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WPO Windpark Oldenbroker Feld – Massive Bilanzaufblähung, hohe Kreditlast und deutlicher Liquiditätsverzehr
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WPO Windpark Oldenbroker Feld – Massive Bilanzaufblähung, hohe Kreditlast und deutlicher Liquiditätsverzehr

geralt (CC0), Pixabay

Der Jahresabschluss 2024 zeigt ein Unternehmen in einer Finanzierungs- und Investitionsphase, das gleichzeitig unter sinkendem Eigenkapital, steigenden Schulden, erhöhter Rückstellungsauflösung und einem schwachen Liquiditätsprofil leidet. Die Bilanzsumme steigt sprunghaft – aber die finanzielle Stabilität nimmt ab.

1. Bilanzsprung um +36 % – Hinweis auf Ausbau oder große Investition

Bilanzsumme 2023: 12,68 Mio. €
Bilanzsumme 2024: 17,24 Mio. €

= +36 %

Der enorme Anstieg stammt fast vollständig aus:

  • Anlagevermögen: +6,7 Mio. €
    (= mehr als Verdopplung)

Dies deutet auf:

🔹 Neubau einer Anlage
🔹 Repowering
🔹 oder größere Reparaturmaßnahmen

Für Anleger heißt das:

➡️ Der Windpark investiert – aber wahrscheinlich kreditfinanziert.

2. Dramatischer Anstieg der Verbindlichkeiten – +5,3 Mio. €

Verbindlichkeiten 2023: 7,23 Mio. €
Verbindlichkeiten 2024: 12,52 Mio. €

= +5,30 Mio. € (+73 %)

Diese Bilanz zeigt klar:

✔ Der Ausbau des Parks wurde fast vollständig über Bankdarlehen finanziert.
✔ Langfristige Schulden dominieren die Finanzierung.

Davon langfristig: 11,31 Mio. €
Davon über 5 Jahre: 4,37 Mio. €

Risiko:
Steigende Zinslast, hohe Abhängigkeit vom Cashflow, Ertragsrisiken wirken stärker.

3. Eigenkapital sinkt trotz Investitionen – negatives Signal

Eigenkapital:

2023: 4.554.757 €
2024: 4.219.486 €

= –335.271 €

Der Eigenkapitalrückgang trotz Ausbau bedeutet:

❗ Laufender Betrieb wirft zu wenig Gewinn ab
oder
❗ hohe Aufwendungen (z. B. Reparaturen / Investitionsnebenkosten) belasten das Ergebnis
oder
❗ Ausschüttungen wurden vorgenommen

Für Anleger ist das ein kritisches Warnsignal:

➡️ Das Unternehmen investiert viel – aber verdient nicht genug.

4. Liquidität schmilzt ab – Cashbestand sinkt um 1,8 Mio. €

Kassenbestand & Bankguthaben:

2023: 3.939.692 €
2024: 2.134.053 €

= –1.805.639 €

Dieser Liquiditätsverzehr ist erheblich.

Ursachen können sein:

  • Eigenanteil für Investitionen

  • Zins- / Tilgungsdruck

  • schwaches Betriebsergebnis

  • Reparaturen oder Ausfälle

  • Verzögerte Zahlungsflüsse (z. B. EEG-Herstellervergütung)

Die Liquidität ist noch solide – aber der Trend ist klar negativ.

5. Forderungen sinken – möglicherweise geringere Stromvergütungen

Forderungen 2023: 1.590.733 €
Forderungen 2024: 984.520 €

= –606.213 €

Wenn Forderungen sinken, heißt das oft:

  • niedrigere Einspeiseerlöse

  • geringere Direktvermarktungserträge

  • weniger Abrechnungsaußenstände (kein Wachstum aus Produktion)

Das passt zu einem möglichen schwächeren Windjahr oder mehr Stillstand.

6. Rückstellungen stark abgebaut – Risiko eines Sondereffekts

Rückstellungen:

2023: 898.122 €
2024: 503.000 €

= –395.122 €

Das ist auffällig.

Mögliche Gründe:

✔ Auflösung von Rückbau- oder Reparaturrückstellungen
✔ Verwendung von Rückstellungen für Schäden
✔ Korrektur von überhöhten Vorjahresansätzen

Wichtig:

➡️ Rückstellungsauflösung verbessert das Ergebnis künstlich
➡️ Das Betriebsergebnis ohne diesen Effekt wäre schlechter

Dies kann ein Warnsignal sein, dass man die Bilanz „glättet“.

7. Anlagevermögen: enorme Ausweitung auf 13,7 Mio. €

Vorjahr: 7,04 Mio. €
Jetzt: 13,75 Mio. €

= +95 %

Ein solches Wachstum entsteht:

  • durch Zukauf neuer Anlagen

  • Repowering

  • Nachrüstung

  • Großkomponentenwechsel (Getriebe, Rotorblätter, Generatoren)

Dies geht fast immer mit:

⚠ hohen Finanzierungskosten
⚠ erhöhtem Tilgungsdruck
⚠ längeren Amortisationszeiträumen

einher.

8. Sicherheitsstruktur: Bank standardmäßig abgesichert

Banksicherheiten:

  • Sicherungsübereignung der Windkraftanlagen

  • Abtretung von Forderungen

  • Standard-Eigentumsvorbehalte

Die Bank hat hier faktisch das gesamte wirtschaftliche Pfandrecht.

Für Anleger bedeutet das:

➡️ Bei wirtschaftlichen Problemen sind zuerst die Banken geschützt.
➡️ Kommanditisten tragen das volle Rest-Risiko.

9. Gesamtfazit aus Investorensicht

Positive Punkte

  • Anlageausbau → potenziell höhere Erträge in Zukunft

  • solide Bilanzsumme

  • angemessene Liquidität trotz Rückgang

  • klare Finanzierungsstruktur

  • langfristige Planung (Darlehen über 5 Jahre gesichert)

Kritische Punkte

1. Eigenkapital sinkt – trotz Investitionen ein schlechtes Zeichen
→ Betriebsergebnis war schwach oder Ausschüttungen zu hoch.

2. Verbindlichkeiten explodieren
→ Risiko steigt massiv.

3. Liquidität schrumpft deutlich
→ Finanzierungsspielräume enger.

4. Rückstellungen erheblich reduziert
→ Ergebnis vermutlich durch Auflösungen verbessert.

5. Anlagevermögen fast verdoppelt
→ deutliche Abhängigkeit von zukünftiger Ertragssteigerung.

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