Nigeria erlebt eine weitere erschütternde Welle der Gewalt: Bei einem Überfall auf die katholische Internatsschule St. Mary’s School in der Gemeinde Papiri im Bundesstaat Niger wurden mindestens 227 Schülerinnen, Schüler und Lehrkräfte entführt. Das bestätigte der Verband der Christen in Nigeria.
Die Entführer – mutmaßlich schwer bewaffnete Banden, wie sie seit Jahren in Nordwestnigeria operieren – stürmten das Schulgelände und verschleppten eine große Zahl von Kindern und Erwachsenen in unbekannte Gebiete.
🔹 Zweite Massenentführung innerhalb einer Woche
Die Lage im Norden des Landes eskaliert zunehmend. Bereits am Montag hatten Bewaffnete im Bundesstaat Kebbi ein Mädcheninternat angegriffen:
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ein Lehrer wurde getötet,
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mindestens 25 Schülerinnen wurden verschleppt.
Allein diese beiden Ereignisse zeigen, wie dramatisch sich die Sicherheitslage entwickelt – besonders für Kinder und Bildungseinrichtungen.
🔹 Bischof warnt: „Nigeria ist für seine Kinder nicht mehr sicher“
Der Bischof von Kontagora, Yohana Dauwa Bulus, hatte erst vor wenigen Tagen deutliche Worte gefunden. Gegenüber dem katholischen Pressedienst ACI Africa sagte er:
„Dieses Land ist für seine Kinder nicht mehr sicher.“
Er beklagt nicht nur die sich häufenden Entführungen, sondern sprach auch von einer seit Jahren andauernden „stillen Diskriminierung und Verfolgung“ der christlichen Bevölkerung in Nigeria. Viele Regionen leiden zugleich unter staatlicher Präsenzlosigkeit, maroden Sicherheitsstrukturen und zunehmender Gewalt durch bewaffnete Gruppen.
🔹 Hintergründe: Warum Schulen immer wieder Ziel sind
Entführungen von Schulkindern haben in Nigeria eine traurige Tradition. Gründe dafür:
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Lösegeldforderungen: Bewaffnete Banden („Banditen“) finanzieren sich über Erpressungen.
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Macht und Einschüchterung: Schulen gelten als weiche Ziele, an denen große Beute mit wenig Widerstand gemacht werden kann.
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Politische Instabilität: Behörden und Sicherheitskräfte sind oft unterbesetzt und überfordert.
Seit dem berüchtigten Chibok-Vorfall 2014, als Boko Haram über 270 Mädchen entführte, hat die Zahl solcher Attacken dramatisch zugenommen.
🔹 Nationale und internationale Reaktionen gefordert
Die Entführungen dieser Woche erhöhen den Druck auf die nigerianische Regierung erheblich. Internationale Organisationen, Kirchenvertreter und Menschenrechtsgruppen fordern:
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verstärkten Schutz von Schulen („Safe Schools Initiative“),
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härtere Maßnahmen gegen bewaffnete Banden,
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und internationale Unterstützung beim Kampf gegen Entführungsnetzwerke.
Viele Eltern im Norden Nigerias haben inzwischen Angst, ihre Kinder überhaupt noch zur Schule zu schicken.
🏁 Fazit: Ein Land in Angst – und ein System in der Krise
Mit der erneuten Massenentführung erreicht die Gewalt in Nordwestnigeria einen neuen Höhepunkt. Die Angriffe auf Schulen zeigen, wie verletzlich Kinder und Lehrkräfte sind – und wie dringend strukturelle Sicherheitsreformen notwendig wären.
Nigeria steht vor einer dramatischen humanitären und sicherheitspolitischen Herausforderung. Solange staatliche Kontrolle, Schutz und Prävention nicht greifen, bleiben die jüngsten Entführungen tragisch wahrscheinlich nur ein weiteres Kapitel in einem andauernden Albtraum.