Der Jahresabschluss 2024 der Windpark Reher II GmbH & Co. KG zeigt ein wirtschaftlich gut laufendes Windparkprojekt mit solidem Ergebnis, verbesserter Eigenkapitalausstattung und stabiler Bilanzsumme. Gleichzeitig bleibt die Gesellschaft klar projektfinanziert mit sehr hoher Fremdkapitallast und langfristigen Verpflichtungen. Für Anleger ist das Bild: robust im Betrieb, aber kapitalintensiv und stark kreditfinanziert.
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Ergebnis und Eigenkapitalentwicklung
Das Eigenkapital steigt von 4,86 Mio. Euro auf 5,32 Mio. Euro. Daraus lässt sich ein Jahresüberschuss in der Größenordnung von rund 0,46 Mio. Euro ableiten (vor Ergebnisverwendung). Das ist für einen Windpark dieser Größenordnung ein ordentliches Ergebnis.
Die Eigenkapitalquote verbessert sich damit leicht, liegt aber weiterhin nur bei etwa 15 Prozent (5,32 Mio. Euro Eigenkapital bei 36,23 Mio. Euro Bilanzsumme). Das ist im Windparksegment nicht unüblich, bleibt aber aus Risikosicht ein eher dünnes Polster. Positiv: Es wird erkennbar Eigenkapital aufgebaut, nicht abgebaut.
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Vermögensstruktur: Substanz stark, aber klassisch abschreibungsgetrieben
Das Anlagevermögen beträgt 26,40 Mio. Euro nach 27,30 Mio. Euro im Vorjahr. Der Rückgang ist typisch für die planmäßige Abschreibung der Windenergieanlagen und deutet nicht auf Substanzprobleme hin, sondern auf den normalen Alterungsprozess.
Das Umlaufvermögen steigt deutlich von 4,70 Mio. Euro auf 5,64 Mio. Euro. Das zeigt, dass mehr Liquidität und mehr Forderungsvolumen im Projekt stecken – ein Indikator für laufende Erträge und Zahlungsansprüche.
Auffällig ist der stabile hohe Rechnungsabgrenzungsposten von gut 4,19 Mio. Euro. Dahinter stecken zeitlich abzugrenzende Aufwendungen/Erträge (z. B. Pacht, Versicherungen, ggf. EEG-relevante Sachverhalte). Für Anleger heißt das: Ein Teil des bilanziellen Volumens ist „reine Abgrenzung“ und nicht frei verfügbare Substanz.
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Verschuldung: Sehr hoch, langfristig gebunden
Die Verbindlichkeiten bleiben mit 30,58 Mio. Euro nahezu konstant (Vorjahr 30,83 Mio. Euro). Das heißt: Es wird zwar leicht getilgt, aber die Fremdkapitallast bleibt immens.
Wesentlich ist die Laufzeitenstruktur:
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Verbindlichkeiten bis zu einem Jahr: 5,65 Mio. Euro (Vorjahr 4,96 Mio. Euro)
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Verbindlichkeiten mit Restlaufzeit größer einem Jahr: 24,93 Mio. Euro
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Davon mit Restlaufzeit über fünf Jahre: 18,29 Mio. Euro
Damit steht fest: Der Windpark ist langfristig hoch verschuldet, mit einem starken Schwerpunkt in der sehr langen Zinsbindung. Das reduziert das Refinanzierungsrisiko, bindet aber über Jahre Kapitaldienst und macht das Projekt empfindlich gegenüber anhaltend schwächeren Ertragsjahren.
Die Verbindlichkeiten gelten als unbesichert, abgesehen von üblichen Eigentumsvorbehalten. Das ist eher zugunsten der Gesellschaft zu werten, zeigt aber auch, dass der Kreditgeber offenbar primär auf die Cashflows aus der Stromproduktion und die Projektqualität vertraut.
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Liquidität und Forderungen: Solide, aber konzernnah geprägt
Die liquiden Mittel steigen von 2,02 Mio. Euro auf 2,48 Mio. Euro. Das ist für einen Windpark dieser Größenordnung ein vernünftiger Puffer.
Die Forderungen und sonstigen Vermögensgegenstände steigen ebenfalls deutlich auf 3,16 Mio. Euro (Vorjahr 2,68 Mio. Euro). Davon entfallen:
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2,09 Mio. Euro auf Forderungen gegenüber Gesellschaftern
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91.448 Euro auf Unternehmen mit Beteiligungsverhältnis
Das bedeutet: Ein erheblicher Teil der Vermögenswerte ist nicht „am Markt“, sondern an den eigenen Gesellschafterkreis gebunden. Das ist in Konzernstrukturen üblich, birgt aber immer ein gewisses Klumpen- und Abhängigkeitsrisiko – insbesondere, wenn Zahlungsziele, Konditionen oder Verrechnungen intern gesteuert werden.
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Rückstellungen und latente Steuern: Entlastung, aber auch Signal
Die Rückstellungen sinken von 485.577 Euro auf 251.903 Euro. Das kann darauf hindeuten, dass Steuernachzahlungen geleistet und bestimmte Risiken abgearbeitet wurden. Gleichzeitig steigen passive latente Steuern von 29.500 Euro auf 83.000 Euro. Das ist ein Hinweis auf steuerliche Mehrwerte, die sich aus unterschiedlichen handels- und steuerrechtlichen Ansätzen ergeben.
Dass Rückstellungen so deutlich zurückgehen, kann aus Anlegersicht zweischneidig sein: Einerseits Entspannung, andererseits reduziert sich der Puffer für zukünftige Unwägbarkeiten. Im Verbund mit einem guten Jahresergebnis ist es aber eher als Zeichen normalisierter Verhältnisse zu werten.
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Außergewöhnliche Aufwendungen: EEG-bedingte Belastung
Ausdrücklich genannt wird ein Aufwand in Höhe von 60.000 Euro nach § 55 EEG 2021. Das sind Zahlungsverpflichtungen, die aus dem regulatorischen Umfeld resultieren. Die Summe ist im Verhältnis zur Bilanzsumme gering, zeigt aber: Regulatorische Eingriffe sind realer Kostenfaktor und können in Zukunft schwanken.
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Anlegerfazit
Positiv zu bewerten sind:
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ein klar positives Jahresergebnis und Eigenkapitalaufbau,
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stabile bis verbesserte Liquidität,
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keine Anzeichen einer operativen Schieflage,
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ordentliche Forderungs- und Cash-Positionen,
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kontinuierlicher (wenn auch langsamer) Schuldenabbau.
Kritisch bleiben:
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die sehr hohe Gesamtverschuldung bei nur rund 15 Prozent Eigenkapitalquote,
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langfristig gebundene Fremdfinanzierung über mehr als fünf Jahre in erheblicher Höhe,
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hohe Forderungen gegenüber Gesellschaftern (Abhängigkeit von verbundenen Parteien),
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fortschreitende Abschreibung der Anlagen – mit zukünftig zunehmendem Instandhaltungsbedarf.
Aus Anlegersicht ist der Windpark Reher II ein typisches, aber eher hoch verschuldetes Projektfinanzierungsvehikel: Solide im laufenden Betrieb, mit ordentlichem Ergebnis und guter Liquidität, gleichzeitig deutlich fremdfinanziert und langfristig an Zins- und Tilgungsverpflichtungen gebunden. Wer hier investiert, setzt auf stabile Winderträge und verlässliche regulatorische Rahmenbedingungen – bei gleichzeitig begrenztem Eigenkapitalpuffer.