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„Abkehr von Globuli & Co.“ – Grüne beschließen Kurswechsel bei Homöopathie-Kassenleistungen

fstverlag (CC0), Pixabay

Die Grünen haben auf ihrem Parteitag in Hannover einen deutlichen gesundheitspolitischen Richtungswechsel beschlossen: Krankenkassen sollen künftig nicht mehr für homöopathische Behandlungen oder Arzneimittel zahlen. Eine Mehrheit der Delegierten stimmte dafür, die entsprechenden Leistungen vollständig aus dem Katalog der gesetzlichen Krankenkassen zu streichen.

🔍 Begründung: Keine Kostenübernahme ohne wissenschaftlichen Nachweis

Im verabschiedeten Antrag heißt es, die Solidargemeinschaft dürfe nicht für Therapien aufkommen, deren Wirksamkeit über den Placebo-Effekt hinaus nicht wissenschaftlich belegt sei. Damit positionieren sich die Grünen klar gegen staatlich finanzierte Homöopathie – ein Thema, das in der Partei traditionell umstritten war.

🔄 Politische Kehrtwende

Der Beschluss markiert einen Kurswechsel:
Während der Ampelkoalition hatten sich die Grünen – gemeinsam mit SPD und FDP – noch gegen eine vollständige Streichung ausgesprochen. Damals plädierten sie eher für Einschränkungen oder Qualitätsstandards, nicht jedoch für ein komplettes Ende der Kostenerstattung.

Nun setzt die Partei ein Zeichen für evidenzbasierte Medizin und stärkt damit jene Kräfte, die seit Jahren kritisieren, dass Krankenkassen für Behandlungen zahlen, deren Wirksamkeit in Studien nicht nachgewiesen ist.

🏥 Was bisher gilt

Derzeit übernehmen viele gesetzliche Krankenkassen freiwillige Satzungsleistungen für Homöopathie, etwa:

  • Erstattung homöopathischer Arzneimittel

  • Übernahme von Erstanamnesen bei Homöopathen

  • Teilweise oder vollständige Kostenübernahme je nach Kasse und Tarif

Diese Leistungen sind nicht verpflichtend, aber weit verbreitet – auch, weil sie als Wettbewerbsvorteil im Kampf um Versicherte gelten.

🔮 Auswirkungen noch offen

Was der Parteitagbeschluss konkret für die Bundespolitik bedeutet, ist noch unklar. Er könnte jedoch:

  • Druck auf das Gesundheitsministerium erhöhen, die Kostenerstattung bundesweit zu streichen

  • Signalwirkung auf SPD und FDP haben

  • Debatten über Selbstzahlerleistungen und alternative Medizin neu anstoßen

📌 Fazit

Mit dem Beschluss verabschieden sich die Grünen deutlich von ihrer früheren Nähe zur Homöopathie. Der neue Kurs folgt dem wissenschaftlichen Anspruch der Partei, dürfte aber innerhalb der Koalition und bei manchen Wählergruppen für Diskussionen sorgen.

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