosten und sinkende Anbauflächen die Preise in die Höhe.

🌲 Auf der Plantage von Braunschweig: Stress, Freude – und viel Handarbeit

Mitten zwischen meterhohen Nordmanntannen steht Katharina Eisler, Betreiberin eines Familienbetriebs am Stadtrand von Braunschweig. Auf rund 20.000 Quadratmetern produziert sie Weihnachtsbäume – eine Arbeit, die das ganze Jahr über läuft.

„Die Zeit gerade ist stressig, aber schön“, sagt Eisler, während sie die Nadeln einer fünf Meter hohen Tanne prüft. Schlaf bekommt sie momentan wenig, denn alles muss funktionieren. Trotzdem sei dies für sie „die schönste Zeit des Jahres“.

Seit Mitte November liefert ihr Betrieb die ersten vorbestellten Bäume aus – an Stammkunden wie Vereine, Schulen und Seniorenheime. Bestellungen trifft Eisler oft schon im Herbst: „Die erste kam Ende September.“

🪓 Vorbereitungen für den Verkauf: Vom Vorschneiden bis zum Selbstschlagen

Für den Heimatverein Volkmarode fällt Eisler eine besonders imposante Tanne. Viele Kunden bevorzugen jedoch Bäume zwischen 1,80 und 2 Metern – diese sind zehn bis zwölf Jahre alt und benötigen intensive Pflege:

  • regelmäßiges Schneiden der Spitzen

  • Unkrautentfernung

  • Schutz vor Schädlingen

  • Bewässerung in trockenen Phasen

„Wir arbeiten 365 Tage im Jahr an unseren Bäumen“, betont Eisler.

💧 Wetterextreme machen den Anbau schwieriger

Trockenheit und Starkregen haben den Produzenten in Niedersachsen stark zugesetzt.
Mitarbeiter Jan Przybylski erklärt:

  • Mindestens 50 % der vierjährigen Setzlinge sind vertrocknet.

  • Ein ungewöhnlich nasses Frühjahr ließ viele Pflanzen faulen.

  • Darauf folgte eine lange Trockenphase im Sommer.

Um die Qualität älterer Bäume zu halten, setzt Eisler inzwischen auf ein Bewässerungssystem – ein zusätzlicher Kostenfaktor.

💶 Preise steigen – und das spüren die Kunden

Der Mehraufwand bleibt nicht ohne Folgen:

  • 2023: 24 Euro pro Meter

  • 2024: 25 Euro pro Meter

  • 2025: 26 Euro pro Meter

Auch andere Erzeuger erhöhen ihre Preise. Benedikt Schneebecke vom Branchenverband erklärt:
„Die Preissteigerungen liegen bei etwa einem Euro pro laufenden Meter. Der Meterpreis für Nordmanntannen liegt dieses Jahr bei 23 bis 30 Euro.“

Neben Wetter und Arbeitsaufwand spielt auch die Marktdynamik eine Rolle:

  • Manche Betriebe finden keine Nachfolger.

  • Andere steigen aus wirtschaftlichen Gründen aus.

  • Die Anbaufläche sinkt – das Angebot wird knapper.

Trotzdem steigt die Nachfrage nach regional erzeugten Bäumen, deren Qualität in diesem Jahr sehr gut ausfällt.

🧑‍🎄 Unterschiedliche Reaktionen der Kunden

Eisler erlebt gemischte Reaktionen:
„Einige sind nicht mehr bereit, so viel zu bezahlen. Andere sagen, die Preise sind in Ordnung. Viele wissen, wie viel Arbeit dahintersteckt – und dass die Bäume von nebenan kommen.“

Für die Zukunft hat sie nur einen Wunsch:
„Dass wir weiterhin Weihnachtsbäume vermarkten können.“

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