In einer spektakulären Aktion haben Aktivistinnen und Aktivisten der Klimabewegung „Extinction Rebellion“ gestern die Gewässer des berühmten Canal Grande in Venedig sowie Flüsse, Brunnen und Meeresabschnitte in insgesamt elf italienischen Städten leuchtend grün eingefärbt. Mit dabei: die schwedische Klimaaktivistin Greta Thunberg, die den Protest in Venedig persönlich unterstützte.
Sichtbarer Protest – wortwörtlich „eingefärbt“
Mit der auffälligen Farbe wollten die Aktivisten Orte markieren, an denen ihrer Ansicht nach Umweltzerstörung bereits spürbar oder unmittelbar droht. Die grüne Einfärbung sorgte in Venedig für großes Aufsehen – und eine sofortige Reaktion der Behörden. Sicherheitskräfte identifizierten mehrere Teilnehmer, beschlagnahmten ein Banner sowie diverse Musikinstrumente, die als Teil der Protestaktion genutzt wurden.
Italienische Medien berichten, dass sich die Bewegung damit gegen „ökologische Verbrechen“ der italienischen Regierung positioniert. Die Aktion sollte wachrütteln und die Aufmerksamkeit auf Umweltprobleme lenken, die im politischen Alltag oft untergehen.
Italienweit grüne Flüsse, Brunnen und Hafenbecken
Neben dem Canal Grande und dem Meer vor Triest wurden zahlreiche weitere Gewässer gefärbt:
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Turin: Fluss Po
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Bologna: Fluss Reno im Canale delle Moline
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Mailand: Teile der Navigli
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Parma: Bach Parma
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Tarent: Fluss Tara – besonders belastet und laut Aktivisten doppelt bedroht:
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durch das ehemalige Stahlwerk Ilva
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durch ein geplantes Entsalzungsprojekt
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Palermo: Historisches Hafenbecken La Cala
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Padua und Genua: zentrale Stadtbrunnen
Die leuchtend grünen Wasserflächen sorgten in allen Städten für Diskussionen, irritierte Blicke – und viele Fotos in den sozialen Medien.
Symbolik und Botschaft
Die Aktion ist Teil einer Serie provokanter Proteste der Umweltbewegung, die bewusst mit starken Bildern arbeitet. Die Farbe soll nicht die Gewässer schädigen, sondern symbolisch darstellen, wo die Umwelt aus Sicht der Aktivisten bereits „vergiftet“ oder gefährdet ist.
„Extinction Rebellion“ kritisiert seit Jahren, dass Regierungen viel zu langsam auf den Klimawandel reagieren und Umweltschutzmaßnahmen verwässern. Die Protestaktionen sollen Druck aufbauen – und das mit maximaler Aufmerksamkeit.
Fazit
Die Grünfärbung des Canal Grande und anderer Gewässer in ganz Italien war deutlich mehr als ein visueller Schock: Sie war ein politisches Statement, eine klare Warnung und ein Hinweis darauf, dass der Kampf um Umwelt- und Klimaschutz längst im Herzen europäischer Metropolen angekommen ist. Die Bilder aus Venedig werden noch lange nachhallen.