Trotz Firmenpleite: Die Bäume zeigen sich unbeeindruckt.
Ein Anleger sagte neulich am Telefon zu uns – zwischen zwei Seufzern und drei Tassen Baldriantee: „Also, die Bäume müssen doch noch da sein! Die können ja nicht einfach mit der Insolvenz verschwinden!“
Recht hat er. Noch hat sich kein Tropenbaum per Fluchtweg oder Insolvenzverschleppung aus dem Staub gemacht.
Doch während die Wälder still und standhaft bleiben, wackeln im Hintergrund ganz andere Dinge: Die Gesellschaft ist insolvent, und wie’s aussieht, wird das Verfahren mangels Masse bald eingestellt – also frei nach dem Motto: Kein Geld da, also machen wir halt nix.
Wissen Sie, was eine Insolvenz mangels Masse ist? Das ist, wenn nicht mal genug Geld da ist, um dem Insolvenzverwalter den Kaffee zu zahlen, geschweige denn, ein ordentliches Verfahren zu führen. Kleingeld für Büroklammern? Fehlanzeige.
Dabei könnte man – rein theoretisch – das fehlende Geld zusammenkratzen. Immerhin gab’s rund 6.000 Anleger, und bei so viel Baumpatenschaft dürfte auch ein bisschen Moos verdient worden sein. Aber ob man das will? Schwierig. Denn unser besorgter Anleger fürchtet, dass sich die verantwortlichen Herrschaften gerade elegant mit dem Schleudersitz „Insolvenz mangels Masse“ aus der Verantwortung katapultieren.
Aber Moment! So einfach wollen wir es ihnen nicht machen. Wir kennen schließlich den Geschäftsführer! Also, wir kennen ihn jetzt nicht bibelfest, aber immerhin aus ein paar Jahren PR-Material und Kaffeekränzchen. Und unser Eindruck: Der Mann will eine Lösung finden. Ehrlich. Vielleicht.
Unsere Idee: Eine Genossenschaft!
Klingt altmodisch, ist aber genial. Alle Anleger werden automatisch Mitglied (ob sie wollen oder nicht – wie bei der GEZ), bringen Kapital ein (freiwillig, klar), und bewirtschaften dann die Liegenschaften mit vereinten Kräften. Eigentum an den Bäumen? Einfach an die Genossenschaft übertragen. Die zählt dann durch: Eins, zwei, drei, vier, fünf – 17.000 Bäume… oder waren es doch nur 12?
Na, das wird sich schon rausstellen. Hauptsache, die Rechnung „Baumanzahl = verkaufte Baumanteile“ geht irgendwie auf. Spoiler: Wir hoffen das einfach mal.
Neue Mitglieder? Nein, danke. Der Club ist voll.
Die Genossenschaft wird natürlich geführt wie ein guter Weinkeller: mit einem Vorstand, einem Aufsichtsrat – und hoffentlich keinem Hang zur Selbstbedienung.
Verkauft man irgendwann wieder Bäume, fließt Geld zurück an die Anleger. Also richtiges Geld, nicht nur Fotos vom Baum im Sonnenuntergang. Ein Totalverlust wäre so immerhin nicht ganz total.
Ob der Geschäftsführer da mitmacht? Nun ja. Währenddessen scheint das Konkursamt in Nidwalden (Grüße nach Schweiz!) bereits den Staubsauger zu holen, um das Verfahren wegzusaugen.
Die Stimmung dort: „Anleger? Ach so – die. Naja. Hauptsache, das Protokoll stimmt.“
Insider munkeln, dass bei deutschen Anlegern der helvetische Arbeitseifer oft eine kleine Pause macht. Strafanzeigen? Möglich. Erfolg? Fraglich. Motivation der Behörden? Ähm… „übersichtlich“.
Aber wir – ja, wir in der Redaktion – glauben an das Gute!
Wir glauben daran, dass Life Forestry die Anleger nicht im Regen stehen lässt. Sondern sie unter den eigenen Bäumen vor dem Insolvenz-Gewitter schützt.
Wir bleiben dran. Mit Humor. Mit Hoffnung. Und mit einem Fernglas – falls sich doch einer der Bäume heimlich aus dem Staub macht.