Der Jahresabschluss der Iqony Windpark Ullersdorf GmbH & Co. KG für 2024 zeigt ein gemischtes Bild: Der Windpark läuft technisch solide, die Produktion ist annähernd stabil, und die Vermögenslage erscheint geordnet. Doch finanziell gerät die Gesellschaft zunehmend unter Druck – insbesondere wegen hoher Schulden, steigender Rückstellungen, sinkender Ergebnisse und einer nicht eingehaltenen Schuldendeckungsquote (DSCR). Für Anleger ist dies ein deutlicher Hinweis darauf, dass der Windpark zwar operativ funktioniert, aber finanziell an der Grenze arbeitet.
1. Jahresüberschuss bricht deutlich ein
Der Jahresüberschuss sinkt von
1.192.603 € → 252.297 €, also um fast 80 %.
Ursachen:
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geringere Stromproduktion (97.132 MWh statt 100.897 MWh)
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Schadensfälle an drei Anlagen (Blatt- und Getriebeschäden)
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deutlich höhere Aufwendungen (u.a. Abschreibungen, Reparaturen, Rückstellungen)
Positiv:
Versicherungsleistungen von rund 1,54 Mio € federn die Schäden ab – ohne diese wäre das Ergebnis wesentlich schlechter ausgefallen.
2. Umsatzerlöse leicht rückläufig, aber solide
Die Einnahmen sinken moderat von 9,98 Mio € auf 9,20 Mio €.
Grund ist vor allem die wetterbedingt etwas niedrigere Produktion.
Für Anleger:
Der Standort liefert weiterhin verlässlich und im erwarteten Windgutachten-Rahmen.
3. Bilanzsumme schrumpft – aber Vermögensbasis weiterhin hoch
Die Bilanzsumme sinkt von 53,45 Mio € auf 49,42 Mio €.
Das Anlagevermögen bleibt mit 40,8 Mio € sehr hoch – typisch für ein junges EEG-2012-Projekt.
Die Abschreibungen (4,08 Mio € pro Jahr) zeigen, dass der Windpark bilanziell noch eine erhebliche Restnutzungsdauer hat; ein gutes Zeichen.
4. Liquidität sinkt deutlich – Ausschüttungen und laufende Kosten drücken
Die liquiden Mittel fallen von 7,09 Mio € auf 4,70 Mio € (–2,39 Mio €).
Gründe:
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große Ausschüttung im Vorjahr
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Reparaturkosten und Rückstellungen
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laufende Tilgungen
Anleger-Relevanz:
Liquidität ist vorhanden, aber deutlich geschrumpft.
Der Spielraum für unerwartete Ereignisse wird kleiner.
5. Massiv hohe Verschuldung bleibt größter Risikofaktor
Die Darlehensverbindlichkeiten liegen trotz Tilgung noch bei:
29,31 Mio € (Vorjahr 33,36 Mio €)
Wichtig:
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Der Windpark ist groß, daher sind hohe Kredite normal
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Aber die Verschuldung bleibt kritisch, da Zins- und Tilgungslasten hoch sind
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7,24 Mio € der Schulden laufen über fünf Jahre hinaus
Die Sicherheiten:
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Übereignung der kompletten Windenergieanlagen
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Abtretung der Einspeiseerlöse
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Verpfändung der Konten
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Verpfändung der Gesellschafteranteile
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Hedging (Zinsswap) über 27,9 Mio €
Für Anleger bedeutet das:
Finanziell ist der Windpark stark durchfinanziert – aber auch stark verpfändet.
6. DSCR-Quote unterschritten – ernstes Alarmsignal
Die wichtigste Kennzahl für Projektfinanzierungen wurde nicht erreicht:
DSCR gefordert: 1,05 – nicht eingehalten
Folgen:
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Ausschüttungen vorerst verboten
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Bank musste zustimmen, ihr Sonderkündigungsrecht nicht auszuüben
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Die Kreditgeber verlangen künftig strikte Einhaltung
Dies ist ein deutlicher Warnhinweis:
Die operative Cashflow-Deckung reicht nicht mehr komfortabel aus, um Zins & Tilgung sicher zu bedienen.
7. Rückstellungen steigen stark an
Rückstellungen steigen auf 3,50 Mio € (Vorjahr 2,56 Mio €).
Größte Posten:
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1,89 Mio € Rückbauverpflichtung (zunehmender Aufbau)
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1,33 Mio € Rückstellungen für nicht abgerechnete Leistungen (v. a. Sturmschäden)
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0,25 Mio € Rückstellung Strompreisbremse / Überschusserlöse
Diese Rückstellungen belasten das Ergebnis – und zeigen, dass teure Reparaturen und regulatorische Effekte greifen.
8. Sonstige finanzielle Verpflichtungen enorm hoch
Miet- und Pacht-Verpflichtungen: 18,3 Mio € über die kommenden Jahre.
Das bedeutet:
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rund 1,25 Mio € jährlich fix
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langfristige vertragliche Bindungen
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über 15 Mio € nach 2027 fällig
Zusätzlich bestehen Bürgschaften von 1,89 Mio €.
Für Anleger:
Die Fixkosten bleiben hoch – die Ertragslage muss stabil bleiben, um diese tragen zu können.
9. Versicherungsleistungen retten das Ergebnis
Ohne die Schadensversicherungen in Höhe von 1,54 Mio € wäre:
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der Umsatz höherwertig schlecht,
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der Jahresüberschuss vermutlich negativ.
Das zeigt eine gewisse Abhängigkeit von Versicherungsfällen.
10. Prognose 2025: Optimistisch, aber abhängig vom Wind
Für 2025 werden geplant:
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Stromproduktion: 113.865 MWh (also deutlich mehr als 2024)
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Umsatz: 10,7 Mio €
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Ergebnis: 1,34 Mio €
Ob diese Prognose realistisch ist, hängt stark von zwei Faktoren ab:
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Windjahr 2025
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keine neuen Großschäden
Die Prognose erscheint ambitioniert, aber machbar.
11. Gesamtfazit aus Anlegersicht
Positiv:
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großer, moderner Windpark mit 18 Anlagen
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lange EEG-Vergütung bis 2034
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Versicherungen decken Großschäden zuverlässig ab
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solide Vermögensbasis
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geringere Darlehensverbindlichkeiten als im Vorjahr
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Ausblick für 2025 wieder deutlich besser
Kritisch:
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stark gesunkener Jahresüberschuss
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nicht eingehaltene DSCR-Quote (Bank musste eingeschaltet werden)
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deutliche Schrumpfung der Liquidität
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hohe Fixkosten (Pachten, Wartung, Finanzierung)
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deutliche Erhöhung der Rückstellungen
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Verschuldung bleibt langfristig sehr hoch
Anlegerbewertung:
Der Windpark ist operativ stabil, aber finanziell angespannt.
Die mittelfristige Performance hängt davon ab, ob:
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2025 ein besseres Windjahr wird,
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keine weiteren Großschäden auftreten,
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die DSCR-Quote wieder erfüllt werden kann.
Der Standort bleibt attraktiv, aber der finanzielle Spielraum ist gering.